Fr 09. November 2018

20:00 Gläserner Saal / Magna Auditorium, Musikverein

Angela Denoke • Tal Balshai

Tanz auf dem Vulkan

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Tanz auf dem Vulkan

Die Opernsängerin Angela Denoke begibt sich in diesem Liederabend auf Abwege, wenn sie sich in dem Programm „Der Tanz auf dem Vulkan“ Liedern und Chansons der Goldenen Zwanziger widmet. „Das wäre kein Frieden, es wäre ein Wahn, Der alte Tanz auf dem alten Vulkan“, schrieb der junge Kurt Tucholsky 1919 in seinem Gedicht „Krieg dem Kriege“ und warnte hellsichtig vor Revanchismus und Militarismus, die neue Katastrophen heraufbeschwören würden. Nach dem Ende des Kaiserreichs und dem Fall der Zensur musste sich die junge Republik im Spannungsfeld zwischen den konservativen, nationalistischen Positionen und einem, in Deutschland noch wenig erprobten, demokratischen Denken behaupten. Eine neue Generation herausragender Literaten und Komponisten fand sich nach dem ersten Weltkrieg im wieder aufblühenden Kabarett zusammen: Dichter wie Walter Mehring, Kurt Tucholsky, Klabund, Joachim Ringelnatz und Komponisten wie Friedrich Hollaender, Werner Richard Heymann und Mischa Spoliansky. Aus der Blütezeit dieses literarisch-musikalischen Kabaretts stammen etwa die drei Titel „An den Kanälen“, „Die Kälte“ und „Die kleine Stadt“, die Mehring und Heymann für Trude Hesterbergs Kabarett „Die wilde Bühne“ schrieben. Diese Lieder stehen für das poetisch-widerständige Kabarettchanson einer turbulenten Zeit. Dieser Tanz – nicht nur auf dem Vulkan, sondern auch am Abgrund – lassen die überhitzte Stimmung der Goldenen Zwanziger Jahre fühlbar werden. 

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