Fr 10. März 2017

19:30 Brahms-Saal, Musikverein

Robert Holl • Oleg Maisenberg

Franz Schubert

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Bemerkungen

Keine Pause.

 

Denken aus dem Singen

Ein Hinweis auf Roland Barthes

Der Frühling bringt Wien Liederabende die Fülle – und das Lied wird sich wieder zeigen als filigranstes, intimstes musikalisches Sensorium. Grund genug, einmal zu reflektieren über „Die Musik, die Stimme, die Sprache.“ So nämlich überschreibt der französischen Kulturphilosoph Roland Barthes (1915–1980) einen seiner Texte aus den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts, die er unter dem Titel „Der Körper der Musik“ zusammenfasst. 

Es gibt bei modernen französischen Denkern wie Jacques Lacan, dem Psychoanalytiker, oder Jacques Derrida, dem Strukturalisten, mehr oder minder unausgesprochen eine „Philosophie der Stimme“; und von ihr geht Roland Barthes aus mit seinem Versuch, diese unsere menschliche  Stimme – im heutigen Kulturbetrieb vielfach zur Ware geworden und gleichsam „entkörpert“ – im Blick auf Musik neu zu orten. Dabei erlebt man zur enormen Überraschung, dass die Stimme Medium, ja Denkwerkzeug einer aufgeklärten europäischen Intellektualität geworden ist bis zur „Theorie der Stimme“ des Slowenen Mladen Dolar. Langsam kam dieses exzeptionelle Gedankengut durch deutsche Übersetzung zu uns und wird im deutschen philosophischen Denken eigenständig – zumal den Gesang betreffend: Wolfram Hogrebes brillantes Buch „Riskante Lebensnähe“ wie Marie Theres Fögens Schrift „Das Lied vom Gesetz“ öffnen nunmehr den „poetischen Erkenntnisweg“, mit dem Roland Barthes bereits experimentierte.

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