Das große Ganze

Dank an Otto Biba

Geschichte ist nicht: festhalten. Geschichte ist: Vergangenes lebendig werden lassen, das Hier und Jetzt im weiten Zusammenhang erleben, sich an Erkenntnissen freuen, bewegt sein. Otto Biba hat so Geschichte geschrieben. Nach 48 Jahren im Musikverein scheidet er als Direktor von Archiv, Bibliothek und Sammlungen aus dem Amt.

Woher weiß man’s? Ein bekannter Wiener Musikpublizist antwortete auf die diesbezügliche Frage eines Kollegen verschmitzt: „Das schlag ich im Großen Biba nach!“ Das wissende Lächeln seines Gegenübers konnte ihm da sicher sein. Eh klar. Wer sonst sollte es wissen außer ihm, Prof. Dr. Dr. h. c. Otto Biba, Archivdirektor der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien? Schon in Zeiten, in denen noch der Große Brockhaus enzyklopädisch das Maß vorgab, konnte er sich als großes „B“ im Reich der Musik etablieren. Und so souverän waltet Biba hier mit seinem Wissen, dass man das Attribut gern auch kaiserlich kombinieren möchte: Otto der Große! Wenn’s einer weiß, dann er.

Das Internet hat rein gar nichts an dem Befund geändert. Google, Yahoo und Wikipedia – schön und gut, aber keine Suchmaschine ersetzt den Biba, kein Algorithmus bringt die Vernetzung zustande, die er leistet. Denn genau darum geht’s bei seiner Art des Wissens. Das Faktische, präzis erfasst, bleibt als Basis unerlässlich, aber dann geht’s, wissenschaftlich fundiert, um die weite Perspektive und den Kontext, in dem das Einzelne erst wieder klar und sprechend wird. Musik, wie er sie ergründet, erforscht und zur Geltung bringt, ist Teil eines großen Ganzen. In ihr schwingt die Geschichte in allen Facetten mit: Politik und Gesellschaft, Kunst, Wissenschaft und Technik, die Lebensumstände des Einzelnen wie die einer Epoche, die Ideen einer Zeit genauso wie die materiellen Gegebenheiten bis hin zum Handwerklichen im Instrumentenbau – so in etwa könnte man das Spektrum umschreiben, das in diesem Wissen zur Geltung kommt. Doch grau ist alle Theorie, erst recht, wenn man Bibas Gabe der Verlebendigung dagegenhält. Aus der Geschichte holt er, ein hinreißender Erzähler, die spannendsten Geschichten. Und aus Geschichten, die in der Musikstadt Wien schon auch einmal G’schichten, ja G’schichterln sein dürfen, baut er ein Panorama der Geschichte.

Selten hat man Historisches so lebendig erlebt wie bei ihm. Denn auch um diesen Zusammenhang geht es – um ihn vor allem: das Überlieferte als Teil des Hier und Jetzt zu spüren und im wahrsten Sinn des Wortes zu erleben. „Das Lebendig-Halten ist enorm wichtig, sonst hätte das Ganze ja keinen Sinn!“, sagt Biba und fügt in seiner unnachahmlich pointierten Art hinzu: „Aufsperren, abstauben, zusperren, das kann’s ja nicht sein! Nein, was hier bewahrt wird, das soll lebendig werden, das muss hinaus!“ Hinaus in die Öffentlichkeit, hinaus unter die Leut’ in Wien und in aller Welt. Mit Biba als Direktor waren Archiv, Bibliothek und Sammlungen der Gesellschaft der Musikfreunde international aktiv wie nie zuvor, gefragt mit Expertise und Exponaten, ja ganzen Ausstellungen von London bis New York, von Paris bis Tokio, vom weltweiten Wissensexport bei Kongressen ganz zu schweigen. Zugleich blieb das Archiv in neuer, eigener Weise spürbar als ein Herzstück des „Hauses“, wie Biba selbst in schöner Konsequenz sagt, wenn er den Musikverein meint: präsent in regelmäßigen hauseigenen Ausstellungen, hörbar gegenwärtig in der von Biba erfundenen und gestalteten Konzertreihe „Nun klingen sie wieder“ mit historischen Instrumenten aus den Sammlungen. Wieder zum Klingen kamen da auch viele Werke aus dem Archiv. Überhaupt wurden Schätze in großer Zahl auch tönend gehoben: mehr als dreihundert waren seit dem Jahr 2000 in den Konzerten der Gesellschaft der Musikfreunde.

Der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Mit seiner Gabe, Musik nicht als isoliertes Kunstphänomen, sondern im lebendigsten Zusammenhang mit allen Bereichen der Geschichte zu sehen, war Otto Biba die Idealbesetzung für die Leitung des Musikvereinsarchivs. Denn genau so waren diese Sammlungen ja von Anfang an gedacht. Man hatte begriffen, dass die „Emporbringung der Musik in allen ihren Zweigen“ nicht glücken könne ohne tiefe Verwurzelung in der Geschichte. Eine Maxime, die bis heute Früchte trägt. „Diese ganzheitliche Schau“, sagt Otto Biba, „war eine ganz tolle Idee von unseren Gründern, die man nicht genug bewundern kann. Sie hebt diese Sammlungen unter allen heraus; oft wird Ähnliches heute angestrebt, meist wird’s nicht erreicht. Aber im Musikverein war schon von der Gründung 1812 an klar, dass man alles dokumentieren solle, was mit Musik zu tun hat. Denn eines bedingt ja das andere! Ich muss, um ein einfaches Beispiel zu nennen, wissen, dass französische Truppen nach Wien gezogen sind und der Kaiserhof geflüchtet ist, damit ich Beethovens ,Les Adieux‘ verstehen kann, und so finde ich bei uns nicht bloß das Autograph des Werks, sondern passende Nachschlagwerke dazu, bildliche Darstellungen und vieles mehr. Oder nehmen wir Haydns Trompetenkonzert, von dem wir auch das Autograph haben. Haydn schrieb das Werk, weil einem Instrumentenbauer eine sensationelle Weiterentwicklung der Trompetentechnik gelang und er damit zum Komponisten gerannt kam – wir haben hier auch das historische Instrument dazu und können am Objekt erfahrbar machen, was die damals erfundene Klappentrompete an neuen Möglichkeiten gebracht hat.“ So fügt sich eins zum anderen. Diese Sammlungen – fraglos unter den „Top 5“ der Welt – sind von Beginn weg kein „Fleckerlteppich“, sondern ein unglaublich stimmiges Gefüge: das große Ganze, in unzähligen Objekten zum Greifen nah. Ein World Wide Web der Musik.

Bei dieser Ausrichtung ihres Archivs wurde der Gesellschaft der Musikfreunde schon im 19. Jahrhundert klar, dass sie keine Ärmelschoner-Typen an die Spitze stellen sollte. Mit dem Musikologen Gustav Nottebohm berief sie in den 1860er Jahren erstmals einen herausragenden Wissenschaftler auf die Archivarstelle. Es kam, fast naturgemäß, erst einmal zu Misshelligkeiten, weil sich Nottebohm nicht unbedingt noch mit dem Notensortieren fürs Gesellschaftsorchester herumschlagen wollte. Seinem Nachfolger Carl Ferdinand Pohl gelang es dann, Brillanz und Glanz der Wissenschaft dauerhaft mit dem Archiv-Direktorenposten zu verbinden. Auf Pohl, den berühmten Haydn-Forscher, folgte dann, von Brahms persönlich empfohlen, der legendäre Eusebius Mandyczewski, Komponist, Musikforscher, Professor am Konservatorium und 42 Jahre Archivar im Musikverein. Otto Biba hatte dieses Amt nun sage und schreibe 48 Jahre lang inne. Doch nicht nur die historischen Daten stellen ihn in eine Reihe mit diesen berühmten Vorgängern. Es gibt auch da den lebendigen Zusammenhang. „Ich seh jeden Tag den Pohl da reinkommen und den Mandyczewski da rausgehen“, sagt er lachend in seinem Büro, das mitten im Archiv platziert ist. „Das sind wirklich meine Kollegen, denen ich mich verpflichtet fühle. Was sie geleistet haben, war Ansporn und Maßstab für mich. Und das Interessante ist ja: Wie sie ihre Aufgabe verstanden haben, das ist zeitlos gültig.“

Gemeint ist damit einmal mehr ein Engagement, das sich bei aller notwendigen Akribie nicht ans Formalistische kettet, sondern sich frei und initiativ entfaltet. Im Sinn des vernetzten Dokumentierens und Wissens muss ein erfolgreicher Archivdirektor auch ein begabter Netzwerker sein – so wie Eusebius Mandyczewski. „Hätte Mandyczewski nur formell das Verlassenschaftsverfahren abgewartet, wäre uns der Brahms-Nachlass am Ende entgangen. Das glückte nur, weil er sich leidenschaftlich darum gekümmert hat.“ Kurzum: Der Nachlässige hätte, wenn es um Nachlässe geht, das Nachsehen. Einem Otto Biba konnte das nicht passieren. In seiner Ära wurden Archiv, Bibliothek und Sammlungen auch beständig um bedeutende Nachlässe erweitert. Am prominentesten: der „Vorlass“, um es korrekt zu sagen, Gottfried von Einems – zehntausende Dokumente, die Einem noch zu Lebzeiten dem Musikverein übergab. Bevor der umworbene Komponist die Entscheidung traf, schaute er sich genau um. Vorzugsweise klingelte er samstagvormittags an der Tür des Musikvereinsarchivs. Biba war da. Selbstverständlich. Dass er gern in Ruhe etwas abgearbeitet hätte, zählte jetzt nicht mehr. Genauso selbstverständlich. Denn nun galt es, ganz für den Componisten da zu sein: mit Competenz (um es mit einem Einem’schen „C“ zu sagen), mit Cooperationsfähigkeit, mit Charme. Das Vertrauen, das Biba schaffen konnte, war überhaupt die Voraussetzung dafür, dass dem Archiv so vieles anvertraut wurde.

"Was hier bewahrt wird, das soll lebendig werden, das muss hinaus!"

Unter Direktor Otto Biba wurden Archiv, Bibliothek und Sammlungen der Gesellschaft der Musikfreunde zu einem World Wide Web der Musik.

Mit einem Komponisten muss man anders kommunizieren (oder auch communizieren) können als mit einem Musikwissenschaftler, mit einem Dirigenten anders als mit einem Musikpublizisten, mit einer Ausstellungskuratorin anders als mit einer Radiomoderatorin, mit Kongressteilnehmern anders als mit Musikfreunden bei einer Ausstellungsführung ... Otto Biba hat eine außergewöhnliche Fähigkeit für diese Vielsprachigkeit. Eine Idealbesetzung war er auch darin: perfekt für die Vielstimmigkeit, die sich aus der selten reichen Partitur des Musikvereinsarchivs ergibt. „Die Basis“, sagt er selbst, „ist klarerweise die Wissenschaft. Aber dann muss man das auch übersetzen können.“ Um es an einem Beispiel zu erläutern: Der Notentext eines Franz Schubert lässt sich nur verstehen, wenn man die Sprache seiner Autographe kennt und die Grammatik, die Vokabeln, die Zeichen im Kontext des Ganzen lesen kann. Wie man daraus aber dann Musik macht, wie man’s klanglich umsetzt – dazu braucht es noch das Sensorium fürs Künstlerische. Biba hat es. Zitat Nikolaus Harnoncourt: „Sie sind der einzige Wissenschaftler, mit dem ich red’. Aber vielleicht sind Sie ja gar kein Wissenschaftler!?“ Wer Harnoncourt gekannt hat, weiß: Das war ein Riesenkompliment.
In solchen Geschichten spiegelt sich auch etwas von den Anfängen des Otto Biba im Archiv des Musikvereins. „Dass ich hierher gekommen bin“, erzählt er mit wienerischer Nonchalance (auch die Sprache spricht er herrlich), „das hat mit meiner Chorsingerei zu tun.“ Er war noch Student der Geschichte und der Musikwissenschaft, sang drüben, in der Singakademie, und dann natürlich im Chor der Piaristenkirche, der er als gebürtiger Josefstädter besonders verbunden ist. Eine Festmesse stand an. Haydns Missa brevis in F-Dur empfahl sich dafür, aber am besten, wusste der junge Otto Biba, in einer späteren Version, in der Haydn noch extra Trompetenglanz hinzugefügt hatte. Diese Bläserfassung war nach damaligem Wissen nur im Musikvereinsarchiv überliefert. Also machte sich Biba auf, um die Stimmen im Studiensaal des Archivs Note für Note abzuschreiben. Bald kam er auch mit anderen Anliegen. Als „Werkstudent“, wie es damals hieß, musste er sich das Geld fürs Studium selbst verdienen. „Ich bin nicht zur Post gegangen, obwohl die besser gezahlt hätte, sondern wollte immer etwas Fachliches machen.“ So wurde er zum gern und oft beschäftigten Assistenten von Wissenschaftlern und Ausstellungsmachern, die Spezielles aus Wien suchten. Dafür war er dann bald Spezialist: Fachmann fürs Spezielle, das er vor allem im Musikvereinsarchiv ausfindig machte. Zugleich begann Biba selbst fleißig zu publizieren, wissenschaftliche Aufsätze genauso wie Editionen musikalischer Werke. Dass die damalige Archivleiterin Hedwig Mitringer dann eines Tages zum Telefon griff und den auffälligen Benützer zu Hause anrief, konnte da nicht wirklich überraschen. „Ein zweiter Posten“ sei geschaffen worden, ob er Interesse habe ...? Und ob! 1973 trat Otto Biba als wissenschaftlicher Mitarbeiter ins Archiv ein, der potenzielle und dann auch designierte Nachfolger von Dr. Hedwig Mitringer war er von Beginn an. „Ja“, sagt Biba heute lachend über seinen Musikvereinsstart im Alter von 27, „da wachsen einem schnell die Füße, damit man in die großen Schuhe seiner Vorgänger hineinpasst.“ Hedwig Mitringer war tatsächlich die einzige Angestellte im Archiv, als Otto Biba hinzukam. Unter seiner Leitung konnte das Archiv personell schön aufgestockt werden – wobei es nie zu viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer solchen Weltinstitution geben kann; 1999 bis Ende 2019 war dann Prof. Dr. Ingrid Fuchs als stellvertretende Archivdirektorin an seiner Seite mit dafür verantwortlich, dass die Alltagsaufgaben in der vielgefragten Servicestation umfassend bewältigt werden konnten und noch Raum blieb, Archiv, Bibliothek und Sammlungen auch auf dem internationalen Parkett der Wissenschaft glänzend zu präsentieren. Zugleich gab es jede Menge Highlights im Haus: 2012 etwa einen von Biba und Fuchs veranstalteten Kongress zum 200-Jahr-Jubiläum der Gesellschaft der Musikfreunde, dokumentiert in einem stattlichen Sammelband, dazu eine Ausstellung zum selben Anlass, ebenfalls begleitet von einer Buchpublikation. Vor wenigen Jahren stießen noch zwei junge Wissenschaftlerinnen zum Archiv-Team. Sie arbeiten, finanziert aus einem Sonderfonds, an einem ambitionierten Katalogisierungsprojekt. Die Bestände, zunächst einmal die der Notendrucke, sollen digitalisiert werden – dies nach Regeln, die im Anspruch an die eingearbeiteten Informationen klar über die gängigen internationalen Formate hinausgehen. Den Sprung quasi vom 19. Jahrhundert direkt ins 21. vollzog das Archiv auch baulich und technisch. Thomas Angyan, der damalige Intendant des Musikvereins, machte Anfang der 1990er Jahre einen großen Umbau der Archivräumlichkeiten möglich, und er öffnete dann, mit dem Bau der Vier Neuen Säle, auch die Kapazitäten zur Einrichtung eines Tiefenspeichers, in dem nun die kostbarsten Objekte nach höchsten Sicherheits- und Klimastandards aufbewahrt werden. Das Archiv, traditionell unterm Dach des Musikvereinsgebäudes angesiedelt, erhielt so sein Pendant bei den Grundfesten des Hauses. Auch symbolisch ein schöner Akt: Diese Sammlungen umschließen den ganzen Musikverein, sie sind Oberbau wie Fundament.

Ja, „das Haus“! Um nochmals eine Geschichte von ihm zu erzählen, begeben wir uns scheinbar weit weg davon, irgendwohin in einen kleinen Ort im Bayrischen. In der Dorfkirche findet die Trauerfeier für eine alte Dame statt. Die Verstorbene war alleinstehend, hatte wenig Kontakt. Aber im „Haus“, im Musikverein, kannte man sie wohl, denn sie war die letzte Nachfahrin einer mit Johannes Brahms eng befreundeten Familie. Als studierte Musikwissenschaftlerin kam sie selbst immer wieder ins Archiv, still und zurückgezogen. „Nach Brahms-Briefen im Familienbesitz durfte man sie nicht fragen“, erinnert sich Otto Biba, „das war tabu. Aber eines Tages erkundigte sie sich scheinbar nebenbei, wie denn das so sei mit Nachlässen ...“ Sie starb. Der Musikverein erhielt eine Traueranzeige. Otto Biba und Ingrid Fuchs machten sich auf den Weg zur Beerdigung ins besagte bayrische Dorf. Die nächste Szene – filmreif! „Als wir zur Kirche kamen, waren schon drei Bibliothekare dort. Und zwei Antiquare“, erzählt Biba. „Da galt es, Flagge zu zeigen. Wir setzten uns in die erste Reihe, wir waren die Ersten auf dem Gang zum Friedhof, wir führten den Zug an, der zum Umtrunk ins Wirtshaus führte.“ Als dann die Frage aufkam, ob jemand etwas über die Verfügungen der Verstorbenen wisse, ging Biba auch hier beherzt voran. Er sei überzeugt, dass die Gesellschaft der Musikfreunde im Testament stehen müsse. Beweise konnte er nicht vorlegen. Aber sein starkes Credo ließ den beauftragten Anwalt lange suchen. Schließlich wurde es gefunden, hinter einer Lade verrutscht ins Innere des Schreibtischs: das Testament! Und siehe da: Es war genau so. Der Nachlass mit hochbedeutenden Autographen von Brahms, Schumann, Mendelssohn, dazu singuläre Fotos, war für den Musikverein bestimmt. „Wohin sonst hätte es kommen sollen, wenn nicht zu uns, ins Haus?“ Dass dieser Satz so überzeugend ausstrahlen konnte, ist ein Verdienst von Otto Biba.

Jetzt ist es am „Haus“, ihm zu danken. Alle schließen sich von Herzen an, die für dieses Haus tätig sein dürfen. Und alle, die diesem Haus aus vielen Teilen der Welt verbunden sind! Dass Otto Biba dort nach 48 Jahren seinen Schreibtisch räumt, hat so viel nicht zu bedeuten. Er bleibt aktiv in der Musikstadt Wien, er bleibt präsent in der musikalischen Welt. Tröstlich auch für all die Wissbegierigen, die ohne den „Großen Biba“ nicht auskommen können. Denn daran wird sich nichts ändern: Wenn’s einer weiß, dann er! – Chapeau! Wir ziehen den Hut und wünschen ihm das Beste für seinen Unruhestand.

Joachim Reiber
Dr. Joachim Reiber ist Chefredakteur der Zeitschrift „Musikfreunde“ und Programmheftredakteur der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.

Monatsmagazin Musikfreunde Juli / August 2021

„Pan erwacht. Der Sommer marschiert ein.“ Gustav Mahler hatte diesen Titel im Sinn, als er den ersten Satz seiner Dritten Symphonie komponierte. Und etwas von dieser Stimmung liegt jetzt in der Luft. Glücklicherweise. Der Sommer ist da. Und ein starkes Erwachen: Erleichterung, Lockerung und große Zuversicht nach den langen Lockdowns. Seit Mitte Mai dürfen wir im Musikverein wieder Konzerte vor Publikum spielen, seit Mitte Juni gibt es weitere Öffnungen, ab Juli dürften endlich wieder Konzerte vor vollem Haus möglich sein. Wir alle freuen uns sehr darauf. Und mit großer Freude blicken wir so auch auf die kommende Saison!

Magazin als PDF