Di 17. Mai 2022

20:00 Gläserner Saal / Magna Auditorium, Musikverein

Julia Stemberger

Andrea Götsch • Fumika Fukaya | Ferdinand von Schirach

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Keine Pause.

 

„Schuld“ 

In „Terror“ von Ferdinand von Schirach führte Julia Stemberger als Vorsitzende durch die Verhandlung. Die stets ausverkauften Aufführungen in den Kammerspielen wurden schnell Kult. Thematisiert wurde ein moralisches Dilemma: Ein Terrorist entführt ein Flugzeug mit 164 Menschen an Bord. Sein Ziel ist ein mit 70.000 Menschen vollbesetztes Fußballstadion. Kampfpilotin Lara Koch trifft entgegen ihrer Befehle eine Entscheidung: Sie schießt das Flugzeug ab und wählt somit „das kleinere Übel“. In allen Aufführungen entschied sich das Publikum bei der Abstimmung über die „Richtigkeit“ der Entscheidung ebenfalls für das „kleinere Übel“.
Ferdinand von Schirach wurde 1964 in München geboren. Er arbeitete 20 Jahre als Strafverteidiger. Mit seinem Debüt „Verbrechen“ gelang ihm 2009 auf Anhieb der Durchbruch als literarischer Autor. Er erzählt darin elf Geschichten über die Abgründe der menschlichen Natur, basierend auf Fällen, die er in seiner Kanzlei erlebt hat. Aus dem Folgeband „Schuld“ hat Julia Stemberger für diesen Abend vier Stories von großer inhaltlicher Bandbreite und teils beklemmender Drastik in der Schilderung ausgewählt. Schirachs Erzählungen, Romane, Theater- und Fernsehstücke handeln – wie „Terror“ – im rechtlichen Spannungsfeld, sind Recht und Gerechtigkeit immer „zwei Paar Schuhe“? Fragen, die Diskussionen auslösen und zum Nachdenken veranlassen.
Die österreichische Film- und Fernsehschauspielerin Julia Stemberger ist in den letzten Jahren wieder vermehrt im Theater und mit Lesungen zu erleben. Nach „Terror“ setzt sie sich mit Prosatexten von Ferdinand von Schirach auseinander. Die Texte in knapper, klarer und direkter Sprache werden mit Kammermusik von Robert Schumann für Klarinette und Klavier kombiniert. Es spielen Andrea Götsch, Mitglied des Orchesters der Wiener Staatsoper, und Fumika Fukaya.