Mo 24. Februar 2020

19:30 Brahms-Saal, Musikverein

Alban Berg Ensemble Wien

Weber • Berg • Brahms

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Sag niemals nie

Man sollte niemals nie sagen oder nie mehr – schon gar nicht bei Dingen, bei denen die Liebe ein Wörtchen mitsprechen kann. Beispiel Johannes Brahms. Der hatte im Winter 1890/91 ein solches „Nie mehr“ formuliert und eigentlich mit seinem Schaffen abgeschlossen. 57 Jahre zählte er. Nach österreichischer Rechnung befand er sich im besten Frühpensionierungsalter. Doch dann kam sie, das „Fräulein Klarinette“.

Im März 1891 machte Brahms Bekanntschaft mit der Klarinette des Richard Mühlfeld, des Ersten Klarinettisten der berühmten Meininger Hofkapelle. Den Unvergleichlichen mit Mozarts Klarinettenquintett zu hören, das war für Brahms so etwas wie ein Frühlingserwachen. Und nun regte sich auch der Johannistrieb des Komponisten wieder. Noch im Sommer 1891 schrieb Brahms zwei Kammermusikwerke, die auf Mühlfeld zugeschnitten waren. Er begann mit dem Trio op. 114. Dieses, so erklärte er, sei wiederum „der Zwilling einer viel größeren Dummheit, die ich jetzt versucht bin herauszupäppeln“. Die Rede ist vom Klarinettenquintett h-Moll, op. 115. Mit dieser Brahms’schen „Dummheit“ beschließt das Alban Berg Ensemble Wien sein Zykluskonzert am 24. Februar. Man sollte, lehrt das Beispiel dieses Meisterwerks, niemals nie sagen.