Fr 20. April 2018

19:30 Großer Saal, Musikverein

Webern Symphonie Orchester

Christoph von Dohnányi | Ives • Schumann • Brahms

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Zyklus

Familien-Zyklus / 4

Jeunesse Abo 03 Jugendorchester

Jeunesse Abo 13 Romantik

 

Veranstalter

Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Jeunesse

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Frei nach Goethe

Christoph von Dohnányi

Gerade 31 Jahre alt war Christoph von Dohnányi, als er im Dezember 1960 sein Dirigierdebüt bei der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien gab. 58 Jahre später kehrt er als Grandseigneur für ein Projekt mit dem Symphonieorchester der Wiener Musikuniversität zurück. Werke von Ives, Schumann und Brahms stehen auf dem Programm. Und ein Hauch von Goethe schwingt mit.

Zahm? Aber nein, nicht wirklich. Es war eine ordentliche Prise Ironie im Spiel, als der alte Goethe für die Werkausgabe „letzter Hand“ seine Spruchdichtung durchsah, um sie unter dem Titel „Zahme Xenien“ herauszugeben. Die Xenien hatte er einst mit Freund Schiller als polemisch-angriffige Zweizeiler gepflegt. Jetzt, im Alter, gab er sich milder. Aber zahm war er deswegen noch lange nicht – nur souveräner, klüger auch durchs lange und stets durchdachte Leben, weiser und vor allem: gelassener.
Es ist kein Zufall – und wenn, dann ein sehr stimmiger –, dass Christoph von Dohnányi im ebenso entspannten wie weitgespannten Gespräch auf diesen alten Goethe zu reden kommt. Er liebe, sagt der 88-Jährige, die „Zahmen Xenien“, für ihn sei diese Spruchsammlung in ihrer pointierten Lebenswahrheit „fast wie eine kleine Bibel“. Und erst kürzlich, erzählt er weiter, habe er dem Orchester, der Berliner Staatskapelle, eine Kostprobe daraus mit auf den Weg gegeben. „Mit seltsamen Gebärden“, so Goethe in den „Zahmen Xenien“, zitiert von Dohnányi, „gibt man sich viele Pein,/ Kein Mensch will etwas werden,/ Ein jeder will schon was sein.“

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