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Wärme, Gefühl und Ausdruck

Fokus Janine Jansen

Mit Janine Jansen nimmt die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien eine der derzeit besten und außergewöhnlichsten Geigerinnen in den Fokus: 2024/25 gastiert die Niederländerin als Solistin mit Orchester, mit einem Rezital- und einem Kammermusikprogramm im Musikverein.

© Julia Wesely

Janine Jansen ist eine der besten Geigerinnen unserer Zeit. Wer die Niederländerin in einem ihrer Konzerte gehört hat, schwärmt von ihrer Vitalität, ihrer Kraft, ihrem mitreißenden Spiel. Und ihren künstlerischen Partnern geht es nicht anders. Der Dirigent Paavo Järvi, einer ihrer langjährigen künstlerischen Weggefährten, sagt über sie: „Sie spielt so, wie sie ist. Sie ist ein Mensch mit echter Wärme, echtem Gefühl und echtem Ausdruck. Es gibt nichts Künstliches an ihr.“

Mit Järvi, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und dem Beethoven-Violinkonzert wird die 46-Jährige im Mai 2025 im Großen Musikvereinssaal zu Gast sein. Als die Rede auf ihn kommt, beginnen ihre Augen zu leuchten: „Für Geiger ist es natürlich wichtig, ein großartiges Instrument zu haben – aber der Raum, in dem wir spielen, ist ja auch eine Art Instrument. Und der Goldene Saal ist einfach perfekt. Er hat so eine Wärme! Und auch wenn er groß ist, fühlt sich das Musizieren dort trotzdem sehr intim an.“

Dieser Abend – an dem zudem zwei Schubert-Symphonien, die „Unvollendete“ und die „Tragische“, erklingen werden – ist allerdings nur einer von insgesamt dreien, die Janine Jansen gemeinsam mit dem Musikverein für ihre Fokus-Konzerte konzipiert hat. Dass die Wahl auf das Beethoven-Konzert fiel, hat einen besonderen Grund: „Paavo, die Kammerphilharmonie und mich verbindet eine lange gemeinsame Geschichte“, so Janine Jansen. „Ich liebe die Energie dieses Orchesters und seine Artikulation. Wir haben dieses Konzert vor einigen Jahren zusammen aufgenommen. Ich finde es aufregend, es jetzt, nachdem einige Zeit ins Land gegangen ist, erneut miteinander zu spielen – und zu schauen, ob und wie wir uns verändert haben.“

Neben den Auftritten als Solistin liegt ihr gleichermaßen auch die Kammermusik am Herzen. Bereits vor zwanzig Jahren hat sie in ihrer Heimatstadt Utrecht dafür ein eigenes Festival gegründet – und steht ihm bis heute als Patronesse und Künstlerische Leiterin vor. Kammermusik sei für sie die Essenz des Musizierens, hat sie einmal gesagt. Sie liebe diese Art der Kommunikation, insbesondere schätze sie die Flexibilität, die das gemeinsame Spiel erfordere, und das stete Hören aufeinander.

In kleinster kammermusikalischer Besetzung ist sie im Dezember zu erleben – bei einem Duo-Auftritt mit ihrem langjährigen Pianisten Denis Kozhukin. Für ihn und sich hat sie einen zweiteiligen Abend entworfen: Nach einem ersten Teil mit Schumann und Brahms wird ein zweiter mit Werken von Francis Poulenc, Olivier Messiaen und Maurice Ravel folgen. Französische Musik des 20. Jahrhunderts: zunächst elegant, danach elegisch und nachdenklich und am Ende virtuos.

Bleibt, last but not least: der dritte Abend, ein Quartett-abend. Hier freut sie sich vor allem darüber, mit ihren Freunden und Kollegen – „mit Boris Brovtsyn, der hier in Wien lehrt, mit Pablo Ferrandez, einem wunderbaren spanischen Cellisten, und eben Denis Kozhukhin“ – die Korngold-Suite op. 23 für zwei Violinen, Violoncello und Klavier linke Hand zu spielen. „Ein Meisterwerk, voller Ausdruck und Eleganz“, schwärmt sie, „es wird viel zu selten aufgeführt.“ Entstanden ist es 1930 in der Donaumetropole, in Auftrag gegeben vom österreichisch-amerikanischen Pianisten Paul Wittgenstein, der im Ersten Weltkrieg seinen rechten Arm verloren hatte. Was sie fasziniert: der mehrfache Wien-Bezug des Werks. Was sie freut: es jetzt endlich auch einmal in Wien spielen zu können. Und dann auch noch im Brahms-Saal! „Dort habe ich nur einmal gespielt – und das war vor vielen Jahren. Es ist sehr aufregend, wieder dort zu sein!“

Margot Weber

Konzerte in der Saison 24/25

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