Editorial

Liebe Musikfreundinnen und Musikfreunde,

offene Räume erwarten Sie, wenn Sie in den Musikverein kommen – und das ganz besonders am 6. November, wenn das „Claudio Abbado Konzert“, Herzstück des Festivals Wien Modern, auch programmatisch mit offenen Räumen beginnt: mit „Open Spaces II“, einem Werk von Georg Friedrich Haas. Die offenen Räume sind hier ganz wörtlich zu verstehen. Das Konzert beginnt im Foyer und in der ehemaligen Kutscheneinfahrt des Musikvereinsgebäudes und lädt dazu ein, sich erst einmal frei im Haus durch „transparente Klangräume“ zu bewegen, bevor dann im Großen Musikvereinssaal das nächste Werk gespielt wird: ein Stück von Mark Andre, der in dieser Saison als „Komponist im Fokus“ eine zentrale Rolle im Programm des Musikvereins spielen wird.

Offene Räume: ein schönes Bild für das, worum es uns im Musikverein ganz wesentlich geht. Die Offenheit, wie sie der Musik schon ihrem Wesen nach eingeschrieben ist, wollen wir auch im lebendigen Austausch mit anderen pflegen. Wien Modern ist uns dabei ein wichtiger Partner. Claudio Abbado regte seinerzeit zur Gründung des Festivals an. 1988 fand das erste Wien-Modern-Konzert statt: im Musikverein, mit Claudio Abbado am Pult. Pierre Boulez trat mit seinem Ensemble Intercontemporain im Brahms-Saal auf. András Schiff, das Artis-Quartett und Martin Haselböck waren ebenfalls im Musikverein dabei, als Abbados innovatives Projekt seine Premiere feierte. Mehr als drei Jahrzehnte später ist Wien Modern wieder mit sechs Veranstaltungen im Musikverein vertreten – ein Zeichen dafür, wie viel uns die Zusammenarbeit mit diesem Festival bedeutet.

Wir sind dabei nicht nur Gastgeber, sondern – darüber freue ich mich besonders – Dialog- und Kooperationspartner. Einen Einblick in den produktiven Austausch mit Wien Modern und seinem Künstlerischen Leiter Bernhard Günther gibt Ihnen diese Ausgabe der „Musikfreunde“. Und was aus diesem Miteinander entstehen kann, können Sie in unseren November-Konzerten intensiv erleben: vor allem bei den „Musikverein Perspektiven“, die wir mit dem Maler Georg Baselitz kuratiert haben. Hier ist dann auch die Albertina ein weiterer Kooperationspartner. Eine der Veranstaltungen, bei der bildende Kunst und Musik vielfältig aufeinander reagieren und miteinander agieren, findet in der Pfeilerhalle der Albertina statt.

So ist viel Bewegung im Musikverein. Ganz konkret, wenn wir dazu anregen, für eine Musikvereinsveranstaltung auch einmal den Ort zu wechseln. Und dann auch im übertragenen Sinn: Fast jedes unserer Konzerte steht nicht nur für sich. Es bewegt sich, es geht auf andere zu und findet sich mit anderen zu größeren Kontexten zusammen. Im November-Programm des Musikvereins finden Sie daher gleich mehrere Konzerte zum Komponistenschwerpunkt „Mark Andre“ und glanzvolle Abende, die Teil unserer Porträtreihen sind: Auftritte unserer Porträt­künstlerinnen und -künstler Isabelle Faust, Elim Chan, Lorenzo Viotti und Jewgenij Kissin. Die Räume sind offen. Treten Sie ein – wir freuen uns auf Sie!

Dr. Stephan Pauly

Intendant der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien

Monatsmagazin Musikfreunde November 2022

Offene Räume erwarten Sie, wenn Sie in den Musikverein kommen – und das ganz besonders am 6. November, wenn das „Claudio Abbado Konzert“, Herzstück des Festivals Wien Modern, auch programmatisch mit offenen Räumen beginnt: mit „Open Spaces II“, einem Werk von Georg Friedrich Haas. Die offenen Räume sind hier ganz wörtlich zu verstehen. Das Konzert beginnt im Foyer und in der ehemaligen Kutscheneinfahrt des Musikvereinsgebäudes und lädt dazu ein, sich erst einmal frei im Haus durch „transparente Klangräume“ zu bewegen, bevor dann im Großen Musikvereinssaal das nächste Werk gespielt wird: ein Stück von Mark Andre, der in dieser Saison als „Komponist im Fokus“ eine zentrale Rolle im Programm des Musikvereins spielen wird.

Magazin als PDF