Sa 02. Juni 2018

19:30 Großer Saal, Musikverein

Wiener Symphoniker

Philippe Jordan | Einem • Schumann • Dvořák

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Missing Link

„Habent sua fata libelli“. Und so wie Bücher, dem alten lateinischen Sprichwort zufolge, ihr Schicksal haben, so haben es auch musikalische Werke: Schumanns Violinkonzert etwa trägt das Schicksal, ein Stiefkind zu sein, von Anfang an. Eine Aufführung zu Schumanns Lebzeiten kam nicht zustande, später wurde es nicht einmal in die erste Gesamtausgabe seiner Werke aufgenommen, und als 1937 endlich die Uraufführung anstand, fielen weitere Schatten darauf. Man hatte es für notwendig befunden, den Notentext von Paul Hindemith bearbeiten zu lassen, und bei der Premiere, die der NS-Propaganda dienlich gemacht wurde, spielte der deutsche Geiger Georg Schünemann anstelle des ursprünglich vorgesehenen Yehudi Menuhin. Menuhin aber ließ es sich nicht nehmen, die große Bedeutung dieses Konzerts herauszuheben. Nichts weniger sei es, so Menuhin, als das „Missing Link“ zwischen dem Beethoven- und dem Brahms-Violinkonzert. Julia Fischer unterstreicht dieses Plädoyer mit ihrer ganzen künstlerischen Leidenschaft.