So 13. Oktober 2019

19:30 Großer Saal, Musikverein

Orchester Wiener Akademie

Martin Haselböck | Franz Schubert • Antonín Dvořák

Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden


Programm

Franz Schubert Ouvertüre zu „Rosamunde, Fürstin von Zypern”, D 797 Du bist die Ruh´, D 776; orchestriert von Anton Webern Gruppe aus dem Tartarus, D 583; orchestriert von Johannes Brahms Ihr Bild, D 957/9; orchestriert von Anton Webern Ständchen, D 957/4; orchestriert von Jacques Offenbach Der Doppelgänger, D 957/13; orchestriert von Franz Liszt Erlkönig, D 328; orchestriert von Franz Liszt — Pause — Antonín Dvořák Symphonie Nr. 4 d-Moll, op. 13

Service

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Schubert in Farbe

Orchestrierte Lieder 

Rarität macht Freude: Mit orchestrierten Schubert-Liedern starten das Orchester Wiener Akademie, Dirigent Martin Haselböck und Starbariton Thomas Hampson in die neue Musikvereinssaison. Die Fassungen stammen allesamt von Meisterhand. Liszt, Brahms, Webern, Offenbach – jeder hat seine Art, Schubert in Farbe zu hören. 

In seinen Pariser Jahren zwischen 1833 und 1847 bearbeitet Franz Liszt mehr als fünfzig Schubert-Lieder für Klavier allein – aus Liebe zu ihrem Schöpfer für den eigenen Konzertgebrauch und mit dem hehren Ziel, Schuberts Werk zu verbreiten. Sein Zugriff reicht von der schlichten Transkription bis zur Paraphrase oder gar zum komponierten „Kommentar“ (Serge Gut). Liszts Orchestration Schubert’scher Lieder jedoch schließt sich gerade nicht an diese weltberühmt gewordenen Klavierbearbeitungen an, sondern entsteht mehr als ein Jahrzehnt später, noch in seiner Weimarer Zeit um 1860. Lediglich sechs ausgewählte Lieder instrumentiert er, vier davon werden auch 1863 sogleich publiziert: „Gretchen am Spinnrad“, „Die junge Nonne“, „Lied der Mignon“ und „Erlkönig“ – Goethe-Lieder allesamt, auch im Gedanken an ein breites Publikum gewählt, zudem solche, die durch naturschildernde Momente orchestral farbige Möglichkeiten eröffnen wie der „Erlkönig“: Liszt lässt hier das Numinose in einer gespenstisch-zart dazu erfundenen Flötenstimme erfahrbar werden, mit der Erlkönig das Kind umwirbt; andererseits erdet er den Vater im Realen mit akzentuierender Bläsergrundierung auf seinem durch rasend tremolierende Streichergestik gezeichneten Ritt.

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