Gottfried-von-Einem-Saal

1996 wurde der ehemalige Kammersaal des Musikvereinsgebäudes nach umfassender Renovierung als Gottfried-von-Einem-Saal neu eröffnet. Die Gesellschaft der Musikfreunde ehrte damit einen Komponisten, der dem Musikverein besonders eng verbunden war. Gottfried von Einem (1918–1996) brachte im Musikverein zahlreiche Werke zur Uraufführung und vermachte seinen umfangreichen Nachlass an Noten, Büchern und Briefen dem Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde.Der Gottfried-von-Einem-Saal wird seitdem für Pausen und Empfänge genützt. Er schließt damit eine Lücke, die im historischen Teil des Musikvereinsgebäudes bestand: 1870, als das Haus seiner Bestimmung übergeben wurde, gab es die Pause noch nicht als fixen und ritualisierten Bestandteil des Konzertgeschehens. Nach einem weiteren Umbau 2017 – zum Auftakt des Gottfried-von-Einem-Jahrs 2018 – kann der Saal nun noch variabler genutzt werden und steht auch wieder für kleinere Veranstaltungen zur Verfügung. Auch dieser Saal, vormals Kammersaal genannt, ist ein geschichtsträchtiger Ort. Man kam hier zusammen, um gemeinsam mit dem Jubilar den 75. Geburtstag von Richard Strauss zu feiern. Über lange Jahre fanden im Kammersaal die Proben des Singvereins der Gesellschaft der Musikfreunde statt. Herbert von Karajan und viele weitere bedeutende Dirigenten arbeiteten hier mit dem Chor zusammen. In die politische Geschichte Österreichs ging der Kammersaal 1946 ein. Hier tagte die Jury zur Wahl der neuen österreichischen Bundeshymne.