Abgesagt

So 26. April 2020

19:30 Großer Saal, Musikverein

Wiener Symphoniker

Vladimir Fedosejev | Tschaikowskij • Mussorgskij


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Bemerkungen

Aufgrund der Verordnung des Magistrats der Stadt Wien betreffend die Maßnahmen gegen die Weiterverbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) wurde diese Veranstaltung ersatzlos abgesagt.

Due to the Ordinance of the Municipal Administration of Vienna regarding the measures to be taken to prevent the spread of the corona virus (SARS-CoV-2) this event had to be canceled.

 

„Musik, die man stinken hört“? 

Hintergründe eines Verdammungsurteils 

Wien und der Musikverein müssten stolz sein auf diese Uraufführung: Am 4. Dezember 1881 spielte man im Goldenen Saal erstmals Tschaikowskijs Violinkonzert, fraglos ein Meisterwerk der Gattung. Allerdings: Ein Schatten liegt über dem Ereignis, und den warf Wiens oberster Musikkritiker Eduard Hanslick mit seiner Premierenkritik. Ob es nicht auch Musik geben könnte, „die man stinken hört“, auf „diese schauerliche Idee“, bringe einen dieses Konzert. Wie Hanslick auf dieses drastische Urteil verfiel, erläutert Thomas Leibnitz.  

Gefragt nach dem scharfzüngigsten, gnadenlosesten und umstrittensten Musikschriftsteller des 19. Jahr¬hunderts, wird dem belesenen Musikfreund vermutlich recht schnell der Name Eduard Hanslick einfallen. Hanslick: Seine Formulierungen sind – auch mehr als hundert Jahre nach ihrer Niederschrift – das Salz historischer Darstellungen, wenn es auch meist an kritischer Distanz seitens des Zitierenden nicht fehlt, denn der große Musikkritiker gilt weithin als Instanz des historischen Irrtums, der profunden Fehlbeurteilung. Aber wenn man auch Hanslick in seiner Gegnerschaft zu Wagner, seinem Spott über Bruckner, seiner Herabwürdigung Verdis inhaltlich nicht folgen will, so bereitet der gallige Witz des Meisters der kritischen Pointe doch nach wie vor Vergnügen, und der Ruf Anton Bruckners nimmt heute keinen Schaden mehr, wenn etwa an Hanslicks bildhaftes Urteil über dessen Dritte Symphonie erinnert wird: Sie erscheine ihm als eine Vision, „wie Beethovens Neunte mit Wagners Walküre Freundschaft schließt und endlich unter die Hufe ihrer Pferde gerät“. Kein Zweifel: Die Lacher hat er auf seiner Seite.

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