Mo 23. Jänner 2023

19:30 Großer Saal, Musikverein

Daniil Trifonov

Tschaikowskij • Schumann • Mozart

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Der Unumstrittene

Daniil Trifonov

Kein Name besitzt derzeit mehr Klang im Klavierhimmel: Der erst 31-jährige Daniil Trifonov gilt manchen als der Pianist überhaupt. Zumindest, was die spätromantischen Geschichten angeht. Derweil ist er längst auch in anderen Epochen unterwegs. Ein Glück – zeigt Autor Tobias Stosiek –, das auch in Wien zu erleben sein wird.

Es gibt da dieses eine Video auf YouTube, das mich wieder und wieder und wieder kriegt. Geht schon seit Jahren so. Die Aufnahme stammt vom Verbier Festival und ist inzwischen fast ein Jahrzehnt alt. Das Video setzt ein im Moment des Schlussapplauses. Jubel. An der Rampe: Daniil Trifonov. Verbeugt sich. Hinter ihm das Orchester. Links vorne der Konzertmeister, der sich so enthusiastisch aufs Knie haut, dass sein ganzer Oberkörper mitwill. Und dann geht’s ganz schnell: Der Applaus verstummt, Trifonov sinkt auf den Klavierhocker, die Hände gleiten in die Tasten und es wird: flummibunt. Und leicht. Trifonov spielt die Gavotte aus Bachs Violinpartita in der spätromantisch und leicht jazzy schimmernden Klavierbearbeitung von Rachmaninow. Lässt sie tanzen wie ein zu Boden schwebendes, herbstfarbenes Ahornblatt: feingliedrig und durchscheinend, und nicht lang in der Luft. Nach drei Minuten ist Schluss. Ein Wimpernschlag völliger Versonnenheit. Ich kenne nichts Schöneres.

Daniil Trifonov ist der wahrscheinlich unumstrittenste unter allen Pianistinnen und Pianisten. Okay, das ist nicht der aufregendste Superlativ, aber der, der die vielen anderen, die man ihm sonst so hinterherruft, am besten bündelt. Von einem „Wunderpianisten“ ist bei ihm oft die Rede, einem „stillen Superstar am Klavier“; auch von einem „Hochvirtuosen“, ganz so, als wäre er die reine Verkörperung dieser Eigenschaft. Sicher ist: Auf Trifonov können sich einfach alle einigen. – Auch das trennt ihn von dem Klavierkollegen, mit dem er so oft verglichen wird: Igor Levit. Die Gründe für diesen Vergleich liegen auf der Hand. Sie stammen beide aus derselben Stadt: Nischni Nowgorod, der Wolgametropole ein paar hundert Kilometer östlich von Moskau. Sie sind ähnlich alt: Levit wurde 1987 geboren, Trifonov 1991. Sie gelten als die zwei pianistischen Leuchtraketen ihrer Generation. Und – und das macht den Vergleich natürlich erst recht attraktiv – mit Blick auf so ziemlich alles andere sind sie komplett verschieden.

Während Levit medial offensiv an die Öffentlichkeit geht, hat man bei Trifonov eher das Gefühl, er flieht vor ihr. In Interviews wirkt er oft kauzig, wach, aber auch einen Ticken verhuscht. Das Haar wie einen Vorhang im Gesicht, den Blick immer ein wenig gesenkt, wie auf dem Sprung abzutauchen. An die nerdige Ernsthaftigkeit der Whistleblower-Ikone Edward Snowden mag man da denken. Aber eher nicht an den witzelnden Pathetiker Levit – der auch am Klavier ein ganz anderes Bild abgibt als Trifonov. Da sind auf der einen Seite Levits so durch- und manchmal ins Extremistische gedachte, blitzende Interpretationen, die er wie einen fertigen Plan vor der Hörerin, dem Hörer aufrollt – und da ist auf der anderen Seite Trifonov, der es wie niemand sonst schafft, dem, was er tut, den Anschein absoluter Spontaneität zu geben. Ja mehr noch: Absichtslosigkeit. Was er macht, macht er nicht.

Da ist es schon ironisch, dass Trifonov es selbst so mit Plänen hat. Ursprünglich wollte er Landvermesser werden: Geodät. Der kleine Daniil hatte ein ausgemachtes Faible für Karten aller Arten. All die Städte, die er heute als Konzertpianist bereist, so hat er es einmal erzählt, kannte er bereits als Achtjähriger – zumindest auf dem Papier. Wenn er heute in eine neue Stadt komme, dann gucke er im Hotelzimmer einmal auf den Plan, dann lege er ihn weg und lasse sich treiben. Vielleicht beschreibt das auch ganz gut, wie sich Trifonov dem Klavier nähert. Mit Plan, klar – aber zugleich auch mit der Freiheit (und der spieltechnischen Souveränität!), dem Augenblicksreiz nachzugeben, seiner Intuition zu folgen.

Das Erstaunlichste an Trifonov sei, dass er „aus dem Inneren heraus“ spiele, sagte der begnadete Kammermusiker Menahem Pressler über den sechzig Jahre jüngeren Kollegen. Und Martha Argerich gestand schlichtweg, so etwas wie Trifonov habe sie „noch nie gehört“. Erkannt wurde dieses unerhörte Talent erst an der legendären Gnessin-Musikschule in Moskau. Später am Cleveland Institute of Music. Und schließlich bei den drei wichtigsten Wettbewerben, die die Klavierwelt zu bieten hat. 2010 ein dritter Platz beim Chopin-Wettbewerb, 2011 dann zweimal der erste – sowohl beim Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv als auch beim Tschaikowskij-Wettbewerb in Moskau. Mit mehr Ansage können Klavierkarrieren nicht starten.

Großer Förderer damals übrigens: Valery Gergiev. Für Trifonov lange Zeit ein wichtiger musikalischer Partner. Genauer gesagt bis zum 24. Februar 2022. Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine ist auch diese künstlerische Liaison passé. Trifonov hat sich zwar nicht so engagiert zu Wort gemeldet wie z. B. Jewgenij Kissin, allerdings hat er den Krieg auf Instagram sofort als solchen benannt. Und hat sich – seit Jahren in New York lebend – auch davor nie vom russischen Regime vereinnahmen lassen. Tatsächlich steht Trifonov für eine Trennung von Kunst und Politik. Sein Bekenntnis zur Musik seines Heimatlandes ist jedenfalls ungebrochen. Zumal die Spätromantiker sind Trumpf. Fast alles von Rachmaninow hat er aufgenommen. Dazu die „Silver Ager“, Avantgardisten zwischen ausklingender Spätromantik und russischer Moderne: Strawinsky, Prokofjew und Skrjabin.

Insofern sind mindestens zwei Namen auf dem Programm seines Wiener Gastspiels keine große Überraschung: Vollblutromantiker Tschaikowskij mit seinem „Kinderalbum“ und eben Skrjabin. Letzterer, der nervös-überspannte Rachmaninow-Antipode, war lange Zeit Trifonovs Lieblingskomponist. Seiner Musik wegen habe er das Klavier überhaupt erst ernst genommen, sagt er. Liegt vielleicht auch daran, dass diese Musik selbst ernst macht mit den Fähigkeiten, die Trifonov wie kaum ein anderer anzubieten hat: Virtuosität, Klangfantasie, Impulsivität und teuflische Reaktionsschnelle. „Aus dem Inneren heraus“ – da hat Menahem Pressler ganz recht. Irgendwie verbinden Trifonovs schlank-gestreckte Finger den Flügel direkt mit seinem zentralen Nervensystem, so unmittelbar scheint sich das eine ins andere zu übersetzen. Eine so stabile wie fragile Verbindung. Denn Trifonov drückt keine Tasten, er streichelt die Tastatur. Wie ein Tanz sieht das aus. Und hört sich auch so an. Weich und federnd. Zumal im Piano. Ein bisschen Horowitz-like. Also – je nach Bedarf halt. Am Klavier ist Trifonov schließlich ein Mann der tausend Tonfälle.

Spannend dürfte sein, welchen er für Mozarts c-Moll-Fantasie findet, die in Wien ebenfalls auf dem Programm steht. Er, der in der Spätromantik seine pianistischen Wurzeln erkennt. Allerdings hat Trifonov in den letzten Jahren sein Repertoire erweitert, in Richtung 20. Jahrhundert – aber auch in die Gegenrichtung, hin zu (Vor-)Klassik und Barock. Das jüngste Soloalbum versammelt Musik der Bach-Familie. Ein sehr subjektiver Angang. Nicht wahnsinnig stilecht. Aber echt bezaubernd: wach und filigran. Und unheimlich erzählerisch. Da wirkt die Agogik nie aufgesetzt, pseudoromantisch. Gilt vor allem für die angeblich so sperrige Kunst der Fuge. Nie klang sie nachdenklicher und lebendiger als bei Trifonov. Insofern: Auf seinen Mozart darf man nicht nur gespannt sein, man kann sich getrost auf ihn freuen. Trifonov ist nicht umsonst der unumstrittenste aller Pianistinnen und Pianisten.

Tobias Stosiek
Tobias Stosiek ist Kulturjournalist beim Bayerischen Rundfunk.

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