Di 15. Dezember 2020

19:30 Brahms-Saal, Musikverein

Simon Keenlyside • Graham Johnson

Mahler • Brahms • Wolf

Ausverkauft



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Programm

Gustav Mahler Zu Straßburg auf der Schanz Ablösung im Sommer Das irdische Leben Fantasie Revelge Johannes Brahms Abenddämmerung, op. 49/5 Nachtigall Über die Heide hallet mein Schritt, op. 86/4 Es schauen die Blumen, op. 96/3 O kühler Wald, op. 72/3 Nachtigallen schwingen, op. 6 Hugo Wolf Fußreise Blumengruß Alle gingen, Herz, zur Ruh’ Der Tambour Lied eines Verliebten Der Rattenfänger Maurice Ravel Histoires naturelles, op. 50

Ende ca.:

21:00

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Bemerkungen

Keine Pause.

 

The Lied

Englands Faible für den Liedgesang

Man spricht in England ausdrücklich von „The Lied“, um das deutsche Kunstlied zu bezeichnen – besonders gilt das Faible „The Romantic Lied“. In einer großen Tradition stehen so auch zwei Wiener Recitals mit Sängern aus England und ihren britischen Duopartnern: Sir Simon Keenlyside und Graham Johnson gastieren im Zyklus Liederabende, als „Rising Star“ präsentiert sich der gepriesene Newcomer James Newby, ebenfalls Bariton, mit dem Pianisten Joseph Middleton.  

Deutsch-britische Synergien im Blick auf „The Lied“ lassen sich zumindest zurückverfolgen bis in die Brahms-Zeit, denn ohne diese spezielle deutsch-romantische Gefühlswelt wollte die englische Kultur nicht sein, auch wenn sie eine eigene grandiose poetische Romantik besitzt, die allerdings in ihren dichterischen Blüten musikalisch am schönsten wieder im deutschen wie österreichischen „Lied“ erscheint – man denke nur an Lord Byron und Schumann, Mendelssohn, Loewe bis zu Wolf oder gar an Schubert und Walter Scott, um nur einige zu nennen. 

Sir George aus Schlesien 

Für einen wesentlichen Schub im Transport dessen, was deutsche Liedromantik für Britannien bedeutet, dürfte ein schlesischer Sänger vorbildlich sein, der in England und Schottland Schule machte als Sir George Henschel (1850–1934). Eng befreundet mit Brahms, wurde er zum initialen Muster für deutsch-britische Romantik in gegenseitiger Befruchtung: Sänger, Gesangspädagoge, Pianist und Komponist, aber auch Dirigent und Orchestergründer in England, Schottland wie den Staaten, wo er der erste Chef des neugegründeten Boston Symphony Orchestra war. Stilbildend zumal als Sänger: legendär die Liedaufnahmen des reifen Siebzigers aus den zwanziger Jahren, stimmlich ungebrochen, sich selbst nobel am Klavier begleitend, noch einem klassischen Liedstil bei aller romantisch-expressiven Textur verpflichtet – diskret sanglich, weniger deklamatorisch. 

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