Di 20. November 2018

20:00 Gläserner Saal / Magna Auditorium, Musikverein

Michael Köhlmeier

Timna Brauer & Elias Meiri Ensemble | Vergessene Sagen der Bibel

Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden


Programm

Vergessene Sagen der Bibel Aus der Chassidischen Tradition der Juden Osteuropas Haben yakir li - „Mein Sohn, mein Teurer“ Die Gottessöhne Text: Yoram Tehar-Lev; Musik: Nachum Heiman Reach Tapuach - „Der Duft des Apfels“ Jochende und Amrum Aus der Chassidischen Tradition der Juden Osteuropas Shalom Aleichem - „Friede sei über Euch“ Zippora und Moses Aus der sephardischen Tradition der Juden Spaniens Adon Haslichot „Herr der Verzeihung“ — Pause — Ein Horatanz aus der Tradition Rumäniens Hava Nagila - „Lasst uns Freude haben“ Das Kreuz Christi Aus der Tradition der jemenitischen Juden Se´i Yona - „Flieg Taube“ Die Pilatus-Akte Text und Musik: Aharon Labedof / Jiddisch Rumania

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Vergessene Sagen der Bibel

Michael Köhlmeier gilt als einer der profiliertesten Schriftsteller Österreichs. Mit seinem neuen Roman „Bruder und Schwester Lenobel“, der im Oktober Platz eins der ORF-Bestenliste belegt, befindet er sich gerade auf Lesetour. Wenn er am 20. November im Musikverein auftritt, ist er jedoch nicht lesend, sondern als begnadeter Erzähler zu erleben, wie es bei seinen Auftritten im Gläsernen Saal mittlerweile zur Tradition wurde – und es ist jedes Mal erstaunlich, wie es Michael Köhlmeier vom ersten gesprochenen Wort an versteht, das Publikum in den Bann der jeweiligen Geschichte zu ziehen, seien es Märchen und Sagen, religiöse Schriften oder historische Ereignisse. Im Mittelpunkt steht immer seine unnachahmliche Erzählkunst, mit der er uns dieses Mal Apokryphen näher bringen wird. Diese „vergessenen Sagen der Bibel“ sind religiöse Schriften jüdischer bzw. christlicher Herkunft aus der Zeit zwischen etwa 200 vor und 400 nach Christus, die nicht in einen biblischen Kanon aufgenommen wurden oder über deren Zugehörigkeit Uneinigkeit besteht, sei es aus inhaltlichen oder religionspolitischen Gründen, oder weil sie erst nach Abschluss des Kanons entstanden sind. 
Michael Köhlmeier selbst sagt zur Thematik dieses Abends: „Die Bibel ist ein Kontinent, umlagert von vielen Inseln; diese Inseln sind Geschichten, die entweder aus dem kanonisierten Text ausgeschieden wurden – die Gründe dafür sind nicht immer nachvollziehbar –, oder es sind Texte, die später hinzugekommen sind, um Widersprüche aufzulösen, Ungereimtheiten zu erklären oder einfach weiterzuerzählen, wo der heilige Text zu knapp, zu spröde ist. Allein die Geschichten, die sich um den größten Helden, Moses, ranken, würden ein Buch füllen, umfangreicher als die Bibel selbst. All diese Geschichten gehören zum hebräischen Mythos, sie sind manchmal rebellisch, oft märchenhaft, immer aber verzaubern sie uns.“ Kombiniert werden die Apokryphen, die Michael Köhlmeier in seinen Erzählungen sicher wieder mit Bezügen zur Gegenwart in einen größeren Zusammenhang setzen wird, mit Liedern aus dem „Jüdischen Liederbuch“, interpretiert von Timna Brauer und Elias Meiri Ensemble.