Di 02. Oktober 2018

19:30 Großer Saal, Musikverein

Wiener Philharmoniker

Herbert Blomstedt | Berwald • Dvořák

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Rezensionen

Montag, 24. September 2018 | Der Standard / Ender, Stefan

Späte Liebe: Die Philharmoniker und Herbert Blomstedt

Der 91-jährige Dirigent gastierte mit den Wiener Philharmonikern im Musikverein.

Seit knapp 148 Jahren – genauer: seit dem 13. November 1870 – finden die Abonnementkonzerte der Wiener Philharmoniker im Musikverein statt. Dass das hohe Alter in diesem altehrwürdigen Konzertzyklus geschätzt wird, versteht sich von selbst: Der 91-jährige Herbert Blomstedt jedenfalls musste am Samstagnachmittag noch einmal extra zum Applausempfang auf die Bühne, die Philharmoniker waren da schon in die Garderobe verschwunden.

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Mut zum Singulären

Mit den Wiener Philharmonikern bricht Herbert Blomstedt eine Lanze für seinen schwedischen Landsmann Franz Berwald. Dessen „Sinfonie singulière“ aus dem Jahr 1845 ist ein faszinierend eigenwilliges Werk, geschaffen aus einem spannungsreichen Leben.  

„Singulär“, auch „kapriziös“ war das Schicksal des 1796 in Stockholm geborenen Komponisten Franz Berwald. Er sah sich als „seriös“, keinesfalls „naiv“. Diese Eigenschaftswörter wählte er als Titel seiner vier Symphonien. Berwald war Physiotherapeut avant la lettre, Fabrikmanager, Grundstücksmakler – und als Komponist seiner Zeit voraus.  Seine „Sinfonie sérieuse“ sollte die einzige seiner Symphonien bleiben, die zu seinen Lebzeiten aufgeführt wurde. Die „Sinfonie singulière“, 1845 vollendet, kam erst 1905 in Stockholm zur Uraufführung, 47 Jahre nach seinem Tod.   

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