Sa 09. September 2017

19:30 Großer Saal, Musikverein

Sächsische Staatskapelle Dresden

Christian Thielemann | Mendelssohn • Bruch • Brahms

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Rezensionen

Sonntag, 10. September 2017 | Die Presse / Weidringer, Walter

Musikverein: Hörgewohnheit auf Prüfstand

Nikolaj Znaider brilliert mit Bruch, Thielemann lotet mit den Dresdnern bei Mendelssohn und Brahms melancholische Tiefen aus.

Leise grollt die Pauke, das Holz stimmt eine elegische Melodie an: Herbst weht gleich durch die ersten Takte von Max Bruchs g-Moll-Violinkonzert. Zugegeben, diesmal hatten sich die gleichwohl glänzenden Dresdner Bläsersolisten im Ausdruck nicht im Nu perfekt auf diese Stimmung eingeschwungen – doch mit dem Einsatz von Nikolaj Znaider einen Augenblick später war die Atmosphäre da: Im Ganzen süffig, an besonderen Stellen honigsüß und nobel im Ton, dabei jedoch reich differenziert zwischen Pianissimoträumerei und Virtuosengefunkel, machte er das mittlerweile gar nicht mehr so oft gespielte Konzert zu einer einzigen großen Bühnenszene.

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Montag, 11. September 2017 | Wiener Zeitung / Wappel, Katharina

Höhenflug mit Zwischenlandung

Schon vor der Pause Begeisterung und Demut:

Das Publikum lässt sich in seiner Applaudierfreude genauso wenig mäßigen wie Thielemann darin, alles Lob an Znaider weiterzuleiten. Dieser wiederum gibt es postwendend zurück an den Maestro. Dahinter verbirgt sich freilich Koketterie, allen Anwesenden ist klar, dass der Erfolg des Abends ein Gemeinschaftswerk ist. Sowohl Christian Thielemann als auch die Sächsische Staatskapelle Dresden wie Nikolaj Znaider dürfen zufrieden sein, die Laune ist dementsprechend gut.

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Von der ersten zur Ersten

Zählen bei Beethoven, Bruckner und Brahms

Mit der Sächsischen Staatskapelle, Christian Thielemann und Rudolf Buchbinder stehen beim Saisoneröffnungskonzert – selbstverständlich – erste Kräfte auf dem Podium. Doch auch sonst steht dieses Konzert ganz im Zeichen der Ersten: der Ersten Symphonie von Bruckner, des Ersten Klavier­konzerts von Beethoven. Tags darauf folgt die Zweite von Brahms. Wie ist das eigentlich, wollten die „Musikfreunde“ wissen, mit dem Zählen bei Komponisten? Thomas Leibnitz erzählt davon.

1863 schrieb Anton Bruckner seine erste Symphonie. Leicht hatte er es sich wahrlich nicht gemacht: Viele Jahre intensiven Theoriestudiums bei Simon Sechter in Wien waren vorangegangen, gefolgt von weiteren Studienjahren bei dem Kapellmeister Otto Kitzler. Inspiriert von Wagners „Tannhäuser“ in Linz, einem musikalischen Erlebnis von prägender Bedeutung, konzipierte er unter der Leitung Kitzlers eine Symphonie in f-Moll (später als „Studiensymphonie“ bezeichnet). Sie entstand innerhalb von vier Monaten, zeigt zwar die Einflüsse der Vorbilder Schubert, Spohr und Weber, kann aber als bereits durchaus eigenständige Schöpfung gelten. Allerdings: Das so schwer errungene Werk versah Bruckner später mit dem Vermerk „Schularbeit“; in die Zählung der späteren Symphonien nahm er es nicht auf.

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