Geschichte der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien

1812

Die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien wird gegründet. Anlass ist der überwältigende Erfolg eines Wohltätigkeitskonzerts, das die Gesellschaft adeliger Frauen zur Beförderung des Guten und Nützlichen in der kaiserlichen Winterreitschule (der heutigen Hofreitschule) veranstaltet: Rund 600 Mitwirkende in Chor und Orchester – die meisten davon Amateure – bringen vor fast 5.000 Zuhörern das Händel-Oratorium „Timotheus oder Die Gewalt der Musik“ zur Aufführung. 

Die Euphorie führt zu einer spontan anberaumten zweiten Aufführung – und mehr noch: zur Initiative, die Musikfreunde Wiens in einem Verein zu versammeln. Joseph Sonnleithner, der rührige Sekretär der Gesellschaft adeliger Frauen, bewährt sich auch jetzt. Er entwirft die Grundzüge des neuen Vereins und sammelt Unterschriften. Bis Ende des Jahres erklären 507 „Musikfreunde und -freundinnen“ ihr Interesse. Sie sind die Gründungsmitglieder der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.Plakat Eröffnungskonzert


1813

Die Vereinsstatuten werden zur Bewilligung eingereicht. Die Musikfreunde zeigen mit einer neuerlichen Aufführung des „Timotheus“ – in zwei Konzerten mit je mehr als 600 Mitwirkenden – eindrucksvoll ihre Präsenz.


1814

Die kaiserliche Genehmigung des Vereins liegt vor: Die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien kann ihre Tätigkeit aufnehmen. Erster Sekretär ist Joseph Sonnleitner. Als Protektor der Gesellschaft wird Erzherzog Rudolph gewonnen, Bruder des regierenden Kaisers und Freund Ludwig van Beethovens.

Als „Hauptzweck“ der Gesellschaft nennen die Statuten „die Emporbringung der Musik in allen ihren Zweigen“. Mit diesem hochgesteckten Ziel verpflichtet sich der Musikverein von Beginn an zu einer offenen und dynamischen, auf ständige Entwicklung und Optimierung ausgerichteten Haltung.

Eine Vielzahl von Aktivitäten dient diesem Programm. Die neu gegründete Gesellschaft veranstaltet nicht nur Konzerte (die anfangs allein von den ausübenden Mitgliedern bestritten werden) – sie gründet auch ein Konservatorium und ein wissenschaftlich ausgerichtetes Archiv. Fast einhundert Jahre lang ist dieses Konservatorium die führende Musikhochschule der Habsburgermonarchie – 1911 übernimmt der Staat die bis dahin privat geführte Institution. Archiv, Bibliothek und Sammlungen sind bis heute wesentlicher Teil der Gesellschaft, die damit über die bedeutendste private Musiksammlung der Welt verfügt.

Noch 1814 tritt der Musikverein prominent als Konzertveranstalter hervor: Für die Teilnehmer des Wiener Kongresses führt er Händels „Samson“ auf.

1815

Im Kleinen Redoutensaal der Hofburg findet das erste Abonnementkonzert der Gesellschaft statt. Die Idee, dass Musikfreunde für Musikfreunde musizieren und die Mitglieder unter sich bleiben, ist bald überholt. Das Interesse von Nicht-Mitgliedern ist so groß, dass schon das dritte Gesellschaftskonzert in den Großen Redoutensaal verlegt werden muss.

1817

Das Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde nimmt mit zwei Gesangsklassen seinen Betrieb auf. Die oberste Leitung dieser „Singschule“ liegt bei Antonio Salieri.

1818

Mit der Einführung von „Musikalischen Abendunterhaltungen“ setzt die Gesellschaft der Musikfreunde einen wichtigen Akzent ihrer Programmpolitik. Sie nimmt – neben großen Chor- und Orchesterwerken – auch Kammermusik, Lieder und mehrstimmige Gesänge in ihr regelmäßiges Veranstaltungsangebot auf.

1822

Die Gesellschaft mietet sich im Haus „Zum roten Igel“ (Tuchlauben) ein.

1826

Ludwig van Beethoven wird Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Franz Schubert widmet ihr seine Große C-Dur-Symphonie. Beide Künstler stehen auch sonst in enger Verbindung mit dem Musikverein. Schubert wird 1827 Mitglied des Repräsentantenkörpers, eines leitenden Gremiums der Gesellschaft der Musikfreunde.

1829

Die Gesellschaft der Musikfreunde kauft das bisher gemietete Haus „Zum roten Igel“. An seiner Stelle soll ein Neubau entstehen, der die vielfältigen Aktivitäten des Musikvereins unter einem Dach vereint. 

1830

Die Gesellschaft der Musikfreunde bittet zum Tanz und veranstaltet ihren ersten Ball. Die Tradition lebt – mit Unterbrechungen – über mehr als hundert Jahre fort. Der letzte Ball, der von der Gesellschaft der Musikfreunde selbst veranstaltet wird, findet 1951 statt.

1831

In den Tuchlauben eröffnet die Gesellschaft der Musikfreunde ihr erstes eigenes Haus. Das von Franz Lössl geplante Gebäude beherbergt auch einen Konzertsaal für rund 700 Personen. Es ist der erste eigentliche Konzertsaal Wiens – bis dahin fanden Konzerte in vielseitig genutzten Sälen oder Theatern statt.

Nach dem Tod Erzherzog Rudolphs erbt die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien dessen Musikbibliothek. In neunzig Kisten zu je 250 Kilogramm werden wertvollste Musikalien an den Musikverein überstellt.

1837

Die Gesellschaft der Musikfreunde feiert ihr 25-jähriges Bestehen in der kaiserlichen Winterreitschule. Mehr als 1000 Mitwirkende führen in zwei Konzerten Haydns „Schöpfung“ auf.

1847

Wieder mehr als 1000 Mitwirkende sind für ein Musikfest der Gesellschaft angekündigt, bei dem Felix Mendelssohn Bartholdy seinen „Elias“ dirigieren soll. Die Plakate sind schon gedruckt, da erreicht Wien die Nachricht vom Tod des erst 38-jährigen Komponisten. Die Aufführung wird zur erschütternden Trauerkundgebung.

1848

Die revolutionären Unruhen wirken sich auch auf die Gesellschaft der Musikfreunde aus. Neun Monate veranstaltet sie keine Konzerte mehr, die Unterrichtstätigkeit am Konservatorium muss vorübergehend eingestellt werden. Finanziell kommt der Musikverein in stärkste Bedrängnis.

1851

Die Gesellschaft der Musikfreunde trägt mit einer umfassenden Reform selbst dazu bei, die Krise zu meistern. Die Zahl der Mitglieder steigt wieder, das Konservatorium kann seinen Betrieb wieder aufnehmen. Neben einer Straffung der inneren Organisation ist die künstlerische Neuausrichtung entscheidend: Das Orchester der Gesellschaftskonzerte soll nun nicht mehr von ausübenden Mitgliedern, also Amateuren, gestellt werden, sondern von Berufsmusikern. Mit dieser Professionalisierung reagiert die Gesellschaft der Musikfreunde auch auf die Gründung der Wiener Philharmoniker 1842.

1857

Die Finanzkrise des Musikvereins kann auch durch ein bedeutendes Erbe bewältigt werden. Karl Czerny, der berühmte Beethoven-Schüler, Komponist, Pianist und Klavierpädagoge, hat der Gesellschaft ein Viertel seines beträchtlichen Vermögens vermacht.

1858 

Während sie die Orchestermusik in professionelle Hände übergibt, sucht die Gesellschaft der Musikfreunde für die Chormusik einen anderen Weg. Sie soll die Domäne der ausübenden Mitglieder bleiben – dies aber in einer neuen und hocheffizienten Form. Deshalb gründet sie den Singverein als Zweigverein der Gesellschaft der Musikfreunde und engagiert den Shootingstar Johann Herbeck als ersten Chordirektor. Mit ihm wird der Singverein in kurzer Zeit zu einem herausragenden, auch von vielen Komponisten geschätzten Vokalensemble. 
Bis heute hat sich – im Prinzip – nichts daran geändert. Der Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde ist ein „Amateurchor“, zugleich einer der besten Konzertchöre der Welt.

1859

Um auch den Instrumentalisten in ihren Reihen ein Forum zu bieten, gründet die Gesellschaft der Musikfreunde den Orchesterverein als zweiten Zweigverein. Auch in dieser Form lebt die Tradition der „ausübenden Mitglieder“ weiter. Den Orchesterverein gibt es bis heute als engagiertes und im Konzertleben präsentes Amateurorchester.

1862

Die Festaufführung des „Messias“ zum fünfzigjährigen Bestehen des Musikvereins dokumentiert seine enorme gesellschaftliche Bedeutung. Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth sind bei diesem Konzert ebenso anwesend wie weitere Mitglieder der kaiserlichen Familie und höchste Regierungsvertreter.

1863

Die Wiener Ringstraßenzeit eröffnet auch dem Musikverein die Möglichkeit, ein neues repräsentatives Gebäude zu errichten. Schon 1858 – als mit der Schleifung der mittelalterlichen Stadtmauer in Wien begonnen wird – hat sich die Gesellschaft mit der Bitte an den Kaiser gewandt, ihr einen Bauplatz für ein dringend notwendiges größeres Haus zu überlassen. Nun ist es so weit: Der Kaiser schenkt der Gesellschaft einen Baugrund am linken Ufer des Wienflusses.

1865

Schuberts „Unvollendete“ wird in einem Gesellschaftskonzert zur Uraufführung gebracht. Dirigent ist Johann Herbeck, der das Manuskript erst kurz zuvor von Schuberts Freund Anselm Hüttenbrenner erhalten hat.

1867

Mit dem Architekten Theophil Hansen wird ein Bauvertrag für das neue Musikvereinsgebäude abgeschlossen. Die Finanzierung basiert nicht nur auf staatlicher Unterstützung – der Kaiser stiftet Erträgnisse aus Staatslotterien –, sondern vor allem auf privater Zuwendung. Mitglieder und Freunde des Musikvereins beteiligen sich intensiv an den Kosten. Die Gesellschaft selbst schafft Anreize, indem sie „Stiftern“ und „Gründern“ besondere Privilegien einräumt. 

Der Singverein und das Gesellschaftsorchester bringen unter Johann Herbeck die ersten drei Sätze von Brahms’ „Deutschem Requiem“ zur Uraufführung.

1868

Anton Bruckner wird als Professor für Harmonielehre und Kontrapunkt ans Konservatorium der Gesellschaft berufen.

1870

Das neue Musikvereinsgebäude wird eröffnet. Kaiser Franz Joseph I. nimmt am 5. Jänner den feierlichen Akt der Schlusssteinlegung vor. Am 6. Jänner findet das erste Gesellschaftskonzert im Großen Musikvereinssaal statt. Johann Herbeck dirigiert ein Programm, das facettenreich die Vorzüge der Saalakustik zur Geltung bringt. Begeistert zeigen sich die ersten Besucher von der „wundervollen Harmonie der Architektur“ (Eduard Hanslick). Mit dem Musikvereinsgebäude hat der aus Dänemark stammende und einige Jahre in Athen wirkende Theophil Hansen ein Meisterwerk des Historismus geschaffen.

Beim Eröffnungsball dirigiert Johann Strauß seinen Walzer „Freuet Euch des Lebens“, den er der Gesellschaft der Musikfreunde widmet: eine von vielen Johann-Strauß-Uraufführungen im Musikverein. 

Das erste Konzert im Kleinen Musikvereinssaal, dem späteren Brahms-Saal, gibt Clara Schumann.

1872

Im Großen Musikvereinssaal wird die neue Orgel präsentiert. Anton Bruckner lässt sich dabei mit Improvisationen hören. 

Johannes Brahms wird „Artistischer Director“ der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Die Funktion verbindet die Aufgabe eines Chefdirigenten mit der eines Intendanten. Brahms, der besonders unter den administrativen Anforderungen leidet, beendet diese Tätigkeit nach drei Jahren, bleibt dem Musikverein aber bis zu seinem Lebensende eng verbunden.

1875

Gustav Mahler und Hugo Wolf werden Studierende des Konservatoriums.

1877

Bei der Uraufführung seiner Dritten Symphonie erlebt Anton Bruckner eine seiner schmerzlichsten Kränkungen. Scharenweise verlässt das Publikum den Saal. Nur zwei Dutzend Zuhörer harren bis zum Ende aus.

1881

Franz Liszt dirigiert ein Gesellschaftskonzert mit ausschließlich eigenen Werken. Auch er ist dem Musikverein eng verbunden. Bereits 1838 hat ihm die Gesellschaft die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

1884

Hans Richter, der 1876 bei den Bayreuther Festspielen die ersten Aufführungen von Wagners „Ring des Nibelungen“ dirigiert hat, wird Konzertdirektor der Gesellschaft der Musikfreunde. Er behält diese Funktion bis 1890.

1885

Auf Initiative der Gesellschaft findet in Wien eine internationale Stimmton-Konferenz statt, die eine verbindliche Tonhöhe für den Kammerton A festlegt (damals 870 einfache Schwingungen).

1886

In einem Gesellschaftskonzert bringt der Singverein unter Hans Richter Bruckners „Te Deum“ zur Uraufführung.

1897

Nach dem Tod von Johannes Brahms gelangt sein künstlerischer Nachlass ins Archiv. Im Einzelnen sind dies: seine Musikhandschriften, seine Bibliothek und die an ihn gerichteten Briefe. Die Brahms-Sammlung im Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde wird 2005 ins Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen.

1900

Der Wiener Concert-Verein wird gegründet: das erste Berufsorchester Wiens, das sich ausschließlich dem Konzertbereich widmet. Hintergrund ist der gestiegene Bedarf an symphonischer Musik auf hochprofessionellem Niveau. Der Concert-Verein übernimmt ab der Saison 1900/01 den Orchesterpart der Gesellschaftskonzerte. Ferdinand Löwe, Dirigent des Wiener Concert-Vereins, wird 1900 auch Konzertdirektor der Gesellschaft der Musikfreunde.

1904

Franz Schalk übernimmt als Konzertdirektor die Nachfolge von Ferdinand Löwe. Er wirkt bis 1921 in diesem Amt und sorgt für einen kontinuierlich hohen Standard der Gesellschaftskonzerte.

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1905 

Erstmals findet im Musikverein ein Arbeiter-Symphoniekonzert statt. 

1907

Das Wiener Tonkünstlerorchester wird als weiteres Konzertorchester gegründet. Aus der Fusion dieses Orchesters mit dem Wiener Concert-Verein gehen in den 1930er Jahren die Wiener Symphoniker hervor.

1909

Das Konservatorium der Gesellschaft wird als K. K. Akademie für Musik und darstellende Kunst vom Staat übernommen. Die Institution ist heute als Universität für Musik und darstellende Kunst Wien eine der größten und renommiertesten Universitäten der Aufführungskünste Musik, Theater und Film.

1910

Der Singverein reist nach München, um unter der Leitung von Gustav Mahler an der Uraufführung von dessen Achter Symphonie mitzuwirken.

1911

Unter der Leitung des Hansen-Schülers Ludwig Richter wird das Musikvereinsgebäude umgebaut. Die Karyatiden werden nach hinten versetzt, um eine bessere Sicht aufs Podium zu gewährleisten, die Zugänge zum Saal werden verändert. Die Gesellschaft reagiert damit auch auf höhere Sicherheitsanforderungen, die seit der Brandkatastrophe im Wiener Ringtheater 1881 gestellt werden.

1912

Mit einem umfassenden Festprogramm feiert die Gesellschaft der Musikfreunde ihr 100-jähriges Bestehen.

1913

Ein Konzert mit neuer Musik von Zemlinsky, Mahler, Berg und Webern, das unter der Leitung von Arnold Schönberg im Großen Musikvereinssaal veranstaltet wird, mutiert zum „Skandalkonzert“. Es kommt zu Tumulten und Handgreiflichkeiten. Die Polizei muss eingreifen, das Konzert wird abgebrochen.

Die K. K. Akademie für Musik und darstellende Kunst zieht in ihr neues Heim in der Lothringerstraße. Im Musikvereinsgebäude führt dies zu räumlichen Veränderungen und zur Aufnahme von Mietern: unter ihnen die Wiener Philharmoniker, die Universal Edition und die Klavierfabrik Bösendorfer, die im Parterre Büro- und Verkaufsräume anmietet.

1918

Das Ende des Ersten Weltkriegs besiegelt auch das Ende der Monarchie. In der Geschichte des Musikvereins hinterlässt dieser Wechsel nur geringfügig Spuren. Die Gesellschaft verliert das Prädikat „K. K.“ und ihren letzten kaiserlichen Protektor, Erzherzog Eugen, der aber dem Verein weiterhin verbunden bleibt. 

In den Räumen des Musikvereins nimmt die Idee der Salzburger Festspiele Gestalt an. Die neu gegründete Salzburger Festspielhaus-Gemeinde trifft sich hier unter der Leitung des Musikvereinspräsidenten.

1921

Wilhelm Furtwängler wird Konzertdirektor der Gesellschaft. Als Dirigent neuen Typs agiert er international und bindet sich nicht ausschließlich an Wien. So wird ihm ein zweiter Konzertdirektor zur Seite gestellt: zunächst Leopold Reichwein, dann – ab 1927 – Robert Heger, der 1930 zum alleinigen Konzertdirektor bestellt wird.

1932

Erstmals werden Musikvereinskonzerte live im Rundfunk übertragen.

1937

Der Kleine Musikvereinssaal wird baulich verändert und erhält den Namen, den er bis heute führt: Brahms-Saal

Die Gesellschaft der Musikfreunde feiert ihr 125-jähriges Bestehen mit einer Festwoche im Dezember. Franz Schmidt schreibt zu diesem Jubiläum das Oratorium „Das Buch mit sieben Siegeln“, eines der bedeutendsten Chorwerke des 20. Jahrhunderts. Die Uraufführung mit dem Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde findet im Juni 1938 im Großen Musikvereinssaal statt.

1938

Am 12. März marschieren Hitlers Truppen in Österreich ein. Die Annexion Österreichs durch Deutschland, „Anschluss“ genannt, hat sofort Folgen für die Gesellschaft der Musikfreunde. Franz Schütz, Professor für Orgel an der Akademie für Musik und darstellende Kunst, übernimmt im Auftrag der NSDAP handstreichartig die Leitung der Gesellschaft. Die Direktion wird entlassen – dies auch in Reaktion darauf, dass sie noch Ende Februar offen für die Unabhängigkeit Österreichs eingetreten ist. Autoritativ wird eine neue Direktion eingesetzt, die schließlich den Titel „Arbeitsbeirat“ führt. Die Gesellschaft der Musikfreunde wird in die „Staatstheater- und Bühnenakademie“ eingegliedert. Sie behält ihren Namen. Nach außen hin scheint die Kontinuität gewahrt. Tatsächlich aber hat die Gesellschaft der Musikfreunde als eigenständiger und eigenverantwortlicher Verein zu existieren aufgehört. 

Der renommierte Musikwissenschaftler Karl Geiringer, Kustos der Gesellschaft, wird „aus rassischen Gründen“ entlassen und emigriert nach England und weiter in die USA. Die Anordnung, Werke jüdischer Komponisten und Autoren aus Archiv, Bibliothek und Sammlungen auszusondern, wird nicht befolgt. Die Weigerung des Musikvereins erfolgt mit stillschweigender Billigung von Franz Schütz.

Oswald Kabasta, Konzertdirektor der Gesellschaft seit 1933, wird Chefdirigent der Münchner Philharmoniker. Konzertdirektor wird wieder Wilhelm Furtwängler.

1939

Im Zuge der Gleichschaltung wird die umfangreiche Instrumentensammlung der Gesellschaft der Musikfreunde in die staatliche Sammlung des Kunsthistorischen Museums überführt. Nach dem Krieg werden die rechtmäßigen Besitzverhältnisse wiederhergestellt, und die Gesellschaft erhält ihr Eigentum zurück.

Am 11. Juni, dem Tag seine 75. Geburtstags, dirigiert Richard Strauss bei einem Festkonzert zu seinen Ehren die Wiener Philharmoniker im Großen Musikvereinssaal.

1940

Die gleichgeschaltete Gesellschaft und ihr Chor, als „Sektion Singverein“ ebenfalls gleichgeschaltet, zollen den neuen Machthabern Tribut und bringen ein Werk zur Uraufführung, das Franz Schmidt bei seinem Tod 1939 unvollendet hinterlassen hat: die „Deutsche Auferstehung“.

1944 

Richard Strauss feiert seinen 80. Geburtstag am Pult der Wiener Philharmoniker im Musikverein. 

Der zunehmende Bombenkrieg veranlasst die Verantwortlichen, wertvolle Objekte aus Archiv, Bibliothek und Sammlungen auszulagern.

1945

Der Konzertbetrieb bleibt auch während des Kriegs aufrecht. Noch Ende März – sechs Wochen vor der Kapitulation – gibt es Konzerte im Großen Musikvereinssaal und im Brahms-Saal. In den letzten Kriegstagen schlägt eine Granate ins Gebäude ein und zerstört Teile des Goldenen Saals. Menschenopfer sind nicht zu beklagen.

Nach Kriegsende gewinnt die Gesellschaft der Musikfreunde rasch wieder ihren Status als demokratischer Verein. Alexander Hryntschak, vom Wiener Bürgermeister kommissarisch zum Leiter der Gesellschaft bestellt, wird zum Präsidenten gewählt. Die künstlerische und administrative Leitung übernimmt Rudolf Gamsjäger als Generalsekretär. 

„Lieder aus Österreich“ ist das Motto des ersten Konzerts, das nach Kriegsende im Brahms-Saal gegeben wird. Nach der Instandsetzung des Großen Musikvereinssaals kann im September 1945 ein „Eröffnungs-Festkonzert“ stattfinden. Josef Krips dirigiert die Wiener Philharmoniker.

1946

Im Kammersaal des Musikvereins entscheidet eine Jury über die künftige österreichische Bundeshymne. Die Wahl fällt auf ein Musikstück, das damals Wolfgang Amadeus Mozart zugeschrieben wird, nach heutigen Erkenntnissen aber von Johann Baptist Holzer stammt. Ein Ministerratsbeschluss bestätigt die im Musikverein getroffene Wahl. Gesucht wird nun noch ein neuer Text für dieses „Bundeslied“. Der Auftrag dazu ergeht 1947 an Paula von Preradovic.

1947

Wilhelm Furtwängler, von den amerikanischen Besatzungsbehörden mit Auftrittsverbot belegt, wird im Dezember 1946 als „unbelastet“ eingestuft und nimmt 1947 seine Dirigiertätigkeit wieder auf. Die Gesellschaft bestätigt ihn wieder als Konzertdirektor. Im Dezember dirigiert er – zum ersten Mal seit Kriegsende – wieder im Musikverein. Trotz massiver Störaktionen kann das Konzert stattfinden.

Im Spätsommer 1947 wird auch das gegen Herbert von Karajan verhängte Dirigierverbot aufgehoben. Karajan entfaltet umgehend eine starke Präsenz im Konzertleben des Musikvereins. Schon seit Herbst 1946 hat er im Musikverein Schallplatten aufgenommen – der legendäre Produzent Walter Legge steht hinter dem Projekt, das schlau Karajans Auftrittsverbot umgeht. Bei diesen Plattenaufnahmen kommt es auch zur ersten Zusammenarbeit Karajans mit dem Singverein. 1947 tritt die junge Allianz glanzvoll nach außen. Mit Beethovens „Neunter“ gibt der Singverein im Großen Musikvereinssaal sein erstes Konzert unter Karajan. Bis zu Karajans Tod folgen rund 250 Konzerte in aller Welt.

1948

Das Konkurrenzverhältnis zwischen Wilhelm Furtwängler und Herbert von Karajan wird mehr und mehr ein Thema des Musikvereins. Furtwängler, nominell Konzertdirektor, steht dem Haus nur in begrenztem Umfang zur Verfügung. Karajan ergreift die Chance und übernimmt 1948/49 einen ganzen Konzertzyklus.

1950

Zu Johann Sebastian Bachs 200. Todestag veranstaltet die Gesellschaft der Musikfreunde ein Bach-Fest. Die Vorbereitung dazu führt zum offenen Ausbruch des Machtkampfs zwischen Furtwängler und Karajan. Furtwängler schlägt die Einladung, die „Matthäuspassion“ zu dirigieren, zunächst aus. Karajan übernimmt das Projekt und hat mit der Probenarbeit längst begonnen, als Furtwängler umdisponiert und nun doch dirigieren will. Die Gesellschaft verhält sich loyal zu Karajan und gibt den Singverein nicht für Furtwänglers Pläne frei. Furtwängler scheidet im Zorn und legt sogar die Ehrenmitgliedschaft zurück. Herbert von Karajan, schon seit 1949 Ehrenmitglied der Gesellschaft, wird Konzertdirektor.

Im Rahmen des Bach-Fests dirigiert Paul Hindemith ein Konzert der Wiener Symphoniker. Der Komponist, der als Bratschist schon in der Vorkriegszeit im Musikverein aufgetreten ist, wird 1953 Ehrenmitglied der Gesellschaft.

Mit Beethovens „Missa solemnis“ und vor allem mit Bachs h-Moll-Messe erobert der Singverein mit Karajan die Mailänder Scala. Nach der Aufführung der h-Moll-Messe spricht Toscanini vom „besten Chor der Welt“ („il migliore coro del mondo“).

1954

Die Sammlungen geben ihr wohl makaberstes Objekt ab: Der Totenschädel Joseph Haydns, seit 1895 in den Beständen der Gesellschaft, wird der burgenländischen Landesregierung überantwortet und mit den übrigen Gebeinen Haydns vereint. Ein Kondukt – fast in der Dimension eines Staatsakts – führt dazu vom Musikverein in die Bergkirche Eisenstadt. 

Aufbahrung des Craniums Joseph Haydns
(5. Juni 1954, 09.00 Uhr, Musikverein Wien - Foyer)

Festakt anlässlich der Überführung des Craniums Joseph Haydns 
(5. Juni 1954, 17.00 Uhr, Schloss Esterhazy - Festsaal)

Der Große Musikvereinssaal wird neu vergoldet.

1956

Mit einem „Mozart-Fest“ (zum 200. Geburtstag des Komponisten) beteiligt sich die Gesellschaft der Musikfreunde an den Wiener Festwochen. Für die Zukunft ist vereinbart, dass die Gesellschaft alle zwei Jahre – im Wechsel mit dem Wiener Konzerthaus – Festwochen-Konzerte veranstaltet.

1957

Auch in der Nachkriegszeit ist der Singverein an vielbeachteten Premieren beteiligt. Er bringt das Oratorium „Gilgamesch“ von Alfred Uhl zur Uraufführung. 1961 folgt Uhls „Wer einsam ist, der hat es gut“.

1960

Im Großen Musikvereinssaal werden weitere Verbesserungs- und Umbauarbeiten durchgeführt. Seiten- und Mittelbalkon werden neu gestaltet.

1961

Die Uraufführung der provokant tonalen „Philadelphia Symphony“ von Gottfried von Einem beflügelt den Diskurs über die Wege der Neuen Musik.

1962

Die Gesellschaft der Musikfreunde feiert über eine ganze Saison hinweg ihr 150-jähriges Bestehen.

1963

Das Dach über dem Südflügel des Gebäudes wird angehoben, um neuen Raum für Archiv, Bibliothek und Sammlungen zu gewinnen. Auch ein Ausstellungssaal wird neu gestaltet.

1964

Aus einem Kompositionswettbewerb, den die Gesellschaft zu ihrem 150-jährigen Bestehen ausgeschrieben hat, gehen Witold Lutaslawski, William Walton und Peter Maxwell Davies als Sieger hervor. 

Herbert von Karajan legt sein Amt als Staatsoperndirektor zurück und kehrt Wien den Rücken. Auch im Musikverein dirigiert er vorläufig nicht mehr.

1970

Der Musikverein feiert in großem Stil das Beethoven-Jahr und das 100-jährige Bestehen seines Gebäudes. Herbert von Karajan, nach wie vor (und bis zu seinem Lebensende) Konzertdirektor, kehrt in den Musikverein zurück.

1971

Mit der österreichischen Erstaufführung von Hans Werner Henzes „Das Floß der Medusa“ ist die musikalische 68er-Bewegung auch im Musikverein angekommen.Nach der im Tumult erstickten Uraufführung, die im Dezember 1968 in Hamburg hätte stattfinden sollen, ist dieses Musikvereinskonzert die öffentliche Premiere dieses Henze-Werkes.  

1972

Der bisherige Generalsekretär der Gesellschaft Rudolf Gamsjäger wird Staatsoperndirektor. Sein Nachfolger im Musikverein ist Albert Moser, vormals Leiter des Musikvereins für Steiermark in Graz und zuletzt Direktor der Wiener Volksoper. Als Präsident der Gesellschaft der Musikfreunde wird der Mediziner Univ.-Prof. Dr. Horst Haschek gewählt. Er folgt auf den 27 Jahre lang amtierenden Alexander Hryntschak.

1973

Die Verbesserung der Brandschutzvorrichtungen steht am Beginn einer ganzen Reihe bedeutender Renovierungs- und Baumaßnahmen, mit denen die Gesellschaft der Musikfreunde ihr Haus auf dem neuesten Stand hält.

1979

Gottfried von Einem übergibt seinen künstlerischen Nachlass schon zu Lebzeiten der Gesellschaft. Seine Musikautographe, seine umfangreiche Bibliothek und rund 30.000 Schriftstücke aus seiner Korrespondenz werden ins Archiv aufgenommen – seit der Übernahme des Brahms-Nachlasses ist dies der bedeutendste Sammlungszuwachs dieser Art.

Dr. Otto Biba wird Archivdirektor. Unter seiner Leitung baut das Archiv seine internationale Bedeutung als Wissenschaftszentrum ebenso aus wie seine Präsenz als Leihgeber internationaler Ausstellungen. Auch die Erweiterung der Bestände gelingt kontinuierlich – sei es durch bedeutende Schenkungen, sei es durch Zukäufe.

1984

Die Gesellschaft der Musikfreunde beschließt eine Generalsanierung des Großen Musikvereinssaals. Die umfassenden Arbeiten sollen den Goldenen Saal wieder in einen Glanz versetzen, der den Namen vor aller Welt rechtfertigt. Dazu werden bedeutende Mittel zur Verfügung gestellt. Vizepräsident Dr. Dieter Kriegs-Au koordiniert die Arbeiten, die 1986 beginnen und 1987 zum 175-Jahr-Jubiläum der Gesellschaft abgeschlossen werden.

1988

Dr. Thomas Angyan wird Intendant der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Das Programmangebot wird bedeutend erweitert und künstlerisch geöffnet. Die Neue Musik wird durch die konsequente Vergabe von Auftragswerken gestärkt, auf dem Gebiet der Alten Musik ist die intensive Zusammenarbeit mit Nikolaus Harnoncourt ein Herzstück des Musikvereinsprogramms. Kinder- und Jugendprojekte werden vielfältig geplant und ins Programm eingebunden. Als Pionier auf diesem Gebiet entfaltet der Musikverein unter Angyan ein beispielgebend weitgefächertes Angebot für Kinder ab drei Jahren bis hin zu jungen Erwachsenen. Die Bedeutung des Musikvereins als Zentrum des internationalen Musiklebens kommt auch in Orchesterresidenzen zum Ausdruck, die in dieser Form und Dichte weltweit ihresgleichen suchen. Regelmäßig gastieren internationale Spitzenorchester unter ihren Chefdirigenten für mehrere Tage im Musikverein.

1989

Herbert von Karajan steht am 23. April ein letztes Mal auf dem Podium des Großen Musikvereinssaals und dirigiert in einem Gesellschaftskonzert Bruckners Siebte Symphonie. Der letzte Konzertdirektor der Gesellschaft stirbt am 16. Juli.

1990

Ein halbes Jahr vor seinem Tod tritt Leonard Bernstein, Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, mit Bruckners Neunter Symphonie letztmals im Musikverein auf. 

Der Verein der Freunde des Archivs wird als neuer Zweigverein der Gesellschaft der Musikfreunde gegründet.

1991

Johannes Prinz wird Chordirektor des Singvereins. Unter seiner Leitung gelingt es, den Chor nach dem Tod Herbert von Karajans künstlerisch neu auszurichten und stilistisch zu öffnen. 

1993

Der Brahms-Saal wird nach den Originalplänen des Musikvereinsarchitekten Theophil Hansen umfassend renoviert.

1995

Nach intensiver Prüfung, die vor allem die berühmte Akustik des Goldenen Saals im Blick hat, wird im Musikvereinsgebäude eine Luftkühlungsanlage eingebaut.

1996

Der Kammersaal wird umgebaut und erhält – zum Gedenken an den im Juli verstorbenen Komponisten – den Namen Gottfried-von-Einem-Saal.

1997

Einen eigenen Konzertzyklus gestaltet Nikolaus Harnoncourt nur bei der Gesellschaft der Musikfreunde. Sein Concentus-Musicus-Zyklus im Großen Musikvereinssaal muss der großen Nachfrage wegen verdoppelt werden.

2000

Um die Jahrtausendwende beschließt die Gesellschaft der Musikfreunde ein großes Zukunftsprojekt. Der zunächst gehegte Plan, einen unterirdischen Probenraum zu bauen, erweitert sich – nicht zuletzt durch die Unterstützung bedeutender Sponsoren und das Engagement der Vereinsmitglieder. So fällt 2001 die Entscheidung, die Vier Neuen Säle als vielfach nutzbare Konzert- und Veranstaltungsräume zu bauen. 

Der weltweit bekannt österreichische Architekt Wilhelm Holzbauer wird für Planung und Gestaltung gewonnen. Gemeinsam mit seinem Partner Dieter Irresberger entwickelt er ein Konzept, das ästhetische Grundzüge des Goldenen Saals in eine moderne Formensprache übersetzt. Die Farbe Gold schlägt die Brücke vom Großen Musikvereinssaal zum größten der Vier Neuen Säle, bei dem das Element Glas dominiert. Dem Gläsernen Saal stehen drei weitere Säle zur Seite, die von anderen Elementen geprägt sind: der Metallene, der Steinerne und der Hölzerne Saal.

Auf Horst Haschek, der 28 Jahre im Amt gewesen ist, folgt Dr. Dietrich Karner als neuer Präsident der Gesellschaft.

Bei den Festwochenkonzerten wird das Sextett von Krzysztof Penderecki, ein Auftragswerk der Gesellschaft der Musikfreunde, uraufgeführt.

2002

Claudio Abbado, Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, beendet seine Ära als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker mit Konzerten im Musikverein.

2003

Unter dem Titel „Nun klingen sie wieder …“ bringt der Musikverein historische Instrumente aus seinen Sammlungen zurück ins Konzertleben. Die Reihe, die nun jährlich fortgesetzt wird, dokumentiert eine einzigartige Konstellation. Kein Konzertveranstalter weltweit verfügt über eine derartige Sammlung – auch an historischen Instrumenten – wie die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.

2004

Die Vier Neuen Säle werden feierlich eröffnet. Das Programmangebot kann dadurch bedeutend erweitert werden. Der Musikverein setzt neue Akzente bei alternativen Musik- und Konzertformen, bei Kinder- und Jugendprojekten und bei Konzerten mit jungen Künstlern – dies auch in enger Verbindung mit den Wiener Musikuniversitäten. Die Künste begegnen einander in neuen Formen. Auch dadurch werden die Vier Neuen Säle ein neuer Ort der Begegnung im Musikverein.

2008

Der Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde begeht sein 150-Jahr-Jubiläum mit einem eigenen Konzertzyklus.

2010

Pierre Boulez, Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, feiert seinen 85. Geburtstag mit einer Reihe von Konzerten im Musikverein.

2011

Der Große Musikvereinssaal erhält eine neue Orgel. Der prestigeträchtige Auftrag geht nach intensiver Prüfung durch ein internationales Expertenkomitee an die Vorarlberger Orgelbaufirma Rieger. 

Dr. Thomas Oliva wird zum Präsidenten der Gesellschaft der Musikfreunde gewählt.

2012

Die Gesellschaft der Musikfreunde feiert ihr 200-jähriges Bestehen. Ein Höhepunkt der vielfältigen Festkonzerte und -veranstaltungen ist die Wiederaufführung des Oratoriums, das einst die Initialzündung zur Gründung gegeben hat, „Timotheus oder Die Gewalt der Musik“. Auf der Basis des historischen Aufführungsmaterials von 1812 dirigiert Nikolaus Harnoncourt dieses Jubiläumskonzert mit dem Concentus Musicus und dem Singverein.

2014

Die Gesellschaft der Musikfreunde feiert das Zehn-Jahre-Jubiläum der Vier Neuen Säle. Thomas Angyan blickt auf eine nun 25-jährige Tätigkeit als Intendant der Gesellschaft zurück. Die Zahl der Musikvereinszyklen hat er seit seiner Amtsübernahme von 16 auf 60 gesteigert. Mit mehr als 800 Veranstaltungen pro Saison haben die Konzertaktivitäten im Musikverein einen neuen Höchststand erreicht.

2015

Mit Beethovens 4. und 5. Symphonie gibt Nikolaus Harnoncourt seine letzten Konzerte im Musikverein. Harnoncourt stirbt im März 2016. Die Gesellschaft ehrt ihn mit einer Gedenkveranstaltung im Großen Musikvereinssaal.

2016

Mit dem „Club 20“ startet der Musikverein eine weitere Initiative für jugendliche Musikfreunde. Für alle Konzerte des Musikvereins wird ein spezielles Kartenkontingent für junge Leute unter 30 aufgelegt.

Georges Prêtre, Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, leitet im Alter von 92 Jahren nochmals zwei Konzerte der Wiener Symphoniker im Musikverein. Es sollten die letzten Konzerte seiner Karriere sein – Prêtre stirbt im Jänner 2017.

Auf Thomas Oliva folgt als neuer Präsident der Gesellschaft Dr. Johannes Stockert

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