07. 3月 2018

19:30 Brahms-Saal, Musikverein

Florian Boesch • Malcolm Martineau

Franz Schubert

この催し物は既に開催されました。


プログラム

Franz Schubert Liebesbotschaft, D 957/1 Frühlingssehnsucht, D 957/3 Ständchen, D 957/4 Abschied, D 957/7 In der Ferne, D 957/6 Aufenthalt, D 957/5 Kriegers Ahnung, D 957/2 — 休憩 — Franz Schubert Grenzen der Menschheit, D 716 Meeres Stille, D 216 Der Fischer, D 225 Das Fischermädchen, D 957/10 Am Meer, D 957/12 Ihr Bild, D 957/9 Die Stadt, D 957/11 Der Doppelgänger, D 957/13 Der Atlas, D 957/8

アンコール

Franz Schubert Die Taubenpost, D 965A

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コンサート評

2018年3月8日 | Der Standard / Ender, Daniel

Bassbariton Florian Boesch: Bis an die Schmerzgrenze

Eindringlich mit Malcolm Martineau am Klavier im Wiener Musikverein

Den ganzen Abend lang hatte sie konzentriert gelauscht. Danach wandte sie sich an ihren Sitznachbarn: Der Zugang des Sängers sei sie für sie schon ganz ungewohnt und neu, aber "zeitgemäß", meinte die ältere Dame. Ob er sie denn berührt habe? "Sehr."

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Spiel’s noch einmal, Franz

Schuberts angeblicher „Schwanengesang“

Es war ein verkaufsfördernder Kniff, der den Wiener Verleger Tobias Haslinger dazu brachte, die letzten Lieder des früh verstorbenen Franz Schubert als „Schwanengesang“ zum Zyklus zusammenzupacken. Gerhard Stadelmaier geht mit dem so bedienten Kitsch ins Gericht – und Schuberts letzten Liedern auf den Grund. 

Sokrates wusste es besser. Dazu muss nicht einmal über das Gelände nahe dem Athener Aeropag gerade ein Singschwan (Cygnus musicus) geflogen sein, wo Sokrates in Dialog und Diskussion mit seinen Schülern und Freunden sich darauf vorbereitete, einen Schierlingsbecher zu leeren und wegen „Verführung der Jugend“ in den Tod zu gehen, wie das Spießerregiment der Polis es ihm per Gerichtsbeschluss befahl. Der Weise aber hatte wohl gehört, dass Singschwäne im Fluge hie und da zwei trompeten- oder glockenähnliche Töne ausstoßen, die einen Moll-Akkord bilden. Und der Philosoph kannte auch den Mythos von Kyknos, der trauernd in einem Pappelhain am Ufer des Flusses Eridanus im Schmerz um den Tod seines Busenfreundes Phaëton, den eigenen Tod selbst schon vor Augen, so schön sang, dass die Götter Mitleid überkam und sie ihn als sternbildfunkelnden Schwan an den Nachthimmel transponierten.

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