Fr 14. Jänner 2022

20:00 Gläserner Saal / Magna Auditorium, Musikverein

Markus Hering

Tonč Feinig & Friends | Schule der Geläufigkeit

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„Schule der Geläufigkeit“ 

In Gert Jonkes Erzählung „Schule der Geläufigkeit“ – sie hat mit dem, jedem Klavierschüler bekannten Unterrichtswerk von Carl Czerny nur den Titel gemeinsam – nimmt ein Komponist an einem Fest des Fotografen Anton Diabelli und dessen Schwester Johanna teil, das „in Wirklichkeit“ die genaue Wiederholung des Festes vom vorigen Jahr zu sein scheint, worauf sich auch nach dem Fest alles immer wieder nur wie im vorigen Jahr ereignen könnte und der Eintritt einer „Zeitkatastrophe“ nur mit Mühe abwendbar zu sein scheint.
Gert Jonke, 1946 in Klagenfurt als Sohn einer Pianistin und eines Instrumentenbauers geboren, war als querköpfiger und fantastischer Fabulierer bekannt, der sich danach sehnte, seine einzigartigen Sprachschöpfungen in absolute Musik zu verwandeln. Dies gelang ihm dort am überzeugendsten, wo das virtuos-artifizielle seiner Sprachmusik besonders offen zu Tage tritt. Der Komponist, von dem er sich den Titel „Schule der Geläufigkeit“ entlehnte, war nicht zufällig Carl Czerny. Die Etüden, die Czerny seit bald 200 Jahren jedem Klavierschüler abverlangt, bewegen sich auf der schmalen Grenze zwischen Kunst und Handwerk, gegen die Jonke mit allen Mitteln der Silbenfantasterei rebellierte.
Zurecht kann man Burgtheater-Mitglied Markus Hering als Jonkes „Lieblings“-Schauspieler bezeichnen. Seine Annäherung an die Texte Jonkes bezeichnet dieser mit „eingrooven“. 2003 spielte er in der Uraufführung von „Chorphantasie“ den Dirigenten, wofür er mit dem Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie Bester Schauspieler ausgezeichnet worden ist. 2008 folgte die Uraufführung von „Der freie Fall“ im Akademietheater.
Auch der musikalische Beitrag des Abends kommt aus Kärnten. Der wie Jonke in Klagenfurt geborene Jazz-Musiker Tonč Feinig kombiniert mit befreundeten Mitmusikern den Text mit eigenen Kompositionen und Improvisationen, in denen er häufig slowenische und Kärntner Melodien verarbeitet. Die Lesefassung für diesen Abend stammt von Frau Ursula De Santis-Gerstenberg.