Di 31. Mai 2022

20:00 Metallener Saal, Musikverein

Studierende der mdw

Holliger • Boulez • Berio

Für Mitglieder startet der Vorverkauf um 9.00 Uhr am 31.03.2022

Der allgemeine Vorverkaufsbeginn ist um 9.00 Uhr am 07.04.2022

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Ende ca.: 21:30

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mdw Zentralton

Vier Kompositionen aus dem 20 Jahrhundert und trotzdem völlig unterschiedlich: In jedem der Werke lassen sich Bezüge zur Thematik des Musikverein Festival A! finden, sei dies ein Zentralton, also jener Ton, der im musikalischen Material des entsprechenden Werkes von besonderer Bedeutung ist, oder sei dies eine bestimmte Tonfolge, die als Ausgangsmaterial der Komposition dient, etwa das ostinat wiederkehrende Thema einer Passacaglia. 
Heinz Holliger verweist bei seinem Bläserqintett schon im „Titel“ auf den Zentralton „h“. Ausgehend von sehr leisen Klangfarbenreihen des Tones h’ nimmt die musikalische Entwicklung in weiterer Folge einen Verlauf, in dem multiphone Klänge und neue Spieltechniken Verwendung finden. 
Holligers Lehrer Pierre Boulez komponierte 1946 seine 1. Klaviersonate. Nicht ein einzelner Ton, sondern vier verschiedene musikalische Figuren liegen ihr als Ausgangsmaterial zugrunde. Es sind dies eine aufsteigende kleine Sext, ein Vorschlag, ein einzelner Ton sowie ein Arpeggio. Zumeist behandelt Boulez in dieser Sonate das Klavier wie ein perkussives Instrument, mitunter aber verdichten sich die Klänge zu einem filigranen Gespinst aus fein miteinander verwobenen Linien. 
Sequenza VII für Oboe wurde, für einen großen Solisten des 20. Jahrhunderts geschrieben, nämlich den Schweizer Oboisten Heinz Holliger. Das H seines Vor- und Nachnamens inspirierte Berio zur Strukturierung seiner Sequenza um das eingestrichene h als Zentralton, von dem sich die teils bewegten, teils ruhenden Arabesken der Oboe entfernen und dem sie sich wieder annähern.
Brahms lieferte das Vorbild von Ottorino Respighis Violinsonate h-Moll. Ihr Klangbild ist jenem der Brahms’schen Violinsonaten nicht unähnlich, vor allem aber lieferte das Finale der 4. Symphonie von Brahms, die mit Allegro energico e passionato moderato überschriebene Passacaglia, das Muster zur Passacaglia von Respighis Finalsatz, dessen Satzbezeichnung Allegro moderato, ma energico lautet. Anders als bei Brahms besteht das Ostinato Thema allerdings nicht aus acht, sondern aus zehn Takten. Klavier und Violine sind gleichberechtigte Partner in dieser Sonate, deren reiche Ausdruckswelt von elegischen, nahezu entrückten Abschnitten bis zu hochdramatischen Abschnitten reicht.