30. 10月 2017

19:30 Großer Saal, Musikverein

Gewandhausorchester Leipzig

Herbert Blomstedt | Beethoven • Bruckner

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Harmonische Kriege und brillantes Miteinander

Konzertante Symphonien von Haydn, Mozart und Beethoven

Die konzertante Symphonie zählte zu den beliebtesten ­Gattungen der Klassik. Im Schaffen von Mozart, Haydn und Beethoven spielt sie eine zahlenmäßig marginale, musikalisch aber heraus­ragende Rolle: Walter Weidringer über Unterhaltung mit Tiefgang für zwei, drei und vier Solisten mit Begleitung des Orchesters.

Concertare? Streiten, wetteifern, kämpfen, wissen die alten Lateinerinnen und Lateiner sämtlicher Jahrgänge – und leiten von diesem Begriff deshalb sowohl das Konzert als musikalische Veranstaltung im Ganzen ab als auch die gleichnamige musikalische Gattung. Ob sich wohl manche humanistisch gebildeten Konzertbesucher insgeheim langweilen, wenn die tönenden Konflikte, die ihnen dargeboten werden, dann doch etwas weniger gladiatorenartig vehement ausfallen, als es das kriegerische Vokabel vermuten ließe? Harmoniebedürftigere Musikliebhaber mit romanistischer Ader hören im Konzert deshalb lieber das italienische concertare heraus. Seit 1519 in musikalischem Zusammenhang nachweisbar, bedeutet es eigentlich das Gegenteil seines lateinischen Ahnen: zusammenwirken, in Übereinstimmung bringen, miteinander abstimmen, zusammenspielen – von Instrumenten nämlich, die klanglich harmonieren und deshalb ein taugliches Ensemble bilden. Das Concerto war zunächst sowohl die Gruppe der Ausführenden als auch die Musik, die diese zum Besten gab. Ähnlich großzügig wurde einst der Begriff Symphonia, Sinfonia, Symphonie, Sinfonie benutzt und verstanden, denn das griechische Wort sýmphoˉnía bedeutet nicht mehr als: Übereinstimmung, Harmonie; und sýmphoˉnos zusammenklingend.

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Kunst des Lauschens

Herbert Blomstedt

Im Rahmen einer großen internationalen Tournee zu seinem neunzigsten Geburtstag dirigiert Herbert Blomstedt auch vier Konzerte in Wien. Zweimal steht das Brahms-Requiem auf dem Programm: ein Schlüsselwerk für den Jubilar.

Als spielte die Zeit keine Rolle. Oder eine ganz andere, als wir sie sonst so kennen, wir ständig getriebenen Zeitnützungsoptimierer. Bei Herbert Blomstedt ist es anders. Er nimmt sich die Zeit. Er hat Zeit. Er ruht, könnte man sagen, in all seiner Quicklebendigkeit in ihr. 
Gerade noch hat er, die ihm gewährte Zeit bis zuletzt ausschöpfend, die Generalprobe für ein Konzert mit den Wiener Philharmonikern geleitet. Jetzt stünde unser Gespräch an, doch Blomstedt hat auch noch Zeit für die, die vor dem Saal warten, um sich stapelweise Fotos von ihm signieren zu lassen. Keine Spur von Ungeduld. Er ist ganz da und zugewandt, auch in diesen scheinbar flüchtigen Momenten.

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