Sa 10. November 2018

20:00 Gläserner Saal / Magna Auditorium, Musikverein

Peter Matić

Wiener Instrumentalsolisten | Liebe, Leid und Leben

Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden


Programm

Liebe, Leid und Leben 1918 - 2018 Erwin Schulhoff Sonate für Flöte und Klavier Alban Berg Sonate für Klavier, op. 1 Fritz Kreisler Liebesleid Liebesfreud — Pause — Eugène Bozza „Image” für Flöte Igor Strawinsky L’Histoire du Soldat. Suite für Violine, Klarinette und Klavier mit einer deutschen Nachdichtung von Rolf-Peter Wille

Zugaben

Darius Milhaud Suite für Violine, Klarinette und Klavier, op. 157b - 3. Satz (Jeux) Dmitrij Schostakowitsch Reigen

Service

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Liebe, Leid und Leben

Peter Matić gibt erstmals den Rezitator in der „Geschichte vom Soldaten“, deren Uraufführung sich dieses Jahr zum 100. Mal jährt. „Ein Stück wird uraufgeführt – gut sechs Wochen vor dem Waffenstillstand, in einem neutralen Land. Es ist eine Art von kleiner Wanderbühnen-Oper, ,zu lesen, zu spielen und zu tanzen‘, für ein paar Schauspieler, eine Tänzerin und ein Ensemble aus sieben Musikern: Schließlich soll es reisetauglich sein und etwas Geld in finanziell schwierigen Zeiten einbringen. Aber die Tournee fällt aus, da alle Teilnehmer an der gefürchteten Spanischen Grippe erkranken“, so lautet ein Bericht von der Uraufführung.
Seit 1910 lebte Igor Strawinsky in der Schweiz, wo er während des ersten Weltkriegs auf den Gedanken kam, den immer größer werdenden Schwierigkeiten der Aufführung von Opern mit einem völlig neuen Konzept von Musiktheater zu begegnen. Die Auswirkungen des Krieges wurden damals auch in der Schweiz vehement spürbar und nach der russischen Revolution brachen auch die Verbindungen in seine Heimat ab. Aber es waren nicht nur die äußeren Zwänge, die das Konzept der „Geschichte vom Soldaten“ auslösten. Strawinsky und mit ihm viele Künstler der Jahrhundertwende forderten zu dieser Zeit eine „Ästhetik der Einfachheit”, die sich entschieden gegen den Bombast im Musiktheater des 19. Jahrhunderts wandte. So entstand gemeinsam mit dem Librettisten Charles Ferdinand Ramuz nach einer russischen Märchenvorlage die „Geschichte vom Soldaten“ als ein einfaches Wandertheater.  
Vor der Pause stehen Werke von Zeitgenossen Strawinskys auf dem Programm, die zwischen 1910 und 1936 entstanden sind.

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