Editorial

Liebe Musikfreundinnen und Musikfreunde,

mit dieser Ausgabe unserer Zeitschrift senden wir Ihnen herzliche Grüße aus dem Musikverein! Das ist uns umso mehr ein Anliegen, weil wir mit Ihnen in Kontakt bleiben möchten – in dieser Zeit, in der Live-Konzerte im Musikverein mit Publikum leider nicht möglich sind. Ich schreibe Ihnen diese Zeilen in den letzten Jänner-Tagen, an denen noch keine terminliche Perspektive vorlag, wann Konzerte wieder möglich sein werden. Daher enthält diese Ausgabe unserer Zeitschrift auch zum ersten Mal kein Kalendarium, keine Vorschau auf Konzerte – eben weil wir derzeit, Ende Jänner, noch nicht planen können.

Wir setzen uns mit allen Möglichkeiten, die wir haben, dafür ein, dass so schnell als möglich wieder Konzerte stattfinden können. Die Musik darf nicht verstummen! Wir führen Gespräche in unterschiedlichsten Konstellationen, wir sind im Dialog mit politischen Entscheidungsträgern, und wir sind vernetzt mit vielen anderen Häusern und Kulturinstitutionen, in Österreich und Europa. Wir brennen darauf, den Musikverein so bald es irgend möglich ist wieder zu öffnen – die Säle sind zu still, wir vermissen die Künstlerinnen und Künstler, und wir vermissen Sie, unser Publikum. Die Musik, davon sind wir zutiefst überzeugt, ist lebensnotwendig, sie bereichert jeden von uns, sie bringt uns zusammen, sie ermöglicht Erfahrungen, die nicht zu ersetzen sind. Wie wertvoll, schön und bereichernd ist es, einem Orchester, einer Sängerin, einem Pianisten, einem Chor, einer Geigerin oder einem Streichquartett live auf der Bühne zuzuhören! Und zwar gemeinsam, als Publikum, als gemeinsame musikalische Erfahrung, an der alle teilhaben können. Musik und Kultur sind lebensnotwendig – das wird uns allen nun, da Kultur aufgrund der Pandemie aktuell nicht live möglich ist, umso schmerzlicher bewusst.

Liebe Musikfreundinnen und Musikfreunde,

mit dieser Ausgabe unserer Zeitschrift senden wir Ihnen herzliche Grüße aus dem Musikverein! Das ist uns umso mehr ein Anliegen, weil wir mit Ihnen in Kontakt bleiben möchten – in dieser Zeit, in der Live-Konzerte im Musikverein mit Publikum leider nicht möglich sind. Ich schreibe Ihnen diese Zeilen in den letzten Jänner-Tagen, an denen noch keine terminliche Perspektive vorlag, wann Konzerte wieder möglich sein werden. Daher enthält diese Ausgabe unserer Zeitschrift auch zum ersten Mal kein Kalendarium, keine Vorschau auf Konzerte – eben weil wir derzeit, Ende Jänner, noch nicht planen können.

Wir setzen uns mit allen Möglichkeiten, die wir haben, dafür ein, dass so schnell als möglich wieder Konzerte stattfinden können. Die Musik darf nicht verstummen! Wir führen Gespräche in unterschiedlichsten Konstellationen, wir sind im Dialog mit politischen Entscheidungsträgern, und wir sind vernetzt mit vielen anderen Häusern und Kulturinstitutionen, in Österreich und Europa. Wir brennen darauf, den Musikverein so bald es irgend möglich ist wieder zu öffnen – die Säle sind zu still, wir vermissen die Künstlerinnen und Künstler, und wir vermissen Sie, unser Publikum. Die Musik, davon sind wir zutiefst überzeugt, ist lebensnotwendig, sie bereichert jeden von uns, sie bringt uns zusammen, sie ermöglicht Erfahrungen, die nicht zu ersetzen sind. Wie wertvoll, schön und bereichernd ist es, einem Orchester, einer Sängerin, einem Pianisten, einem Chor, einer Geigerin oder einem Streichquartett live auf der Bühne zuzuhören! Und zwar gemeinsam, als Publikum, als gemeinsame musikalische Erfahrung, an der alle teilhaben können. Musik und Kultur sind lebensnotwendig – das wird uns allen nun, da Kultur aufgrund der Pandemie aktuell nicht live möglich ist, umso schmerzlicher bewusst.

Selbstverständlich verstehen wir, dass die Gesundheit vorgeht! Und natürlich unterstützen wir die Maßnahmen der Bundesregierung, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Aber zugleich brennen wir darauf, Musik wieder möglich zu machen und die Konzertsäle im Musikverein wieder zu öffnen – für Sie, für die Künstlerinnen und Künstler und für uns. Und damit können wir nicht auf das Ende der Pandemie warten, sondern wir müssen jetzt Schritte setzen, damit Kultur in der Pandemie wieder möglich werden kann. Daher haben wir in der Kulturszene überlegt, was wir aktiv, konstruktiv und entschieden dazu beitragen können, um die Wiedereröffnung der Kultur so bald als möglich realisieren zu können. Dazu haben sich führende Kulturinstitutionen zu einer bundesweiten Plattform von Theatern, Opern- und Konzerthäusern zusammengeschlossen, um in einem gemeinsamen Positionspapier zur Wiedereröffnung der Kultur Dialogbereitschaft zu signalisieren und gemeinsam zu formulieren, was für die Wiedereröffnung der Kultur notwendig ist. Diese konkreten Vorschläge und Forderungen der Kultur haben wir in einem gemeinsamen Brief an Herrn Vizekanzler Werner Kogler und an Frau Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer zusammengefasst, mit denen zuvor ein virtuelles Treffen mit einer Auswahl der großen Kulturveranstalter des Landes stattgefunden hatte.

Gerne möchte ich Ihnen einen Einblick geben in die Inhalte dieses Schreibens und in die konkreten, konstruktiven, praxisnahen, aus profunder Erfahrung heraus geborenen Vorschläge, die wir der Politik gemacht haben. Im Folgenden verwende ich Passagen aus diesem Positionspapier.

Zuallererst möchten wir daran erinnern, dass wir im Musikverein (so wie alle Kulturinstitutionen) über ein bewährtes Präventionskonzept verfügen, mit dem wir im September und Oktober mehr als 25.000 Besucher*innen im Musikverein hatten – ohne eine bekannte Corona-Infektion im Publikum. Die Kombination aus einem behördlich genehmigten Präventionskonzept, der Maskenpflicht für das Publikum und den besonders leistungsfähigen technischen Einrichtungen für eine erhöhte Frischluftzufuhr schützen unsere Besucher*innen konsequent und bestmöglich vor schädlichen gesundheitlichen Folgen. Daher haben wir im Dialog mit der Politik gefordert, dass diese bewährten Präventionskonzepte und die darin enthaltenen Sitzpläne, über die alle großen Kulturveranstalter verfügen, weiterhin anerkannt werden.

Die sehr positiven Erfahrungen aus dem letzten Herbst werden nun ganz aktuell auch von einer wissenschaftlichen Studie des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts bestätigt. Diese Studie zeigt am Beispiel des Konzerthauses Dortmund, dass die Gefahr der Übertragung von Infektionen durch Aerosolübertragung in Konzerthäusern unter den vorab beschriebenen Bedingungen nahezu ausgeschlossen werden kann.

Daher ist uns auch entscheidend wichtig zu fordern, dass die Kultur nicht schlechter gestellt wird als die Gastronomie. Wir sind zudem davon überzeugt, dass das Tragen einer FFP2-Maske kombiniert mit unseren starken Präventionskonzepten und den besonderen Lüftungsanlagen eine echte Alternative zum Testen darstellt.  Da niemand im Moment verlässlich vorhersagen kann, wann die Kulturinstitutionen wieder öffnen können, haben wir klar gemacht, dass es, um einen möglichst raschen und geplanten schrittweisen Neustart des kulturellen Lebens zu ermöglichen, einen mittelfristigen Stufenplan zur Wiedereröffnung der Kulturinstitutionen braucht, inklusive transparenter Voraussetzungen (Inzidenz etc.). Eine Institution wie der Wiener Musikverein ist ein komplexes Gefüge, ein sehr großes Räderwerk, das sich nicht einfach von heute auf morgen wieder in Betrieb setzen lässt. Neue Programme müssen erdacht, mit den Künstlerinnen und Künstlern abgestimmt, neue Konzertkarten angelegt, verkauft und alte storniert werden. Säle müssen gebucht und Proben disponiert werden. Verträge werden neu verhandelt, Publikationen müssen neu konzipiert und die Kalendarien aktualisiert werden ... All dies ist die Voraussetzung, damit Konzerte wieder stattfinden können – und das braucht einen zeitlichen Vorlauf. Daher unsere Forderung nach einem mittelfristigen Stufenplan.

Wie Sie als unsere Besucherinnen und Besucher sicherlich im September und Oktober bereits erlebt haben, waren die maximalen Besucherzahlen in unseren Sälen gedeckelt (erst mit 1.500 Besucher*innen, dann mit 1.000 im Großen Saal). Für die Zukunft haben wir eine Alternative vorgeschlagen: Die maximalen Zuschauerzahlen sollen abhängig von der Größe der Spielstätte definiert werden – und zwar als Prozentsatz der verfügbaren Plätze, nicht in absoluten Zahlen. Denn: Jede zahlenmäßige Beschränkung des Publikums hat Auswirkungen auf die Finanzierung der jeweiligen Produktion. Um die Wiederaufnahme des Spielbetriebs und die betriebswirtschaftliche Integrität der kulturellen Einrichtungen abzusichern, brauchen die kulturellen Einrichtungen klare Vorgaben über mögliche Beschränkungen der Zuschauerzahlen, die immer in Bezug zur Größe und Qualität der jeweiligen Spielstätte zu sehen sind. Sämtliche Gebäude der großen Kulturveranstalter, und so auch der Musikverein, sind mit technischen Lüftungsanlagen ausgestattet, die die vorgeschriebene Frischluftzufuhr (Kubikmeter Frischluft Volumen pro Person/Stunde) deutlich übertreffen. In Spanien ist man auf dieser Basis bereits den Weg gegangen: Dort konnte der Spielbetrieb der Theater, Opern- und Konzerthäuser vor Wochen mit einer prozentualen Beschränkung der Sitzplatzkapazität wieder aufgenommen werden.

Eine Wiederaufnahme der Spielbetriebe setzt vorangehende Proben voraus. Auch wenn der Probenbetrieb in Folge von Kurzarbeit teilweise eingeschränkt funktioniert, ist die Weiterführung der Probenarbeit, auch bei geschlossenen Häusern, notwendig und Voraussetzung für die Wiederaufnahme. Wie oben bereits erwähnt, müssen viele organisatorische Hebel in Bewegung gesetzt werden, mit großem zeitlichem Vorlauf, um Konzerte zu ermöglichen. Wesentlicher Bestandteil ist dabei die Disposition der Proben – daher ist der mittelfristige zeitliche Planungshorizont von so großer Bedeutung.

Die Corona-Pandemie hat nicht nur enorme künstlerische Ausfälle mit sich gebracht, sondern in den Kulturinstitutionen auch massiven finanziellen Schaden hinterlassen. Daher haben wir gefordert, dass die Regierung vollen Kostenersatz leisten muss für die durch die Verordnung verursachten betriebswirtschaftlichen negativen Folgen, da ansonsten alle Kulturveranstalter in finanzielle Probleme geraten werden, die auch mittelfristig nicht von den Veranstaltern selbst gelöst werden können.

All diese Aspekte können nur in bestmöglicher Weise realisiert werden, wenn man im Gespräch miteinander bleibt. Daher haben wir abschließend einen regelmäßigen direkten Austausch mit Vizekanzler Kogler und Staatssekretärin Mayer gefordert. Damit soll gewährleistet werden, dass die die Kultur betreffenden Verordnungstexte durch Einbeziehung der fachlichen Expertise dieser Gruppe praxistauglich sind. Nur so ist es möglich, dass unter dem selbstverständlichen Vorrang der Gesundheit künstlerisch sinnvolle Programme zu wirtschaftlich vertretbaren Konditionen realisiert werden können.

So weit eine Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte des Positionspapiers zur Wiedereröffnung des Kulturbetriebs, das die großen Kulturveranstalter in einer erstmalig bundesweiten Plattform gemeinschaftlich veröffentlicht haben. Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Zeilen einen Einblick geben in die Themen und Fragen, die uns im Musikverein beschäftigen und für die wir – im Dialog und Schulterschluss mit den Kolleginnen und Kollegen der anderen Häuser – Lösungen suchen. Diese sachlichen Forderungen sind natürlich getragen vom Schmerz über die aktuelle Situation. Wir möchten unseren Musikverein wieder mit Leben füllen! Musik hören! Künstlerinnen und Künstler bei uns wieder willkommen heißen – und Sie, unser Publikum. Es ist zu still geworden. Es muss wieder Musik erklingen. So bald als möglich – in der Pandemie, und unter den oben genannten Perspektiven.

Wir halten Sie auf unserer Website ständig auf dem Laufenden – auf www.musikverein.at sowie über unsere sozialen Medien veröffentlichen wir laufend alle Neuigkeiten. Sie können sich dort auch für unseren Newsletter registrieren – dann bekommen Sie sofort per E-Mail Nachricht, wenn es wieder Konzerte im Musikverein gibt. Ich hoffe, es geht Ihnen gut und Sie sind gesund. Gemeinsam mit dem ganzen Team im Musikverein hoffen wir, dass wir Sie bald wieder in unseren Sälen begrüßen können.

Und bereits heute möchte ich Ihnen sagen, dass wir bald schon unsere neue Saison 2021/22 veröffentlichen werden – voraussichtlich bereits im April. Es wird dies mein erstes Programm, die erste von mir gemeinsam mit dem Team und den Künstler*innen gestaltete Saison sein. Ich freue mich schon darauf, Ihnen die Pläne für die kommende Saison vorstellen zu dürfen – auch dies als ein Zeichen der Zuversicht, dass Musik und Kultur wieder möglich sein werden und wir die Pandemie hinter uns lassen.

Für heute wünsche ich Ihnen viel Freude mit dieser Ausgabe der „Musikfreunde“, die unsere gemeinsame Verbundenheit mit der Musik auch in diesen stillen Zeiten vielfältig zum Ausdruck bringt.

Herzlich

Stephan Pauly
Intendant der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien