Mo 16. Mai 2022

20:00 Gläserner Saal / Magna Auditorium, Musikverein

Kusztrich • Guschlbauer • Vincent

Javus Quartett | Bach • Brahms • Pfitzner

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Bemerkungen

Luka Ljubas mußte auf Grund einer Indisposition seine Teilnahme an dem Konzert absagen. Dankenswerterweise erklärte sich Lara Kusztrich bereit, an dem Konzert mitzuwirken.

 

Javus Quartett

Als Orgelpunkt wird in der Musik ein lang ausgehaltener oder in einem bestimmtem Rhythmus wiederholter Ton bezeichnet, zu dem sich andere Stimmen harmonisch frei bewegen. Im Moment seines Erklingens stellt er ein wichtiges, mitunter sogar zentrales Bezugssystem des musikalischen Geschehens dar, weshalb Werke mit ausgeprägten Orgelpunkten sehr gut ins Musikverein Festival A! passen. 
Seit ihrer Wiederentdeckung durch Pablo Casals zählen Bachs Cellosuiten zu den Bravourstücken jedes Cellisten und jeder Cellistin. Der Mittelteil des Preludio der 3. Cellosuite wird von Arpeggien bestimmt, die über einem Orgelpunkt erklingen. Ein großer zeitlicher Sprung führt zum zeitgenössischen Komponisten Pēteris Vasks aus Lettland, der im zweiten Teil von „Grāmata čellam“ einer weit gespannten Melodie einen Orgelpunkt unterlegt. Johannes Brahms wiederum entfaltet im 1. Satz seiner Violinsonate Nr. 3 über einem Orgelpunkt A im Klavier die Durchführung des musikalischen Materials. Sehr selten steht Kammermusik von Hans Pfitzner auf dem Programm, so auch das Hauptwerk dieses Abends, das nahezu dreiviertelstündige Klavierquintett, das er dem Dirigenten Bruno Walter gewidmet hat, der 1917, neun Jahre nach der Entstehung dieses Quintetts, Pfitzners Oper „Palestrina“ zur Uraufführung bringen sollte. Der Orgelpunkt erklingt gleich zu Beginn, gespielt vom Cello, über dem die zweite Geige das Hauptthema des Satzes leise andeutet, wobei sie von der Bratsche begleitet wird.