Abgesagt

Fr 04. Dezember 2020

19:30 Großer Saal, Musikverein

ORF RSO Wien

John Storgårds | Ades • Schostakowitsch

Zyklus

ORF RSO Wien / 2

Jeunesse Abo 02 Wiener Symphoniker und Gäste

Jeunesse Abo 18 Zeitsprünge

 

Veranstalter

Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Jeunesse

Service

Programm drucken

auf facebook teilen

In Kalender übernehmen

Buffet-Reservierung bei Gerstner
(Derzeit leider nicht möglich)

per E-Mail weiterempfehlen

auf Twitter empfehlen

Bemerkungen

Aufgrund der Verordnung der österreichischen Bundesregierung betreffend die Maßnahmen gegen die Weiterverbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) wurde diese Veranstaltung ersatzlos abgesagt.
Karteninhaber werden so bald als möglich von der Konzertkassa bezüglich der Rückzahlung kontaktiert.

 

Sinnlicher Sound und klare Gedanken

Thomas Adès und sein Klavierkonzert

Anfang Dezember spielt Kirill Gerstein mit dem ORF RSO Wien unter John Storgårds die österreichische Erstaufführung des Klavierkonzerts von Thomas Adès. Der Komponist und sein Werk im Portrait.

Manche Komponisten fühlen sich von ihren Vorgängern – oder, abstrakter formuliert: von der Tradition – geradezu bedrängt und blockiert. Man denke nur an den schon nicht mehr ganz jungen, aber noch recht unsicheren Johannes Brahms, der mit seiner Ersten Symphonie haderte, weil er auf Schritt und Tritt das große Vorbild Beethoven vor Augen und Ohren hatte, und klagte, „wie es unsereinem zu Mute ist, wenn er immer so einen Riesen hinter sich marschieren hört“. Im 20. Jahrhundert wurde diese Last für viele noch größer, wurde das Bedürfnis der Erneuerung oft als noch viel drückender empfunden. Wie immer man zu den Produkten der musikalischen Avantgarde von Arnold Schönberg bis Luigi Nono und Helmut Lachenmann auch stehen mag – der tiefen Sehnsucht gerade dieser drei Meisterkomponisten, ihr Publikum zu erreichen und zu berühren, standen häufig unüberwindliche Schwierigkeiten entgegen.

Bilderbuchkarriere 

Schon lange vor dem Brexit gingen die Kollegen abseits des europäischen Kontinents andere Wege. Tradition? Publikum? Herzlich willkommen! So etwa lässt sich die britische (und auch in den Vereinigten Staaten weit verbreitete) Haltung zusammenfassen, in die auch Thomas Adès (1971 in London) hineingeboren wurde. Seit seinem Abschluss am King’s College in Cambridge – er studierte sowohl Klavier als auch Komposition – machte er eine Bilderbuchkarriere: ein Wettbewerbserfolg als Pianist bei den Young Musicians of the Year der BBC, ein sofort publiziertes Opus 1 (Vertonungen von Gedichten von T. S. Eliot). Rasch etablierte er sich – auch als Dirigent eigener Werke – im britischen und internationalen Musikleben, erhielt schon mit 26 Jahren das Angebot, Benjamin-Britten-Professor an der Royal Academy of Music in London zu werden. Besonders seine Musiktheaterwerke machten ihn zum Überflieger: zunächst die Kammeroper „Powder Her Face“ (1995), die gleich anschließend auf etlichen Opernbühnen gezeigt wurde und im vergangenen Jahr auch an der Volksoper Wien (bzw. im Kasino am Schwarzenbergplatz) landete, dann die Oper „The Tempest“ (2003), die eine ähnliche Erfolgsgeschichte und immerhin nach zwölf Jahren auch eine Aufführung an der Wiener Staatsoper erlebte. 

weiterlesen