Sa 16. Dezember 2017

18:30 Brahms-Saal, Musikverein

Küchl Quartett

Robert Bauerstatter • Tsuyoshi Tsutsumi | Mozart • Brahms

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Vom Wirtshaus an den Königshof

Mozart und das Streichquartett

In einer Gastwirtschaft in der Lombardei beginnt diese musikalische Reise, macht später großmächtig Station in der Kaiserstadt Wien, um in Potsdam am preußischen Königshof zu enden – vorläufig, ohne rechten Schlusspunkt, und doch unweigerlich vorbei: 23 Streichquartette zählte Ludwig Ritter von Köchel in Mozarts Schaffen, davon zehn „große“. Walter Weidringer über die wichtigsten äußeren Stationen des Weges, auf dem sie entstanden sind. 

Über das früheste Wann und Wo wissen wir exakt Bescheid: Am 15. März 1770 übernachten Vater und Sohn Mozart auf ihrem Weg von Mailand nach Parma in einem Wirtshaus in Lodi, das 30 Kilometer südöstlich von Mailand liegt. Dort schreibt der 14-Jährige sein erstes Streichquartett – „alle 7. di sera“, wie auf dem Autograph in ungewöhnlicher Genauigkeit zu lesen ist. Wie darf man sich die Szene um sieben Uhr abends vorstellen? Noch in der Wirtsstube zwischen Fremden, bei Wasser, Wein und einer einfachen Jause? Oder schon im eigentlichen Nachtquartier? 
Es scheint, als hätte der junge Komponist noch schnell vor dem Schlafengehen auf jene Kammermusik Giovanni Battista Sammartinis und seines Kreises reagieren wollen, die er soeben in Mailand kennengelernt hatte – nach dortigem Gusto, in drei Sätzen mit Menuett als Finale.

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