15. 1月 2020

20:00 Gläserner Saal / Magna Auditorium, Musikverein

Studierende der mdw

Orient und Okzident

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演奏家

プログラム

Orient und Okzident - Lieder nach Gedichten von Johann Wolfgang von Goethe Lieder nach dem West-Östlichen Divan Robert Schumann Talismane, op. 25/8 Johannes Brahms Phänomen, op. 61/3 Hugo Wolf Phänomen Erschaffen und Beleben Othmar Schoeck Selige Sehnsucht, op. 19b/8 Franz Schubert Versunken, D 715 Geheimes, D 719 Suleika und Hatem Hugo Wolf Nicht Gelegenheit macht Diebe Hochbeglückt in deiner Liebe schelt ich nicht Gelegenheit Als ich auf dem Euphrat schiffte Dies zu deuten bin erbötig! Komm, Liebchen, komm! Hätt ich irgend wohl Bedenken Locken, haltet mich gefangen Nimmer will ich dich verlieren Wie sollt ich heiter bleiben Wenn ich dein gedenke Othmar Schoeck Deinem Blick mich zu bequemen („Suleika”) An des lust’gen Brunnens Rand, op. 19b/2 — 休憩 — Lied der Suleika Franz Schubert Suleikas Lied I, D 720 („Was bedeutet die Bewegung“) Felix Mendelssohn Bartholdy Was bedeutet die Bewegung, op. 57/3 (Suleika I) Franz Schubert Suleikas Lied II, D 717 („Ach, um deine feuchten Schwingen“) Felix Mendelssohn Bartholdy Ach, um deine feuchten Schwingen, op. 34/4 (Suleika II) Robert Schumann Wie mit innigstem Behagen, op. 25/9 („Suleika”) Sitz’ ich allein, op. 25/5 Hugo Wolf Ob der Koran Trunken müssen wir alle sein So lang man nüchtern ist Sie haben wegen der Trunkenheit Was in der Schenke waren heute

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Gottes ist der Orient

Goethes „West-östlicher Divan“ und der Zauber einer Märchenwelt 

Vor zweihundert Jahren erschien Goethes „West-östlicher Divan“. Lieder nach Gedichten aus dieser Sammlung stehen im Zentrum eines Abends mit Studierenden der mdw. Thomas Leibnitz beleuchtet Verbindendes und Trennendes zwischen Morgenland und Abendland.

Es war dies ein alter, aber sehr gelehrter Mann, der viele morgenländische Sprachen verstand, Arabisch, Persisch, Koptisch, sogar Chinesisch, von jedem etwas; er galt in jenem Land für ein Wunder von Gelehrsamkeit, und man gab ihm viel Geld, daß er diese Sprachen andere Leute lehrte. Dieser Mann ließ nun den jungen Almansor alle Wochen einige Male zu sich kommen, bewirtete ihn mit seltenen Früchten und dergleichen, und dem Jüngling war es dann, als wäre er zu Hause.“ Eine Episode aus der „Geschichte Almansors“, einem der Märchen Wilhelm Hauffs, die ein idealisiertes Orientbild zeichnen, wie es für das 19. Jahrhundert charakteristisch ist. Für Hauff ist der Orient die „gute Welt“, und gerade in der „Geschichte Almansors“ bringt er dies auf den Punkt: Almansor, der Sohn eines Scheichs, wird nach Paris verschleppt, wo er ein tristes Leben als Dienstbote führen muss – Lichtblicke sind für ihn die Stunden bei dem alten Professor, dessen Orientliebe seltsame Blüten treibt: „Auf einem dieser Polster saß der alte Professor; er sah aber ganz anders aus, als gewöhnlich; um den Kopf hatte er einen feinen türkischen Shawl als Turban gewunden, er hatte einen grauen Bart umgeknüpft, der ihm bis zum Gürtel reichte und wie ein natürlicher, ehrwürdiger Bart eines gewichtigen Mannes aussah.“ Es gelingt Almansor, in seine Heimat zurückzukehren, wo er wieder in seine Rechte als Fürstensohn eingesetzt wird und mit Dankbarkeit seiner Wohltäter gedenkt, darunter auch des wunderlichen Pariser Professors.

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