15. 9月 2022

19:30 Großer Saal, Musikverein

The Cleveland Orchestra

Franz Welser-Möst | Mozart • Schubert

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Welten der Klangkultur

Franz Welser-Möst, das Cleveland Orchestra und die Wiener Philharmoniker

Gleich zum Saisonbeginn im September führt Franz Welser-Möst „sein“ Cleveland Orchestra in den Großen Musikvereinssaal zurück. Im Oktober steht er am Pult der Wiener Philharmoniker.

Ein amerikanisches Orchester mit Werken von Mozart und Schubert im Wiener Musikverein: Heißt das Eulen nach Athen tragen? Nicht, wenn es sich um das Cleveland Orchestra handelt, von dem auch Kommentatoren diesseits des großen Teichs immer wieder behauptet haben, es sei das „europäischste“ unter den Spitzenorchestern der USA. Wobei die Spieltradition der amerikanischen Klangkörper ohnehin fest in der musikalischen Kultur der „Alten Welt“ wurzelt. Bedenken wir nur, welche Rolle Musiker wie Gustav Mahler oder Arturo Toscanini in der Entwicklung dessen gespielt haben, was wir heute vielleicht als unverwechselbar amerikanischen Klang empfinden.  Der Aderlass, den die diktatorischen Regime des 20. Jahrhunderts dem Kulturleben beschert haben, tat ein Übriges: Wenn es galt, Toscanini ein eigenes Orchester aufzubauen, damit er via Rundfunk ganz Nordamerika mit klassischer Musik beschallte, dann konnten die Gründerväter von NBC auf viele Exilanten zurückgreifen. Und auf Tutoren, die ihren Mozart, ihren Beethoven, ihren Brahms in der europäischen Heimat gehört, begriffen und lieben gelernt hatten.

Einer von ihnen war Erich Leinsdorf, in Wien geboren und ausgebildet – und damit einer von vielen aus der österreichisch-ungarischen Monarchie stammenden Patrone der amerikanischen Orchesterkultur. Oder denken wir an Fritz Reiner, der die Geschicke in Pittsburgh und Chicago lenkte, unbeirrbar wie Göttervater Zeus – und mindestens ebenso gefürchtet. Wieder ein anderer: George Szell, der eben in Cleveland regierte, ebenso streng, geschult übrigens in Wien vom selben Klavierlehrer, der auch Rudolf Serkin den letzten Schliff gab. Die beiden Kommilitonen haben nicht nur, aber auch in Cleveland miteinander legendäre Schallplattenaufnahmen gemacht – unter anderem einige der Wiener Klavierkonzerte von Mozart, die bis heute als Referenz dienen: schlanker, klarer, transparenter Klang, keine falschen Romantizismen, aber eine Liebe zu satter, fülliger Tongebung. Das waren keine Amerikanismen, die da auf den Plattenteller kamen, das waren Früchte wienerischer Spieltradition. Die hat man dank der langen Aufbauarbeit, die George Szell in Cleveland geleistet hat, dort nie vergessen. Und es kam wohl nicht ganz zufällig, dass es dem Oberösterreicher Franz Welser-Möst bei seiner Landnahme in den USA ausgerechnet in Cleveland gelang, besonders viele Saiten der orchestralen Tradition der Stadt wieder zum Schwingen zu bringen. Bestimmte musikantische Tugenden lassen sich ja bei großen Orchestern hie und da eine Zeitlang unterdrücken. Auszulöschen sind sie nicht.

Welser-Möst, mittlerweile seit 2002 auf Szells einstigem Posten, kann daher aufbauen auf einer Klangkultur, die sozusagen im genetischen Code seines Orchesters programmiert ist. Das klingt unwahrscheinlich, aber die Erfahrung lehrt, dass es dergleichen musikalische Erbmasse gibt. Das zweite Programm, mit dem der Dirigent sein Orchester heuer in den Goldenen Saal des Musikvereins führt, könnte im Übrigen genau so von Szell zusammengestellt worden sein: Auf Mozarts C-Dur-Konzert, KV 467, folgt Franz Schuberts letzte, die sogenannte „Große“ C-Dur-Symphonie, die auch Szell geliebt und oft dirigiert hat.
Für Welser-Möst gehört wiederum die Musik Schuberts zu den grundlegenden Elementen seines Musikerdaseins – ja, man darf in seinem Fall sogar sagen, dass Schubert an einem kritischen Wendepunkt seines Lebens eine entscheidende Rolle gespielt hat: Es war die letzte Musik, die er als Musiker gespielt hat, bevor er bei einem Unfall beinah sein Leben verlor. Es war die erste Musik, die er beim Wiedererlangen seines Bewusstseins wieder hören durfte.
Dergleichen vergisst sich nicht. Es verschafft einem Interpreten einen Zugang, der vermutlich notgedrungen auf die Musikerkollegen abfärbt. Zudem gilt Welser-Möst heute in der Welt als einer der herausragenden Interpreten der Symphonien Anton Bruckners – und deren Kosmos ist ohne die Räume, die Schubert gerade mit seiner „Großen C-Dur-Symphonie“ eröffnet hat, gar nicht denkbar. Beim ersten Programm, das Franz Welser-Möst am  14. September mit dem Cleveland Orchestra dirigiert, wird dies zu erleben sein. Hier kombiniert er Bruckners Neunte mit Bergs Drei Stücken aus der „Lyrischen Suite“.

Mit den Wiener Philharmonikern erarbeitet der Dirigent übrigens in dieser Saison ein Programm, das ebenso weite Gedankenbögen zulässt: Schon bei den Salzburger Festspielen hat das Orchester mit Welser-Möst eine Programmhälfte gestaltet, in der Wagners „Parsifal“-Vorspiel pausenlos in Richard Strauss’ Tondichtung „Tod und Verklärung“ überging – sodass mancher Besucher, dem die Musik nicht so vertraut war, nicht bemerkte, wo das eine Werk geendet und das andere begonnen hatte. Tatsächlich hat ja die einzigartige Clair-obscure-Technik der Orchestrierung von Wagners Bühnenweihfestspiel dem jungen Strauss, der Zeuge der frühesten Bayreuther „Parsifal“-Aufführungen war, unauslöschlichen Eindruck gemacht. Gerade „Tod und Verklärung“ mit seinem Versuch, den Moment des Todes einzufangen und künstlerisch zu transzendieren, knüpft unmissverständlich an Wagners Gralszauber an – das Memento eines zeitlebens atheistisch denkenden Komponisten, der immerhin auf seinem eigenen Totenbett staunend bekannte, das Sterben ereigne sich tatsächlich so, wie er es sechs Jahrzehnte zuvor in seiner symphonischen Dichtung op. 24 tönend protokolliert hatte.
Dass nach der Pause mit Antonín Dvořáks Achter Symphonie eine Komposition folgt, die als eine der lebenslustigsten Symphonien der Musikgeschichte gilt, ist übrigens kein Stilbruch. Wär’ nicht Welser-Möst, wenn sich nicht auch hinter einer solchen scheinbaren Kollision ein doppelter Boden auftäte. Dvořáks Achte steht zwischen zwei leidenschaftlich-düsteren, hoch dramatischen Moll-Symphonien, der Siebenten in d-Moll und der berühmten, vielgespielten e-Moll-Symphonie „Aus der Neuen Welt“, mit der die Laufbahn des Symphonikers Dvořák keineswegs zu Ende war, obgleich diese Neunte die letzte viersätzige Symphonie aus seiner Feder darstellt. Es folgten nämlich – gleichzeitig mit ähnlichen Werken von Strauss, was kaum beachtet wird – noch fünf große symphonische Dichtungen nach märchenhaften Vorlagen, in denen die Musik – wie bei Liszt oder Strauss – Geschichten erzählt, die den musikalischen Werken ihre dramaturgische Struktur leihen.

Nun ist gerade die scheinbar so lichte, in der Volkslieder-Tonart G-Dur stehende Achte Symphonie Antonín Dvořáks, formal gesehen, alles andere als ein klassizistischer Versuch mit der von Beethoven längst vollendeten symphonischen Form. Mögen die altbekannten architektonischen Gerüste noch rudimentär erkennbar sein, die Klänge bahnen sich namentlich im zweiten Satz, einem tiefgründigen Adagio, doch einen Weg, der von keiner vorgezeichneten Vorlage bestimmt scheint. Die Musik steckt voller Überraschungen, jäher Wendungen, gefolgt von einem melancholischen Walzer und erst im Finale wieder voll Elan ins Licht stürmend.

Da spricht schon der Meister der späten Tondichtungen – und die Kombination mit der nicht minder frei strömenden Dramaturgie des „Parsifal“-Vorspiels und dem pittoresken Strauss’schen Seelengemälde wird vielleicht auch dem Dvořák-verwöhnten Wiener Konzertpublikum neue Perspektiven eröffnen.

Wilhelm Sinkovicz
Dr. Wilhelm Sinkovicz ist Erster Musikkritiker und leitender Redakteur der Tageszeitung „Die Presse“ in Wien.

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