So 04. Oktober 2020

20:00 Großer Saal, Musikverein

Cecilia Bartoli

Les Musiciens du Prince - Monaco | Farinelli und seine Zeit

Ersatztermin für den 27. Apr 2020

Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden


Interpreten

Programm

Zugaben

Konzertreihe

  • Ausserordentliches Gesellschaftskonzert

Veranstalter

Gesellschaft der Musikfreunde in Wien

Service

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Bemerkungen

Nachholtermin für den 27. April 2020.
Keine Pause.

 

Montag, 5. Oktober 2020 | Der Standard / Ender, Stefan

Wiener Musikverein: Cecilia Bartoli und Musiciens du Prince-Monaco

Die Koloraturkönigin begeistert mit Grazie, nobler Klangwucht und poetischer Sinnlichkeit

Schon auf dem Cover ihrer CDs beweist sie sich als Verwandlungskünstlerin: Auf der Agostino-Steffani-CD Mission sieht man Cecilia Bartoli mit Glatze, für den Kastraten-Arien-Silberling Sacrificium wandelte sich der Klassikstar zur Marmorbüste. Und auf Farinelli, ihrem neuesten, Ende 2019 erschienenen Tonträger, sieht man die 54-Jährige im Conchita-Wurst-Look mit Bart und langem lockigen Haar. Langweilig wird es mit Cecilia Bartoli nie.

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Montag, 5. Oktober 2020 | Wiener Zeitung / Irrgeher, Christoph

Cecilia Bartolis reizende Rollenspiele

Der Opernstar begeisterte im Musikverein mit einer furiosen Show.

Glück im Unglück: Das befürchtete Absagen-Domino aus dem Ausland ist im Musikverein vorerst ausgeblieben.

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Unwahrscheinlich schön 

Cecilia Bartoli und Farinelli

Unwahrscheinlich schön soll er gesungen haben, der italienische Kastrat Farinelli, der in unterschiedlichsten Rollen die Herzen eroberte. Nun wandelt Cecilia Bartoli auf seinen Spuren. 

Es kann eigentlich gar nicht sein. Dieses Geschenk, von dem da gesungen wird, ist etwas ganz und gar Unglaubliches: „il gran dono di vita immortale“, das große Geschenk der Unsterblichkeit. Einem einfachen Hirten wird es zuteil, und der bedankt sich nun bei dem, der es ihm gewährt, bei Jupiter, dem Gott. „Alto Giove“, so singt er ihn an, und in diesem Dankgesang glückt ihm selbst das Wundervolle. Der Hymnus gerät unwahrscheinlich schön. Ja, genau so: Die Schönheit seines Singens ist getragen vom Unwahrscheinlichen. Schon diese erste Phrase – wie sie sich herauslöst aus den scheuen Streicherfiguren, dem Puls des Anfangs, der erst einmal ruht, um in vollkommener Stille der Stimme Raum zu geben. Nur ein Ton klingt auf, unwahrscheinlich lang ausgehalten, dann sanft weitergeführt in Ornamente, die ihn beflügeln, bis er sich, nun überm aufgenommenen Puls der Streicher, aufschwingt zur Höhe. Es ist, als wäre die Unsterblichkeit schon eingegangen in den Gesang. Endlos scheint der Atem. Grenzenlos verströmt sich der Klang. Können Sterbliche so singen? Farinelli konnte es.

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