Menü

Juwelen im Wechselbad der Gefühle

Franz Schubert und Rudolf Buchbinder

Franz Schubert zählt zu den Komponisten, die Rudolf Buchbinder während seiner jahrzehntelangen Karriere neben Beethoven ganz besonders ans Herz gewachsen sind. In der Saison 2024/25 versammelt er für die Aufführung von Höhepunkten aus Schuberts Werk Stars wie Jonas Kaufmann, Hilary Hahn und Gautier Capuçon um sich.

© Deutsche Grammophon I Rita Newman

Die Früchte des Erfolgs konnte Franz Schubert nur erahnen. Das erste und einzige Konzert, in dem ausschließlich seine eigenen Werke auf dem Programm standen, erlebte der Wiener Komponist einige Monate vor seinem Tod: am 26. März 1828. Auf den Tag genau ein Jahr zuvor war Ludwig van Beethoven gestorben. Beim Begräbnis gehörte Schubert, neben Franz Grillparzer und Ferdinand Raimund, zu den 36 Fackelträgern. Bei besagtem „Privatkonzert“ wurde unter anderem das Klaviertrio in Es-Dur, D 929, gespielt. Rudolf Buchbinder wird es – zusammen mit dem Schwesterwerk, dem Klaviertrio B-Dur, D 898 – mit der Geigerin Hilary Hahn und dem Cellisten Gautier Capuçon interpretieren. Ein reizvoller Austausch der Generationen.

Seit jeher haben Schuberts Kammermusikkompositionen mit Klavier eine Sonderstellung bei Musikbegeisterten, auch bei Rudolf Buchbinder, den immer wieder auch der Umfang von Franz Schuberts Œuvre fasziniert: „Die ungeheure Produktivität Schuberts hat die Nachwelt so verblüfft, dass lange Zeit niemand daran dachte, das gesamte kompositorische Schaffen überhaupt einmal zu sammeln und zu ordnen. Erst 123 Jahre nach Schuberts Tod hat Otto Erich Deutsch einen systematischen Katalog vorgelegt, der an die 1000 originale Tonschöpfungen Schuberts enthält. „Leider“, so Buchbinder, ganz Pianist, „lässt er ein Klavierkonzert vermissen.“

Rudolf Buchbinder präsentiert sich in dieser Spielzeit als vielseitiger Schubert-Interpret als Kammermusiker, Solist und Liedpianist. Aus der Vielzahl von „zutiefst berührenden, unverwechselbaren und unsterblichen Werken“ wird er im Großen Musikvereinssaal jene spielen, die ihn seit jeher am meisten fesseln. Die „Schubertiade“ im Musikverein beginnt mit dem bedeutenden Liederzyklus „Die schöne Müllerin“. Tenor Jonas Kaufmann durchlebt als wandernder Müllergeselle ein Wechselbad der Gefühle. Eine riesige Anzahl von Liedern hat Franz Schubert geschrieben. Mit nur wenigen Takten kreiert das Klavier, durch Schubert zum gleichberechtigten Partner der Stimme gemacht, stets die jeweilige Szenerie.

Auch im „Forellenquintett“, D 667, sprudelt das helle Bächlein im Variationensatz vor dem geistigen Auge dahin. So schwer es die Schicksalsgöttinnen mit Franz Schubert auch gemeint haben, in diesem Kammermusikjuwel zeigt sich der Komponist von seiner unbeschwerten Seite. Die ungewöhnliche Besetzung (das Klavier mit einem aus Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass bestehenden Streichquartett als Partner) geht auf den Auftraggeber, den Steyrer Handelsmann, Mäzen und Amateurcellisten Sylvester Paumgartner zurück. Rudolf Buchbinder wird dieses vielleicht beliebteste und bekannteste Kammermusikwerk von Schubert zusammen mit Musiker:innen aus den Reihen der Wiener Philharmoniker aufführen.

Fix im Programm ist auch Schuberts letzte Klaviersonate, die wenige Wochen vor seinem frühen Tod im November 1828 fertiggestellt wurde. Schuberts Bruder Ferdinand verkaufte das Manuskript gemeinsam mit jenem der beiden Schwesterwerke an den Musikverleger Anton Diabelli – womit sich auch der Kreis zu Buchbinders „Lebenskomponist“ Beethoven und zu seinem eigenen, im Jahr 2020 im Musikverein uraufgeführten „Diabelli“-Projekt schließt.

Marion Eigl

Konzerte in der Saison 24/25

September 6, 2023

06

Großer Saal

September 6, 2023

05

Großer Saal

September 5, 2023

04

Großer Saal

    © Arnold Schönberg Center, Wien

    Kolossale Klänge

    © Deutsche Grammophon - Andreas Hechenberger

    Mit Charisma und Temperament

    © Deutsche Grammophon I Rita Newman

    Juwelen im Wechselbad der Gefühle

    © Felix Broede

    Sogwirkung

    © Wolf-Dieter Grabner

    Zeitgenössische Musik

    © Julia Wesely

    Einfach dirigieren

    © Julia Wesely

    Starke Beziehungen

    © Archiv, Bibliothek und Sammlungen der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien

    Fein und duftig

    Your Logo