Sa 24. November 2018

20:00 Gläserner Saal / Magna Auditorium, Musikverein

Max Müller • Volker Nemmer

In diesem Lande und in dieser Zeit | Verbotene Lieder verbotener Komponisten

Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden


Programm

In diesem Lande und in dieser Zeit - 1933 – 1945: Verbotene Lieder verbotener Komponisten Ralph Benatzky Was jede Köchin summt. Walzerlied aus der Operette „Liebe im Schnee” Tagebucheintrag von Ralph Benatzky vom 5. April 1933 Ralph Benatzky Ein Wiener Walzer. Chanson Tagebucheintrag von Ralph Benatzky vom 16. Juni 1933 Ralph Benatzky Salzburger Schnürlregen. Chanson und Foxtrott aus dem Tonfilm „Im weißen Rössel” Hans Krása Fünf Lieder, op. 4 Hannelore Brenner-Wonschick: Auszüge aus „Die Mädchen von Zimmer 28“ Robert Stolz Das Malheur von Venedig, op. 38 An die österreichischen Landsleute - Rundfunkansprache 1943 Robert Stolz Ballade, op. 31 Ein Walzer von Strauß, op. 174 — Pause — Kurt Weill Speak low Brief von Kurt Weill an Lotte Lenya vom 21. August 1944 Kurt Weill Schickelgruber Brief von Lotte Lenya an Kurt Weill vom 18. Februar 1942 Kurt Weill Und was bekam des Soldaten Weib? Brief von Kurt Weill an Lotte Lenya vom 8. Mai 1945 Kurt Weill Buddy on the Nightshift Intervieweinspielung Hanns Eisler vom 21. April 1958 Hanns Eisler Ballade von der Judenhure Marie Sanders Intervieweinspielung Hanns Eisler vom 13. April 1958 Hanns Eisler An den kleinen Radioapparat Über den Selbstmord Und es sind die finstern Zeiten Intervieweinspielung Hanns Eisler vom 4. Juni 1961 Hanns Eisler O Fallada, da du hangest („Ein Pferd beklagt sich”) Interview mit Georg Kreisler (KONKRET Nr. 07/2002) Georg Kreisler Opernboogie Interview mit Georg Kreisler (KONKRET Nr. 08/2002) Georg Kreisler Tauben vergiften Interview mit Georg Kreisler (KONKRET Nr. 08/2002) Georg Kreisler Das Triangel

Zugaben

Georg Kreisler Ticker Ralph Benatzky Pfiat di Gott

Service

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Bemerkungen

Konzept und Programmauswahl: Max Müller; dramaturgische Beratung: Gerda Fröhlich.

 

In diesem Land und in dieser Zeit

Max Müller, der dem Fernsehpublikum vor allem als lustiger Polizist aus der Serie „Die Rosenheim-Cops“ bekannt ist, einmal von einer ernsten Seite: In seinem Programm „In diesem Land und in dieser Zeit“ singt der beliebte Schauspieler und Bariton Lieder von Komponisten, die im „Dritten Reich“ als „undeutsch“ verboten wurden.

Sechs Komponisten – ein Experiment, davon ging Max Müller aus, der sich bereits seit längerer Zeit mit dem Schicksal von Komponisten beschäftige, die im „Dritten Reich“ als „undeutsch“ verboten und verfolgt wurden, aber der deutschen Kultur zutiefst verbunden waren: Ralph Benatzky, „Kronprinz“ und zugleich Revolutionär der Silbernen Operette, ebenso wie Hans Krása, der vor seiner Ermordung in Auschwitz Gedichte von Rilke und Morgenstern vertonte, Kurt Weill, der langjährige künstlerische Wegbegleiter von Bertolt Brecht, Hanns Eisler, der in seinem „Hollywooder Liederbuch“ beklemmend die Situation deutscher Emigranten in Amerika schilderte, Georg Kreisler, Sprachanarchist und das komischpolitische Gewissen Österreichs und Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Und nicht zu vergessen Robert Stolz, der, von den Nazis hochgeschätzt, 1938 aus Solidarität zu seinen verfolgten Freunden und Kollegen freiwillig ins Exil ging. Dieses Programm hat Max Müller 2012 für den Wiener Musikverein entwickelt und wird nun anlässlich des Gedenkjahres wiederaufgenommen. Zugleich zeigt es den beliebten Schauspieler und ausgebildeten Sänger von einer ganz anderen Seite, nämlich als eine Persönlichkeit, die sich reflektierend und kritisch mit der Vergangenheit auseinandersetzt.

Lesen Sie auch den Artikel "Untergang und Morgengrauen" aus unserem Musikfreunde Magazin.