Do 04. Oktober 2018

19:30 Brahms-Saal, Musikverein

Marlis Petersen • Stephan Matthias Lademann

Schumann • Schubert • Mozart

Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden


Programm

Welt Himmel und Erde Robert Schumann Himmel und Erde, op. 96/5 Franz Schubert Cora an die Sonne, D 263 An die untergehende Sonne, D 457 Hans Sommer Herbstabend, op. 35/1 Franz Schubert Die Mutter Erde, D 788 („Des Lebens Tag ist schwer und schwül”) Mensch und Natur Wolfgang Amadeus Mozart Sehnsucht nach dem Frühlinge, KV 596 Franz Schubert Naturgenuß, D 188 Robert Schumann Die Hütte, op. 119/1 Franz Schubert Die Berge, D 634 Johannes Brahms Juchhe!, op. 6/4 Robert Schumann Des Sennen Abschied, op. 79/22 Johannes Brahms Dämmrung senkte sich, op. 59/1 — Pause — Los und Erkenntnis Hans Sommer Gesang des Lebens, op. 35/3 Johannes Brahms Der Strom, der neben mir verrauschte, op. 32/4 Serenade, op. 70/3 Sigurd von Koch Das Los des Menschen Robert Schumann Sehnsucht, op. 51/1 Richard Wagner Stehe still Hoffnung und Sehnsucht Franz Schubert Am See, D 746 Clara Schumann Mein Stern Johannes Brahms Feldeinsamkeit, op. 86/2 Ludwig van Beethoven Abendlied unter’m gestirnten Himmel, WoO 150 Robert Schumann Mondnacht, op. 39/5 Conclusio Hans Sommer Erinnerung

Zugaben

Wolfgang Amadeus Mozart Abendempfindung an Laura, KV 523 Ludwig van Beethoven Freudvoll und leidvoll, op. 84/4

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Rezensionen

Freitag, 05. Oktober 2018 | Die Presse / Steininger, Theresa

Marlis Petersen bereist die ganze Welt

Im Musikverein präsentierte die vielseitige Singschauspielerin das erste von drei geplanten Liedprogrammen.

„Einen Moment des Innehaltens“ wolle sie ihren Zuhörern schenken und „einladen, die fantastische Erdenwelt, die wir manchmal vor lauter Stress gar nicht wahrnehmen, wieder bewusster zu erleben“, verkündete Marlis Petersen zu Beginn ihres Liederabends im Brahms-Saal, in dem sie ihr CD-Programm „Welt“ präsentierte.

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Die Welt im Lied

In der Welt der Oper, der Welt der Musik ist Marlis Petersen eine gefeierte Größe.  Nun kommt sie als Liedsängerin in den Musikverein. „Welt“ heißt das Programm, das von ganz anderen Welteinsichten singt.  

Lippen schweigen. Es ist so schwer, das lösende Wort zu finden. Zwei, die sich’s sagen müssten, sind so verstockt in ihrem Denken, dass sie dem Fühlen keinen Ausdruck geben können. Die Musik weiß es längst, ’s flüstern Geigen, und bevor endlich das Zauberwort gesprochen wird, sagt es das Lied. Hanna Glawari, die lustige Witwe, die so lustig gar nicht ist, singt es: das Vilja-Lied. Es ist ein Höhepunkt in jeder Aufführung der Lehár-Operette, hier aber ganz besonders, in Claus Guths Neuinszenierung der Oper Frankfurt. Im eleganten Schwenk der Drehbühne hebt sich das Lied da unversehens aus dem Kunterbunt des Folklore-Getümmels und wird zum intimen Geständnis. Sie singt es, allein, für ihn. Was ein Lied sein kann, als Seelenöffner und Herzensbrecher, wird in diesem Augenblick erlebbar – und umso stärker wirkt er, als Marlis Petersen den Moment mit großer Innigkeit erfüllt. So kann, dank ihr, die Regie den Bogen weit spannen. Der champagnersprühenden Operettenoberfläche steht eine Seelentiefe gegenüber, die im Gesang ihr Eigentlichstes findet.

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