Fr 09. November 2018

20:00 Gläserner Saal / Magna Auditorium, Musikverein

Angela Denoke • Tal Balshai

Tanz auf dem Vulkan

Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden


Programm

Tanz auf dem Vulkan Kurt Weill Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens; arrangiert von Tal Balshai Werner Richard Heymann Die kleine Stadt; arrangiert von Tal Balshai An den Kanälen; arrangiert von Tal Balshai Kurt Weill Die Ballade vom ertrunkenen Mädchen Werner Richard Heymann Die Kälte; arrangiert von Tal Balshai Mischa Spoliansky Leben ohne Liebe kannst du nicht; arrangiert von Tal Balshai Das lila Lied; arrangiert von Tal Balshai Kurt Weill Und was bekam des Soldaten Weib?; arrangiert von Tal Balshai Hanns Eisler Der Graben Das Lied von der Moldau — Pause — Friedrich Schwarz Ich hab kein Heimatland (Jüdischer Tango); arrangiert von Tal Balshai Milton Ager Auf Wiedersehen, My Dear; arrangiert von Tal Balshai Hanns Eisler An den kleinen Radioapparat Kurt Weill Nanna’s Lied; arrangiert von Tal Balshai Hanns Eisler Über den Selbstmord Anmut sparet nicht noch Mühe Friedrich Hollaender Raus mit den Männern aus dem Reichstag; arrangiert von Tal Balshai Wenn ich mir was wünschen dürfte; arrangiert von Tal Balshai Werner Richard Heymann Irgendwo auf der Welt; arrangiert von Tal Balshai

Zugaben

Friedrich Hollaender Medley (Ich bin von Kopf bis Fuss/Johnny, wenn du Geburtstag hast/Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre) Robert Stolz Frag nicht, warum ich gehe (Das Lied ist aus) Friedrich Schröder Ich werde jede Nacht von Ihnen träumen

Service

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Tanz auf dem Vulkan

Die Opernsängerin Angela Denoke begibt sich in diesem Liederabend auf Abwege, wenn sie sich in dem Programm „Der Tanz auf dem Vulkan“ Liedern und Chansons der Goldenen Zwanziger widmet. „Das wäre kein Frieden, es wäre ein Wahn, Der alte Tanz auf dem alten Vulkan“, schrieb der junge Kurt Tucholsky 1919 in seinem Gedicht „Krieg dem Kriege“ und warnte hellsichtig vor Revanchismus und Militarismus, die neue Katastrophen heraufbeschwören würden. Nach dem Ende des Kaiserreichs und dem Fall der Zensur musste sich die junge Republik im Spannungsfeld zwischen den konservativen, nationalistischen Positionen und einem, in Deutschland noch wenig erprobten, demokratischen Denken behaupten. Eine neue Generation herausragender Literaten und Komponisten fand sich nach dem ersten Weltkrieg im wieder aufblühenden Kabarett zusammen: Dichter wie Walter Mehring, Kurt Tucholsky, Klabund, Joachim Ringelnatz und Komponisten wie Friedrich Hollaender, Werner Richard Heymann und Mischa Spoliansky. Aus der Blütezeit dieses literarisch-musikalischen Kabaretts stammen etwa die drei Titel „An den Kanälen“, „Die Kälte“ und „Die kleine Stadt“, die Mehring und Heymann für Trude Hesterbergs Kabarett „Die wilde Bühne“ schrieben. Diese Lieder stehen für das poetisch-widerständige Kabarettchanson einer turbulenten Zeit. Dieser Tanz – nicht nur auf dem Vulkan, sondern auch am Abgrund – lassen die überhitzte Stimmung der Goldenen Zwanziger Jahre fühlbar werden. 

Lesen Sie auch den Artikel "Untergang und Morgengrauen" aus unserem Musikfreunde Magazin.