Do 24. Juni 2021

20:00 Gläserner Saal / Magna Auditorium, Musikverein

Trio Revolution

Mendelssohn • Haydn • Kapustin

Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden


Programm

Zugaben

Konzertreihe

  • Ausserordentliches Gesellschaftskonzert

Veranstalter

Gesellschaft der Musikfreunde in Wien

Service

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Bemerkungen

Keine Pause.
Das Konzert wurde vom Metallenen Saal in den Gläsernen Saal / Magna Auditorium verlegt.

 

Trio Revolution

Mit dem Trio Revolution stellt sich ein vielversprechendes junges Ensemble im Musikverein vor. Das in Wien gegründete Trio verbindet mit seinen Akteuren Temo Kharshiladze, Flöte, Sandro Sidamonidze, Violoncello, und Ketevan Sepashvili, Klavier – alle drei wurden in Tiflis / Georgien geboren – musikalisch kontrastierende Traditionen von Georgien, Österreich und Übersee. Diese drei jungen, dynamischen und sehr unterschiedlichen Charaktere möchten gemeinsam Neues erschaffen: Revolution als Inhalt und Programm zugleich.

Im reichen Kammermusik-Schaffen der Meister der Wiener Klassik nimmt die Flöte einen verhältnismäßig bescheidenen Platz ein. Umso bemerkenswerter ist daher, dass Joseph Haydn in seinen beiden Trios Hob XV: 15 und 16 neben Klavier und Violoncello anstelle der sonst üblichen Geige eine Flöte vorschreibt und er es im Trio Hob XV: 17 den Ausführenden überlässt, eine Flöte oder eine Violine heranzuziehen. Über den Grund, warum Haydn in den ersten beiden dieser Trios der Flöte ausdrücklich den Vorzug gab, lässt sich nur spekulieren. Möglich, dass er damit der englischen Mode entgegenkommen wollte, da die Flöte in der englischen Aristokratie jener Zeit sehr beliebt war und der geschäftstüchtige Haydn diese Trios nicht nur seinem Wiener Verlagshaus Artaria, sondern auch dem englischen Verleger Bland verkaufte. Wie sein Pendant in G-Dur besteht auch das D-Dur-Trio aus drei Sätzen. Auf einen schwungvollen Kopfsatz folgt ein lyrischer Mittelsatz, in dem Flöte und Klavier das Geschehen dominieren und dabei vom Violoncello dezent begleitet werden. Das Finale versprüht Humor und besticht durch seine überraschenden Wendungen. Auch Felix Mendelssohn Bartholdy hat für eines seiner Klaviertrios die Flöte als alternative Besetzung für die Geige vorgeschlagen und diese Fassung sogar selbst arrangiert. Gemeint ist das Trio d-Moll, op. 49. Obwohl als Klaviertrio in Leipzig mit großem Erfolg uraufgeführt, stieß es in Frankreich und England nur zögerlich auf Interesse. Wohl als Zugeständnis an den englischen Markt mit seiner Vorliebe für die Flöte hat Mendelssohn die Fassung für Flöte erstellt. Der im Vorjahr verstorbene ukrainische Komponist Nikolai Kapustin verband in seiner Musik Elemente des Jazz mit klassischen Strukturen. Sein 1998 entstandenes Flötentrio, op. 86, zählt zu seinen beliebtesten Kammermusik-Werken. 

Temo Kharshiladze, geboren 1989, kam 2012 nach Österreich und absolvierte das Konzertfach-Studium Querflöte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Er errang den 1. Preis des Prof. Dichler Wettbewerbs in Wien und ist Preisträger des internationalen Woodwind and Brass Competition Varazdin. Sandro Sidamonidze, geboren 1997, erhielt seine Ausbildung am Violoncello in Tiflis und später in den USA, wo er derzeit wohnt. Schon mit neun Jahren gewann er den ersten Preis des renommierten Vladimir Spivakov-Wettbewerbs, weitere Preise folgten. Ketevan Sepashvili erhielt bereits sehr früh an der Paliashvili-Schule in Tiflis für musikalisch hochbegabte Kinder ersten Klavierunterricht. Ihr Hochschulstudium absolvierte sie in Georgien sowie später in der Schweiz an der Zürcher Hochschule der Künste. Internationale Wettbewerbspreise kennzeichnen ihre Karriere sowie Stipendien von Elisabeth Leonskaja und des georgischen Präsidenten Eduard Shevardnadze.