22. 3月 2019

19:30 Großer Saal, Musikverein

Wiener Symphoniker

Gustavo Gimeno | Dutilleux • Saint-Saëns • Schumann

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Wiener-Symphoniker-Zyklus A / 4

Jeunesse Abo 02 Wiener Symphoniker

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Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
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コンサート評

2019年3月24日 | Die Presse / Gürtelschmied, Walter

Entstaubte Kostbarkeiten

Harriet Krijgh brillierte in einem von Gustavo Gimeno exzellent dirigierten, farbenreichen Programm der Symphoniker.

Das Orchester unter Gustavo Gimeno, einem so geschickten wie kompetenten Gastdirigenten, bewährte sich im französischen und deutschen Repertoire.

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Avantgardist und Nachzügler

Camille Saint-Saëns

Man könnte geradezu von einer Renaissance des Camille Saint-Saëns sprechen. In den Programmen herausragender Interpreten ist der Maître jedenfalls mehr und mehr vertreten. Im Musikverein spielt Harriet Krijgh nun mit den Wiener Symphonikern Saint-Saëns’ Erstes Cellokonzert, während die „Orgelsymphonie“ mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, der Organistin Iveta Apkalna und Mariss Jansons am Dirigentenpult zu hören ist.

Ein bitteres und nicht ganz seltenes Los: Einer, der die Fahne des Fortschritts geschwungen hat, findet sich am Ende seiner Tage im Lager der „Reaktion“ wieder. Unter den prägenden Gestalten des 20. Jahrhunderts steht Richard Strauss sehr nachdrücklich für diesen „Werdegang“; einst als Bürgerschreck und Enfant terrible bekannt geworden, machte er im hohen Alter kein Hehl aus seiner tiefen Skepsis gegenüber einer „Neuen Musik“, die seiner Meinung nach unverzichtbare Grundlagen wie die Tonalität und das Kadenzgefüge aufgegeben hatte. In mancher Hinsicht ein Verwandter im Geiste, allerdings einer früheren Generation zugehörig, war ihm Camille Saint-Saëns, einer der meistgefeierten Komponisten seiner Zeit, der ebenfalls am Ende eines langen Lebens – er wurde 86 Jahre alt – resigniert und enttäuscht feststellen musste, von der neuen Zeit nicht mehr verstanden zu werden. Das Todesjahr Saint-Saëns’, 1921, lag bereits in der „Zwischenkriegszeit“ des 20. Jahrhunderts, in der Welt des Automobils und des Jazz – weit entfernt von Geist und Wesen, von denen Saint-Saëns als repräsentative Gestalt des 19. Jahrhunderts geprägt war. 

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