Abgesagt

Fr 24. April 2020

19:30 Großer Saal, Musikverein

English Baroque Soloists

Sir John Eliot Gardiner | Claudio Monteverdi


Interpreten

Programm

Claudio Monteverdi O ciechi, ciechi Dixit Dominus II „concertato“ Confitebor III „alla francese“ Audi coelum / Salve Regina Beatus vir — Pause — Claudio Monteverdi Hor ch’el Ciel e la Terra („Nun, da Himmel und Erde”); 8. Buch, 1. Teil: Madrigali Guerrieri Lamento della Ninfa Lagrime d’amante al sepolcro dell’amata Il Ballo delle Ingrate - Schluss-Szene

Ende ca.:

21:40

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Bemerkungen

Aufgrund der Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) kann dieses Projekt von den Künstlern nicht vorbereitet werden. Die Vorstellung wurde ersatzlos abgesagt.

Due to the measures to be taken to prevent the spread of the corona virus (SARS-CoV-2) the artist could not prepare for this project. This event had to be canceled.

 

Brennpunkt Monteverdi 

Sir John Eliot Gardiners Gang ad fontes 

Sir John Eliot Gardiner dirigiert im Großen Musikvereinssaal ein reines Monteverdi-Programm – eine Verneigung vor jenem Komponisten, den er zum Namenspatron seiner Ensembles wählte. Georg-Albrecht Eckle geht dieser Beziehung auf den Grund.  

Nicht umsonst hat Sir John Eliot Gardiner 1964 – als zwanzigjähriger Student in Cambridge – seine erste musikalische Gründung mit dem Namen Monteverdis verbunden, als er seinen Monteverdi Choir aus der Taufe hob, und später das gleich benannte Orchester, aus dem die Spezialtruppe English Baroque Soloists für den Originalklang hervorging: weil er ein Bekenntnis ablegen wollte zu diesem Ursprung allen modernen musikalischen Denkens und Handelns. Ohne Monteverdis epochalen, leise-konsequenten wie kühnen Schritt von jener im antiken Modell lebenden Renaissance, die sich neu geboren hatte aus der Vergangenheit, in einen wiederum neuen Geist, der das Subjekt, das Individuum Mensch mit Kopf und Herz aufsucht, wäre unser ganzes musikalisches Barockerbe nicht möglich gewesen. Was geschichtlich im katholischen Orbis nachhinkt, vollzieht Monteverdi antizipierend in Musik und setzt gegen festgefügte Ideologien und traditionelle Monumente einen beweglichen Begriff „Wahrheit“. Matthias Vogel hat uns in seiner brillanten Studie „Truth in Monteverdis Incoronazione di Poppea“ darüber aufgeklärt. Monteverdi vollzieht ästhetisch das, was Galilei physikalisch als neues Weltbild kreiert, und spricht musikalisch aus, was der Wissenschaftler nicht sagen durfte: dass wir neue Weltgesetze erkennen müssen – gegen die Bemächtigung unseres Geistes durch die Machtpolitik einer Kirche, die unterwirft, vornehmlich das Denken. Seit 1637 läuft der Inquisitionsprozess gegen Galilei.

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