Sa 14. Jänner 2023

19:30 Großer Saal, Musikverein

Wiener Symphoniker

Constanidos Carydis | Nielsen • Tschaikowskij • Sibelius

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Bemerkungen

An Stelle des ursprünglich geplanten Werkes von Carl Orff (Tanzende Faune) wird von Carl Nielsen „Pan und Syrinx’ aufgeführt.

 

Tanzende Faune, Pan und Syrinx

Ein Programm, dirigiert von Constantinos Carydis

Rund um Tschaikowskij ranken sich hier Werke, die mythologisch von Lust, ja Lüsternheit und Musik erzählen, von Faunen, Pan und Syrinx. Constantinos Carydis dirigiert dieses beziehungsreiche Programm mit Raritäten von Jean Sibelius und Carl Nielsen. Und ist es nicht so, dass auch hier alle Wege nach Rom führen?

Rom ist immer für Überraschungen gut – sogar noch in der Archäologie. Im November 2007 zum Beispiel gelang dort ein solcher Sensationsfund, 16 Meter unter der Oberfläche des Palatin. Das ist jener Hügel zwischen Kolosseum und Circus Maximus, der als das älteste Siedlungsgebiet der Stadt gilt und deshalb auch eng mit deren Gründungsmythos verwoben ist. Kein Wunder also, dass der Palatin zum vornehmsten Wohnviertel wurde und seit dem Bau der Domus Augusti, dem prunkvollen Wohnhaus des ersten römischen Kaisers Augustus, auch seinen Nachfolgern als immer wieder umgebaute und erweiterte Residenz gedient hat: Der Begriff Palast (palazzo, palais, palace) leitet sich überhaupt von diesem Ort ab.  Aber was wurde dort bei Sanierungsarbeiten an den alten Mauern entdeckt? Eine Höhle, ein Heiligtum, geschmückt mit Marmor, Muscheln und Mosaiken. War es das legendäre Lupercal, jene Höhle also, in der die Wölfin die ausgesetzten Zwillinge Romulus und Remus gesäugt haben soll? Oder zumindest jener Ort, den die Römer als Schauplatz dieser Vorgänge verehrten?

Bei der Gründung der Stadt am Ort ihrer Rettung seien die als Hirten aufgewachsenen Brüder in Zwist geraten, der unterlegene Remus habe die Mauer seines Bruders geschändet und Romulus ihn deshalb erschlagen: So will es die Überlieferung. Ein Hirtenfest waren denn in ihrem Urgrund auch die Lupercalia, begangen jährlich am 15. Februar. Dabei opferten die Priester Ziegen und junge Hunde – beide bedroht durch mögliche Wolfsangriffe auf der Weide wie im Stall. Zwei Patriziersöhne wurden an der Stirn mit dem blutigen Opfermesser berührt, das Blut jedoch sogleich mit in Milch getränkter Wolle abgewischt – und die jungen Männer mussten in lautes Lachen ausbrechen. Danach wurde gespeist und ausgiebig gezecht, die Haut der Ziegen in Stücke geschnitten und als spärliche Bekleidung auf nackter Haut getragen: eine deutliche Erinnerung an Faunus, den römischen Gott von Natur, Wald und Herden, überblendet und vereint mit dem griechischen Hirtengott Pan, der überhaupt als Zwitterwesen aus Menschenleib und Ziegen- oder Schafbocksbeinen dargestellt wurde.

Faunus trug auch den Beinamen Lupercus, Wolfsabwehrer; die maßgeblichen Priester des Festes wurden Luperci genannt. War es göttliche Fügung, dass sich ausgerechnet eine Wölfin der Säuglinge erbarmte und sie mit ihrer Milch vor dem Verhungern rettete? Oder darf, ja muss man sogar die Geschichte realistischer betrachten? Lupa, Wölfin, das war im Lateinischen auch die Bezeichnung für eine Prostituierte – und Lupanari hießen Bordelle …

Da wären wir über einen Umweg bei der legendären Lüsternheit des Fauns bzw. von Pan gelandet, die sicher auch mit seiner Vorliebe für Musik und Tanz einhergeht: Fröhliches Treiben ist ihm, dem Triebgesteuerten, lieb. Zur Mittagsstunde jedoch, in deren heiliger Glut, verschmäht er die Hitze des Fleisches, sondern wünscht Ruhe. Wer ihn dabei stört, muss damit rechnen, dass Pan friedlich dösende Herden aufscheucht und in die Flucht schlägt, sie also in panischen Schrecken versetzt: Das Wort, so wie überhaupt die Panik, verrät bis heute den ursprünglichen Missetäter.

Die Wollust aber treibt ihn eben auch zu wunderlich musischen Taten. Die keusche Nymphe Syrinx etwa, ein Baumgeist, schafft es, seinem Zugriff zu entfliehen, indem sie sich am Ufer des väterlichen Flusses Ladon in Schilfrohr verwandeln lässt. Als Pans frustriertes, halb erotisches, halb von der Verfolgung erschöpftes Schnauben durch das Schilf streicht, ist er spontan ergriffen von dem schönen Klang, der ihm daraus entgegenhallt. Er schneidet das Schilfrohr ab und bastelt sich mithilfe von Wachs eine Panflöte, auch Syrinx genannt. Von nun an hat der Hirtengott auch sein eigenes Instrument, das ewig unerfülltes Sehnen ausdrückt …  Von der Hamadryade, der Baumnymphe, zur Oreade, ihrer Schwester aus den Bergen – denn warum sollte Pan sein Verlangen nur zwischen Wald und Wiese zu stillen versuchen? Echo heißt sie, noch so ein Name mit musikalischem Klang. Vielleicht gab es deren zwei, ein Echo aufs Echo gleichsam, denn zwei Geschichten sind mit dieser Bergnymphe verbunden. Die eine, bekanntere, handelt von Echo und dem in sein Spiegelbild verliebten Narziss: Sie besitzt, so wie Syrinx, das klassische Gütesiegel, in den „Metamorphosen“ des Ovid verewigt worden zu sein, in den ersten Jahren unserer Zeitrechnung. Die andere, spätere Erzählung, stammt aus dem spätantiken Hirtenroman „Daphnis und Chloe“ des griechischen Schriftstellers Longos, entstanden gegen Ende des 2. Jahrhunderts. Gegen einen erotischen Tauschhandel, der ihm zehn Küsse einbringt, erzählt Daphnis seiner Chloe den Grund für den Effekt des Widerhalls: Echo, die Tochter einer Nymphe und eines Sterblichen, habe mit ihren Halbschwestern getanzt, gesungen und musiziert, dies sogar, wieder legt das Wort es nahe, mit den Musen persönlich. Echos Fähigkeiten hätten, zusammen mit ihrer Keuschheit, Pan zornig gemacht – vielleicht wusste sie gar die Syrinx schöner zu spielen als er? Er habe die Landleute in Raserei versetzt, worauf diese wie wilde Tiere über Echo hergefallen seien, sie zerrissen und die Stücke in alle Welt verteilt hätten. Gaia, die Göttin der Erde, habe darauf die immer noch singenden Körperteile in sich aufgenommen, schützend und wertschätzend. Seither töne das Echo durch die Lande – und Pan selbst sei manchmal verwirrt, wenn er seine eigene Flöte widerhallen höre.

Nicht nur in den Resten des antiken Rom, sondern auch in der Musikgeschichte gibt es immer wieder erstaunliche Entdeckungen zu machen, gleichsam unentdeckte Höhlen in gänzlich anders gearteten Massiven, auch weit im Norden. Freilich, eher sollte man wohl von geheimnisvollem Flachland sprechen, das Dänemark und die Finnische Seenplatte prägt. Jahrgangskollegen waren sie, Carl Nielsen und Jean Sibelius, 1865 geboren, mit starken Parallelen, was die Eigentümlichkeit, die herbe Unverwechselbarkeit ihrer Tonsprache anlangt – und zugleich mit starken Differenzen im musikalischen Charakter. Zu den bedeutendsten Symphonikern des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts zählen sie beide, und auch die Tatsache, dass sie in den Konzertsälen unserer Breiten noch nicht so recht heimisch geworden sind, eint diese eigenständigen, eigenwilligen Komponisten. „… ich bin ein großer Bewunderer der merkwürdigen, eigenen Macht, die aus Ihrer Symphonie strömt“, schrieb Nielsen dem Kollegen 1909, nach dem Erlebnis der Zweiten. Diese wirke „wie eine mächtige Umarmung, einmal wie ein gewaltsamer Temperamentsausbruch, ein andermal wie ein blutiger Kampf und dann wieder zart und groß und fein in ihrer melancholischen Ruhe.“ Stellt man diese Beobachtungen dramaturgisch um und komprimiert sie auf wenige Minuten, lässt sich der Verlauf von Sibelius’ „Pan und Echo“ op. 53 damit beschreiben, einem Gelegenheitswerk von 1906, geschrieben für eine Benefizlotterie zugunsten eines Konzertsaals in Helsinki: Aus schwelgerischer, bukolischer Lyrik mit vielen echoartig wiederholten, dialogisierenden Kantilenen zwischen Streichern und Holz erwächst da binnen kurzem ein erregtes Drängen, das zum Blutrausch führt. Zwölf Jahre später, im Februar 1918, setzte Nielsen in „Pan et Syrinx“ die andere Pan-Geschichte in Töne: Drei Wochen nur lagen zwischen Beginn der Niederschrift und der Uraufführung in Kopenhagen. Ein Flötensolo tritt bald hervor, in tiefer Lage, über solistisch eingesetzten Violoncelli und Bratschen. Und bald wirkt ein Zauber, ganz anders als jener bei Jean Sibelius. Hier wie dort jedoch regiert ein gestisches Element, ein tänzerischer Elan, die plastische Nachzeichnung eines durchaus dramatischen Geschehens.

Der Dirigent, der da so bedachtsam, lustvoll und anregend den vielgespielten Debussy außer Acht lässt zugunsten zweier Raritäten rund um den Hirtengott und seine Flöte, ist Constantinos Carydis. Wenn den Älteren der Name bekannt vorkommt, müssen sie sich nicht von der unterschiedlichen Transliteration aus dem Griechischen verwirren lassen: Tatsächlich war Miltiades Caridis (1923–1998) sein Onkel, hierzulande bekannt aus dem Musikverein, der Wiener Staatsoper, als Chef der Philharmonia Hungarica sowie des Tonkünstler-Orchesters. Constantinos Carydis, 1974 in Athen geboren und seinerseits etwa mit vielbeachteten Produktionen der Bayerischen Staatsoper sowie der „Zauberflöte“ bei den Salzburger Festspielen 2018 hervorgetreten, schöpft also in den Mythen seiner Heimat, jedoch abseits des sattsam Bekannten. Apropos Mythos: 2011 wurde ihm der Carlos-Kleiber-Preis der Bayerischen Staatsoper zuerkannt, der damals erstmals vergeben wurde – und seither nicht wieder …

Walter Weidringer
Mag. Walter Weidringer lebt als Musikwissenschaftler, freier Musikpublizist, Kritiker (Die Presse) und Sendungsgestalter (Ö1) in Wien.

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