Fr 14. Dezember 2018

20:00 Gläserner Saal / Magna Auditorium, Musikverein

Shiho Ojima

Mozart • Beethoven • Schumann

Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden


Service

Programm drucken

Bemerkungen

Das Konzert wurde vom Metallenen Saal in den Gläsernen Saal / Magna Auditorium verschoben.

 

„Eine tiefe Klage um Dich“

Die Reihe Tasten.Lauf soll jungen aufstrebenden Pianistinnen und Pianisten ein Podium geben. Wir freuen uns, am 14. Dezember Shiho Ojima begrüßen zu dürfen. 

Shiho Ojima erhielt mit 4 Jahren ihren ersten Klavierunterricht. 2015 schloss sie das Bachelorstudium an der Tokyo University of the Arts bei Akiyoshi Sako mit dem Douseikai Neuling Preis ab. Die 25-jährige japanische Pianistin, die neben anderen Auszeichnungen unter anderem den ersten Preis beim Asia Internationale Wettbewerb gewann, studiert derzeit im Masterstudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Peter Efler.

Ihr Klavier-Rezital im Musikverein eröffnet Shiho Ojima mit Mozarts a-Moll-Sonate, der dunkelsten unter seinen Klaviersonaten. Er hat sie 1778 in Paris komponiert, nachdem seine Mutter, die ihn auf dieser Reise begleitet hatte, dort überraschend verstorben war. 
So wie Mozart in dieser Sonate „romantische Gefilde“ streift, ließ auch Beethoven in seiner Sonate E-Dur, op. 109 die klassische Formensprache zum Teil hinter sich. Äußerst konzentriert im Ausdruck repräsentiert diese drittletzte Sonate Beethovens seinen späten Stil, in der freie Formen auf der einen Seite durch strenge kontrapunktische Gebilde ausbalanciert werden. 

Zu den großen Bewunderern Beethovens zählte Robert Schumann. In seiner Fantasie für Klavier C-Dur zitiert er sogar aus Beethovens Liederzyklus „An die ferne Geliebte“ – und das aus gutem Grund. Denn auch Schumann war im Sommer 1836, als er diese Fantasie komponierte, von seiner großen Liebe Clara Wieck getrennt und litt dadurch an Schwermut und nervösen Störungen. Viel von diesem persönlichen Leiden ist in diese Musik eingeflossen, wie Schumann zwei Jahre nach Fertigstellung der Fantasie an Clara schrieb: „Die Fantasie kannst Du nur verstehen, wenn Du Dich in den Sommer 1836 zurückversetzest, wo ich Dir entsagte. Der erste Satz ist wohl mein Passioniertestes, was ich je gemacht – eine tiefe Klage um Dich.“