So 16. Oktober 2022

15:00 Brahms-Saal, Musikverein

Peter und der Wolf

Allegretto

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Bemerkungen

An Stelle von Herbert Krabatsch und Peter Dorfmayr nehmen Lukas Grubinger (Fagott) und Michael Stückler (Horn) an der Veranstaltung teil.

 

Weitere Aufführungstermine

SA, 15. Oktober 2022 11:00

SA, 15. Oktober 2022 15:00

SO, 16. Oktober 2022 11:00

 

Musik im Umbruch

Über die schrecklichen Dinge, die den Menschen widerfahren

Mit dem Festival „Musik im Umbruch“ richtet der Musikverein im Oktober den Fokus auf russische Komponisten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Wie schlägt sich in ihren Werken das Leben in der Diktatur nieder? Welche Anstrengungen waren nötig, welche möglich, um die Repressalien des Staates zu ertragen? Diese und viele weitere Fragen werden mit diesem Programmschwerpunkt aufgeworfen.

Plötzlich ist russische Musik, überhaupt russische Kunst politisch wieder aufgeladen. Im Entsetzen über den russischen Angriffskrieg steht mancherorts sogar zur Diskussion, ob russische Komponisten post mortem mit Aufführungsverbot ihrer Werke belegt werden sollen – einfach deshalb, weil sie Russen waren und ihre Musik die Gefühle der von Russen angegriffenen ukrainischen Menschen verletzen können. Eine paradoxe Situation: Denn viele der russischen Komponisten – zumal jene, die zur Zeit der Sowjetunion lebten –, mussten Repressionen und Verfolgungen durch ein totalitäres Regime ertragen, erdulden und erleiden.
Ausgehend vom allmächtigen Generalsekretär des ZK der KPdSU, Stalin, der keinen Gesellschaftsbereich unüberwacht ließ, wurde über viele Menschen des öffentlichen Lebens Kontrolle ausgeübt. Wie schon vor dem Zweiten Weltkrieg setzten auch danach wieder „Säuberungswellen“ durch den Staatsmacht-Apparat ein. Künstler mussten erneut um den Verlust ihrer Freiheit und sogar um ihr Leben fürchten. Der berüchtigte Andrej Schdanow, Mitglied des Politbüros, bezeichnete im Zuge der von ihm federführend ausgerichteten, repressiven Kulturpolitik Schriftsteller wie Anna Achmatowa und Boris Pasternak, Regisseure wie Sergej Eisenstein und Komponisten wie Prokofjew und Schostakowitsch als „Speichellecker des Westens“. Unter den Vorzeichen des Ukraine-Krieges gewinnen ihre Schicksale, aber auch die Schicksale von Dichtern wie Pasternak oder Film- und Theaterleuten wie Jakow Protasanow und Nataljia Saz an erschreckender Aktualität.

Selbst das musikalische Kindermärchen „Peter und der Wolf“ von Sergej Prokofjew, das am Beginn des Festivals „Musik im Umbruch“ steht, bietet unter der unverdächtigen inhaltlichen und kompositorischen Ebene politische Anknüpfungspunkte. Den Auftrag zu diesem Werk erhielt Prokofjew von der Leiterin des Moskauer Theaters für Kinder, Natalija Saz, die bei der Uraufführung von „Peter und der Wolf“ 1936 die Sprecherin jenes Textes war, den Prokofjew zum Teil gemeinsam mit ihr geschaffen hatte. Nur ein Jahr später wurde Natalija Saz nach einem Besuch des damaligen US-Botschafters in ihrem Theater vom KGB wegen Spionage verdächtigt, festgenommen und in ein sibirisches Straflager deportiert. Erst nach Stalins Tod 1953 wurde sie rehabilitiert. Prokofjew selbst hatte – nachdem er Russland 1918 verlassen hatte – im Westen eine schöne Karriere und etablierte sich in Paris als einer der führenden Komponisten, auf gleicher Höhe wie sein Landsmann Igor Strawinsky. Aber im Gegensatz zu Strawinsky und Rachmaninow, die Russland im Revolutionsjahr 1917 den Rücken gekehrt hatten und nach Erfolgen in Westeuropa in den USA Fuß fassen konnten, trieb Prokofjew das Heimweh 1936 zurück ins Heimatland. Hier geriet er nun ins Visier der Staatsmacht und sah sich ständigen Vorwürfen des „Formalismus“ und „westlicher Dekadenz“ ausgesetzt. Mehrmals wurden Werke von ihm mit Aufführungsverbot belegt.

Die ständigen Gängelungen durch die Kulturpolitik ertrug er, indem er sich auf sein Schaffen konzentrierte. Aus einer seiner Filmmusiken, jener zu Eisensteins „Alexander Newskij“, ging Prokofjews gleichnamige Kantate hervor, die so wie der Film den Kampf der russischen Völker unter der Führung des Fürsten Newskij im 13. Jahrhundert gegen die Eindringlinge der Ritter vom Deutschen Orden schildert. An dieser Kantate, sie ist mit dem hr-Sinfonieorchester unter seinem Chefdirigenten Alain Altinoglu zu hören, lässt sich ablesen, wie die Kunst zum Spielball der Politik wurde. Die 1939 in Moskau uraufgeführte Kantate wurde sofort nach dem zwischen Hitler und Stalin abgeschlossenen deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt mit einem Aufführungsverbot belegt, da der Inhalt nicht zur neuen Bündnisstrategie passte. 1941 aber, nach Deutschlands Überfall auf die Sowjetunion, war die Kantate mit einem Mal ein ideales Propagandawerk und wurde mehrmals wiederaufgeführt.

Während des Krieges konnte die Sowjetunion auch Dmitrij Schostakowitsch gut zu Propagandazwecken gebrauchen. Noch vor Ausbruch des Krieges waren die Machthaber von Schostakowitschs Fünfter Symphonie positiv gestimmt worden, nachdem der Komponist Jahre zuvor für seine aufbegehrende Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ mit einem vernichtenden Artikel in der Prawda unter dem Titel „Chaos statt Musik“ abgestraft und in der Folge mit Aufführungsverboten belegt und Jahre hindurch observiert worden war. Nach der Fünften Symphonie feierte Schostakowitsch 1940 einen weiteren Triumph mit der Aufführung seines Klavierquintetts. Der Komponist erhielt dafür sogar den Stalin-Preis. Das Artis-Quartett interpretiert dieses Werk mit der russischen, seit 1992 in Hamburg lebenden Pianistin und Malerin Elisaveta Blumina.

In diesem Konzert ruft das Artis-Quartett auch den polnischen Komponisten und Pianisten Mieczysław (Moishe) Weinberg mit seinem Fünften Streichquartett in Erinnerung. An der Vita des 1919 in Warschau geborenen Sohnes eines aus Russland geflohenen jüdischen Musikers zeigen sich die furchtbaren politischen Ereignisse im Europa der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf besonders erschütternde Art und Weise. Zweimal flüchtete Weinberg vor den Nationalsozialisten, 1939 nach Minsk, zwei Jahre später nach Taschkent. Seine in Warschau zurückgebliebenen Eltern und Schwester wurden 1943 im nationalsozialistischen Arbeitslager von Trawniki ermordet. Schostakowitsch schaffte es, für Weinberg eine Zuzugsgenehmigung nach Moskau zu beschaffen. Doch als nach dem Zweiten Weltkrieg in der totalitären Sowjetunion erneut die Verfolgung jüdischer Staatsangehöriger aufgenommen wurde, geriet auch Weinberg zunehmend ins Visier des Geheimdienstes. Er sah sich zudem einer äußerst kritischen, ablehnenden Beurteilung seiner Musik durch Stalins Kulturschergen ausgesetzt. Der Komponist lebte jahrelang in Angst und Schrecken, wurde 1953 verhaftet und mit einer Kerkerstrafe belegt. Eineinhalb Monate nach dem Tod Stalins kam Weinberg aus dem berüchtigten Lubjanka-Gefängnis des KGB-Hauptquartiers frei.

In einem musikalisch-literarischen Programm kommt im Festival auch russische Literatur zu Wort. Maria Köstlinger und Juergen Maurer lesen Ausschnitte aus Boris Pasternaks Opus summum „Doktor Schiwago“, in dem der in Moskau geborene Sohn eines jüdischen Künstlerehepaares genau jenes Zeitalter, das nun bei „Musik im Umbruch“ umrissen wird, beschreibt: von der vorrevolutionären Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts über den Niedergang des Zarenreiches und die Umwälzungen in der Sowjetunion bis zum „Großen Vaterländischen Krieg“. Die berührende Geschichte über einen Intellektuellen, dessen christliche und humanistische Überzeugungen in Widerspruch zur kommunistischen Wirklichkeit geraten, durfte in der Sowjetunion nicht veröffentlich werden. Im Westen hingegen wurde sie zum Bestseller. Den Nobelpreis, der ihm 1958 zugesprochen wurde, musste Pasternak auf Druck der sowjetischen Führung ablehnen. Er wurde zudem mit dem Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der UdSSR und mit einem hetzerischen Artikel unter dem Titel „Reaktionärer Propagandalärm um literarisches Unkraut“ bestraft und starb nur zwei Jahre später als weltberühmter, aber in seiner russischen Heimat verfemter Dichter.

In eine ganz ferne, utopische Zukunft führt der Abschluss des Festivals. Der 1924 in der revolutionären Aufbruchsstimmung produzierte Stummfilm „Aelita – Der Flug zum Mars“ des Moskauer Regisseurs Jakow Protasanow basiert auf einer Novelle von Alexei Tolstoi und stellt eine Pionierleistung für das Science-Fiction-Genre dar. Protasanows Film förderte die Entwicklung futuristischer Kunstwerke, ob in der bildenden Kunst, der Filmkunst, der Literatur oder der Musik, maßgeblich. Der in der Fantasie der Hauptfigur stattfindende Sklavenaufstand auf dem roten Planeten wird mit Szenen aus der revolutionären Wirklichkeit der Erde vermischt. Auch das völlig neuartige Dekor im Stil des deutschen Expressionismus beeinflusste spätere internationale Filmproduktionen. In die Doktrin der sowjetischen Ideologie passte der Film freilich nicht, und so war er bis über die Zeit des Kalten Krieges hinaus auf russischem Territorium nicht mehr zu sehen. Bei „Musik im Umbruch“ wird der Stummfilm mit Livemusik des zeitgenössischen Moskauer Komponisten Dmitri Kourliandski gezeigt. Visionäre Utopie vor hundert Jahren verbindet sich mit Klängen der Gegenwart.

Rainer Lepuschitz
Rainer Lepuschitz lebt in Graz und publiziert Texte über Musik u. a. für die Camerata Salzburg, das Grafenegg Festival, die Wiener Symphoniker, die Elbphilharmonie Hamburg, das Musiktheater Linz und den Bachchor Salzburg.

MUSIK IM UMBRUCH

Die politischen und gesellschaftlichen Ereignisse in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts brachten für viele russische Komponisten schicksalhafte Auswirkungen mit sich, die sich im jeweiligen Œuvre höchst unterschiedlich spiegeln. Das Festival „Musik im Umbruch“ rückt die russische Musik in dieser Zeit ins Zentrum – im breiten Spektrum vom Orchesterkonzert bis zum Klavierabend und vom Stummfilm mit Livemusik bis zum Education-Programm.

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