Klassische Exzellenz mit markanten neuen Akzenten

Die Musikvereinssaison 2021/22

Mit einem groß angelegten, vielfältigen und facettenreichen Programm geht der Musikverein in die Saison 2021/22. Nicht weniger als 72 Abonnements werden dafür aufgelegt. Abonnements sind und bleiben das Herzstück des Konzertlebens im Musikverein. Das klare Bekenntnis dazu prägt auch das erste Saisonprogramm, das Intendant Dr. Stephan Pauly für die Gesellschaft  der Musikfreunde in Wien gestaltet hat.

Und wieder zeigt sich: Der Musikverein ist der Ort, an dem die wichtigsten Künstlerinnen und Künstler der Welt zu Hause sind. Bereichert und dramaturgisch geprägt wird dieses Saisonprogramm aber auch durch markante programmatische Themenakzente: neue Festivals, Komponistenschwerpunkte, Porträtreihen, die neuen spartenübergreifenden „Musikverein Perspektiven“ und weitere Projekte zu einer noch stärkeren gesellschaftlichen Öffnung des Hauses.

Klassische Exzellenz kennzeichnet die berühmten Abonnementreihen des Musikvereins. Zyklen wie die „Meisterinterpreten“, „Das Goldene Musikvereinsabonnement“, „Die Große Symphonie“, „Große Solisten“ und „Soirée musicale“ sind einmal mehr Treffpunkt von international führenden Interpretinnen und Interpreten, Spitzenorchestern aus aller Welt und herausragenden Ensembles. 

Gewohnt stark sind die Wiener Philharmoniker im Abonnementprogramm des Musikvereins vertreten. Eigene Zyklen spielen wieder die Wiener Symphoniker, das ORF RSO Wien, der Concentus Musicus Wien und das Orchester Wiener Akademie. Prominenz aus aller Welt und Weltklasse aus Wien findet sich selbstverständlich auch wieder in den Genres Lied und Kammermusik, neu ist hier der Zyklus „Ensembles der Wiener Philharmoniker“. Ganz wesentlich gehören auch die Abonnementreihen in den Vier Neuen Sälen zur Musikvereinssaison 2021/22: Projekte mit zeitgenössischer Musik, Auftritte junger Künstlerinnen und Künstler und der Dialog zwischen Wort und Musik geben diesen Zyklen ihr besonderes Profil.

Spezielle Porträts von Künstlerinnen und Künstlern, die ins Abonnementprogramm eingebunden sind, hat der Musikverein mit Sir András Schiff, Joana Mallwitz, Mirga Gražinytė-Tyla, Christian Gerhaher und den Berliner Philharmonikern entwickelt. Komponistenschwerpunkte gestalten Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin mit den Symphonien von Schumann und Brahms, Andris Nelsons, das Gewandhausorchester Leipzig und das Boston Symphony Orchestra mit einem Richard-Strauss-Projekt und Leif Ove Andsnes mit dem Mahler Chamber Orchestra, die sich dem Wiener Mozart der Jahre 1785/86 widmen. Ein Festival mit mehr als 20 Konzerten widmet sich unter dem Titel „Grenzgänge. Tschechische Musik“ einem weiten Panorama des tschechischen Musikschaffens – und dies in unterschiedlichsten musikalischen Formaten, von Orchesterkonzerten über Kammermusik und Lied bis hin zu Kinderprojekten und Urban Street Dance.

Ein neuer wichtiger Aspekt des Musikvereinsprogramms ist der Dialog mit anderen Kunstformen. In den Musikverein Perspektiven – neu auch im Abonnement – lädt die Gesellschaft der Musikfreunde Künstler aus anderen Sparten ein, über die Musik ins Gespräch zu kommen, gemeinsam Konzerte zu planen und sich auszutauschen über die je eigene Liebe zur Musik. Michael Haneke und Georg Baselitz sind die prominenten ersten Protagonisten dieser neuen Reihe.

Archiv, Bibliothek und Sammlungen – auch sonst wichtig im Gesamtprogramm – geben als Ideengeber für das Musikverein Festival den Ton an. Und das ganz wörtlich. „A!“ ist der Titel dieses Festivals, das sich von einem Objekt aus dem Archiv inspirieren lässt: einem Kasten mit Stimmgabeln, die 1885 auf Initiative des Musikvereins für die historisch maßgebliche Stimmtonkonferenz gesammelt wurden. Stimmung und Stimmton, Norm und Abweichung, Übereinstimmung und Regelbruch sind Themen, die dabei in Schwingung geraten und denen der Musikverein in mehr als 50 Festival-Konzerten lustvoll nachspürt. Wichtige Konzerte dazu finden sich schon jetzt in den klassischen Abonnementreihen des Hauses.

Überhaupt sind Vernetzung und Verbindung, Begegnung und Öffnung leitende Ideen des Saisonprogramms. Das neue Gesprächsformat „Auf ein Glas mit ...“ lädt nach vielen Abonnementkonzerten zu Begegnungen von Publikum mit Künstlerinnen und Künstlern ein. Im Blick auf eine noch stärkere Öffnung hat der Musikverein sein vielfältiges Programm für Kinder, Jugendliche und Familien auch mit weiteren Abonnementreihen weiterentwickelt. Und die Türen sollen auch sonst weit aufgemacht werden. Mit der Wiener Brunnenpassage startet der Musikverein eine neue, auf längere Sicht angelegte Partnerschaft. Ziel der gemeinsamen Projekte ist die gesellschaftliche Öffnung. Eine neue Sicht auf einen Grundgedanken der Gesellschaft der Musikfreunde: das Bewegende, das Berührende und Bereichernde der Kultur mit möglichst vielen Menschen zu teilen.

Monatsmagazin Musikfreunde Juli / August 2021

„Pan erwacht. Der Sommer marschiert ein.“ Gustav Mahler hatte diesen Titel im Sinn, als er den ersten Satz seiner Dritten Symphonie komponierte. Und etwas von dieser Stimmung liegt jetzt in der Luft. Glücklicherweise. Der Sommer ist da. Und ein starkes Erwachen: Erleichterung, Lockerung und große Zuversicht nach den langen Lockdowns. Seit Mitte Mai dürfen wir im Musikverein wieder Konzerte vor Publikum spielen, seit Mitte Juni gibt es weitere Öffnungen, ab Juli dürften endlich wieder Konzerte vor vollem Haus möglich sein. Wir alle freuen uns sehr darauf. Und mit großer Freude blicken wir so auch auf die kommende Saison!

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