Di 02. April 2019

19:30 Brahms-Saal, Musikverein

Michael Schade • Malcolm Martineau

Franz Schubert

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Keine Pause.

 

Mittwoch, 3. April 2019 | Wiener Zeitung / Eigl, Marion

Psychogramm eines Müllerburschen

Michael Schade und "Die schöne Müllerin" im Musikverein.

Glück und Unglück liegen oft nur einen Wimpernschlag voneinander entfernt. Gerade eben noch war Grün die "liebe Farbe": Zypressenhain, Rosmarein, alles grün so rings und rund. Sein Schatz hat’s Grün so gern. Plötzlich der Stimmungswechsel. Aus Liebe und Hoffnung wird totenbleiches Weinen, das Grün zur "bösen Farbe". Verliebtsein ähnelt oftmals einem Wechselbad der Gefühle.

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Die Wahrheit des Moments 

„Was sag ich denn vom Rauschen? Das kann kein Rauschen sein …“ Michael Schade singt Schuberts „Schöne Müllerin“ und spricht über das, was uns Schuberts Lieder sagen können.

Und der da“, sagt Michael Schade und deutet lächelnd auf die Brahms-Büste im Brahms-Saal, „der ist auch einer, der das eindeutig verstanden hat, oder?“ O ja, das hat er. Verstanden hat er, wie weit und reich die Welt der Schubert-Lieder ist, und geliebt hat er ihn, diesen Franz Schubert. „Meine Schubertliebe“, schrieb Johannes Brahms 1863 aus Wien, „ist eine sehr ernst- hafte, wohl gerade, weil sie nicht flüchtige Hitze ist.“ Dass er sein Herz an Wien verlor, hat auch mit dieser Liebe zu tun. Brahms war Schubertianer – mit Herz und Mund und Tat und Leben. 1869, um nur ein Beispiel zu nennen, saß er in Wien am Flügel und begleitete seinen Freund Julius Stockhausen, einen famosen Liedsänger, bei Schuberts „Schöner Müllerin“. Die Aufführung des ganzen Zyklus war eine Pioniertat. Und so stimmt wirklich alles fein zusammen, wenn Michael Schade nun mit einer Reverenz an Brahms vor dessen Büste steht. Am 2. April singt er im Brahms-Saal Schuberts „Schöne Müllerin“.

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