Stars in der Schule

Stars der "Klassik" besuchen Schulen

"Es hat uns sehr gut gefallen und wir waren positiv überrascht, dass nicht alle Menschen, die klassische Musik spielen, alt und langweilig sind." Jimmy, 16

Für Schülerinnen und Schüler ist es immer ein besonderes Erlebnis, wenn „Stars“ der Klassik-Branche zu ihnen in die Schule kommen. Die unmittelbare Nähe, Musizieren und Gespräche auf „Tuchfühlung“ schaffen eine ganz spezielle Beziehung, selbst für Jugendliche, die meinen, keinen so "guten Draht" zur klassischen Musik zu haben. Begeisterung kann überspringen, Leidenschaft fasziniert, da gibt es wohl ein Geheimnis in der Kunst, das es lohnt, weiter zu erforschen...

2007 haben wir zum ersten Mal in Kooperation mit der Initiative Rhapsody in School einen derartigen Schulbesuch organisiert. Die Geigerin Arabella Steinbacher, damals 26 Jahre jung, kam für 2 Stunden in ein Wiener Gymnasium, spielte auf ihrer kostbaren Stradivari-Geige, beantwortete bereitwillig Fragen nach den Anfängen ihrer Karriere – und vermochte zu überzeugen.

Seit 2015/16 präsentieren wir zudem Education Projekte mit den "Rising Stars" der European Concert Hall Organisation ECHO.

Mariam Batsashvili

Viele, viele Fragen gab es an die sympathische Mariam Batsashvili bei ihrem Schulbesuch am 20. April 2017 im Polgargymnasium, 1220 Wien. Am Abend zuvor hatte sie als ECHO Rising Star ein umjubeltes Konzertdebut im Brahms-Saal gefeiert, nun stellte sich die 23-jährige Georgierin den Fragen der Schülerinnen und Schüler und konnte auch hier erreichen, was ihr in Konzerten so wichtig ist: zu BERÜHREN. 

Sie möchte in die Tiefe der Musik vordringen, nicht nur oberflächlich virtuos spielen – „das ist nur Akrobatik, Zirkus“. In der Musik geht es ihr immer um Emotion. Zum Beispiel in der Ungarischen Rhapsodie von Franz Liszt, einem ihrer Lieblingskomponisten: Da spürt man nicht nur Freude und Tänze und Lieder des fahrenden Volkes, auch seine Trauer, seine Leiden, sein Gefühl des Ausgestoßenseins. Mariam spielte den Schülerinnen und Schülern einen Teil des Stückes vor: Die Rückmeldungen der 14-Jährigen bewiesen, wie sehr ihr Spiel die Kinder erreicht hatte. 

Nach dem Schulbesuch ging es direkt zum Flughafen und zum nächsten Konzert: nach Barcelona. Viel Erfolg weiterhin, Mariam!

Horácio Ferreira und David Bekker

Am Abend des 23. Februar 2017 begeisterten sie das Konzertpublikum im bis auf den letzten Platz besetzten Brahms-Saal, am darauffolgenden Vormittag drei Schulklassen im Wiener Gymnasium Kundmanngasse : Rising Star Horácio Ferreira (Portugal) und Klavierpartner David Bekker (Ungarn) gewannen da wie dort die Herzen im Sturm. Mit einem nur wenige Jahre älteren „Star“ unmittelbar Kontakt aufnehmen und auf Augenhöhe sprechen zu können, ist für Schülerinnen und Schüler immer wieder ein besonderes Erlebnis.

Was ist das Schönste am Musikerberuf? „Zu berühren, Freude zu schenken. Wir werden von Musik berührt, wir empfinden so viel Freude dabei. Wenn wir dann sehen, das die Menschen im Publikum auch Freude empfinden, das ist einfach großartig!“

Thank you, Horácio and David, for joining us in our education projects with so much joy and enthusiasm!

Feedback der Schülerinnen und Schüler:

„Bei den Beiden merkt man, dass nicht nur Begabung sondern auch Enthusiasmus in Fülle und Hülle vorhanden sind. Dementsprechend hat man sich sofort wohl gefühlt. Für mich war diese Stunde eine Erfahrung, die ich so schnell nicht vergessen werde. Dafür möchte ich danken.“

„Nicht oft hat man die Möglichkeit einem Star so nahe zu kommen – das habe ich sehr genossen. Danke für die Ermöglichung! Horacio wirkt sehr sympathisch und offen und ist ohne Zweifel sehr talentiert. Seine „Vorstellung“ war abwechslungsreich und interessant. Danke für den Einblick in das Leben eines erfolgreichen Klarinettisten.“

 „Man hat gemerkt, dass er die Musik, die er macht auch in sich spürt und wie sie ihn bewegt. Ich fand, dass das sehr schön mitanzusehen war und würde diese Stunde definitiv weiterempfehlen.“

 

Streichquartett des Chicago Symphony Orchestra

Im Jänner 2017 kam das Chicago Symphony Orchestra mit Music Director Riccardo Muti für zwei Konzerte in den Musikverein und stand an beiden Vormittagen für Schulprojekte zur Verfügung. Am 23. Januar gab es eine „open rehearsal“ für 300 SchülerInnen, die auch in den Genuss eines gut gelaunten Maestro als Conférencier kamen. Hornist James Smelser stellte sich im Anschluss an die Probe den zahlreichen Fragen der interessierten Jugendlichen.

Am Folgetag machte sich ein Streichquartett auf den Weg zum Akademischen Gymnasium. Im eindrucksvollen Festsaal wurde den Schülerinnen und Schülern ein hochkarätiges Kammermusikprogramm mit Werken von Ravel, Mozart, Händel/ Halvorsen und Dvorak geboten. Es spielten Yuan-Qing Yu und Gina DiBello, Violine, Diane Mues, Viola, und Kenneth Olsen, Violoncello.

Alle vier beantworteten auch Fragen der Jugendlichen. “Nicht aus Höflichkeit, weil wir gerade hier sind”, meinte Ken Olsen auf die Frage, welcher der international bereisten Konzertsäle ihr liebster wäre, “aber der Goldene Saal im Musikverein ist wohl ein Favorit.” Im Anschluss gab es in der Direktion sogar Kaffee und Kuchen und einen höchst angeregten internationalen Gedankenaustausch: “That’s charming Vienna!”