Tue 22. March 2022

19:30 Brahms-Saal, Musikverein

Lenaerts • Morrison • Frasineanu

Führlinger • Hedenborg | Wolf • Ravel • Debussy

The presale for members starts at 9am on 22.01.2022

General advance ticket sale starts at 9am on 29.01.2022

Activate reminder for the presale of concerts with this concert.

OK

Erinnerung in My data:

delete


Programme

End: approx. 21:30

Service

share on facebook

share via WhatsApp

share on Twitter

share via email

Make a reservation for a snack at Gerstner
(Unfortunately not possible at the moment)


download into your personal calendar

print the programme

Kammermusik vom Feinsten

Ein neuer Konzertzyklus mit Ensembles der Wiener Philharmoniker

Auf Einladung der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien haben sich die Wiener Philharmoniker mit dem Musikverein zusammengetan, um gemeinsam Neues zu entwickeln. Das Ergebnis ist ein Kammermusikzyklus der besonderen Art mit Ensembles der Wiener Philharmoniker im Brahms-Saal. So wird in der kommenden Saison ein neues Kapitel philharmonischer Kammermusik im Musikverein aufgeschlagen.

Die enge Beziehung der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und der Wiener Philharmoniker ist eine Beziehung von Gründungstagen an. Gemeinsam wurde Musikgeschichte geschrieben – mit historisch gewordenen (Ur-)Aufführungen großer Orchesterwerke, aber ebenso von Kammermusik. In Zeiten, in denen sich Kammermusikaufführungen allmählich vom privaten Salon in den öffentlichen Konzertsaal verlagerten, waren es Wiener Philharmoniker und hier zuallererst Streichquartette aus den philharmonischen Reihen, die das Konzertleben im Musikverein um diese kleinere Form bereicherten.
Seit 1870 manifestiert sich diese Verbundenheit über das rein Musikalische hinaus auch in räumlicher Nähe, indem die Wiener Philharmoniker im neuen Haus der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, dem Musikvereinsgebäude am Karlsplatz, als Mieter der ersten Stunde ihre Kanzlei bezogen. Auf kurzem Wege sozusagen wiewohl im intensiven Austausch zwischen den beiden Institutionen entstand nun für die kommende Saison 2021/22 ein neuer Konzertzyklus, in dem frei zusammengestellte Ensembles der Wiener Philharmoniker unterschiedlichster Besetzung der Kammermusik nachgehen, ihrer zweiten Leidenschaft neben dem Orchesterspiel.
Die Kammermusik ist für Mitglieder des Wiener Spitzenorchesters seit jeher ein bestimmendes Element. So dicht kann der Orchesterdienstplan mit Verpflichtungen in Oper und Konzert gar nicht sein, als dass die Orchestermitglieder nicht auch Raum für die intimere, transparentere und noch einmal ganz anders fordernde Form gemeinsamen Musizierens fänden – ob in fixen Ensembles oder, durchaus auch spontan, in unterschiedlichsten Zusammensetzungen.
Die Leidenschaft fürs Kammermusizieren ist das eine, der „Mehrwert“ für das Orchester ein anderes. „Ich glaube an die heilsame Kraft der Kammermusik“, sagt Raphael Flieder, Cellist und Kammermusikbeauftragter der Wiener Philharmoniker, und spricht seinen Kolleginnen und Kollegen im Orchester damit wohl aus der Seele. Für ihn steht außer Zweifel, dass Musiker durch das Kammermusizieren besser werden, vieles lernen, das sie auch im Orchester nutzbar machen können, und Kammermusik anders üben als für das Orchester. Kurz: „Es hält fit, wenn man viel Kammermusik spielt“, so Flieder. „Man kann natürlich mit jedem Kammermusik spielen, aber es ist immer schön, wenn unter Kollegen ein Ensemble entsteht oder man sich einfach für ein Konzert zusammenfindet. Ich sehe darin für das Orchester einen großen Gewinn.“
Für den neuen Musikvereinszyklus gesprochen, ist es ein Gewinn für alle Beteiligten, eine Win-Win-Win-Situation sozusagen: für das Orchester, den Musikverein als Veranstalter und nicht zuletzt für das Publikum. In der Entwicklungsphase dieser exquisiten Konzertreihe stand der Gedanke im Zentrum, das ganze Orchester zu präsentieren, in seiner vollen Bandbreite. Zweierlei galt es zu bedenken, führt Raphael Flieder ins Treffen: „Einerseits soll der Zyklus insgesamt eine Einheit bilden, wobei nicht ein Konzert wie das andere sein soll. Abgesehen davon soll andererseits aber auch jedes Konzert für sich genommen ein vollwertiges Konzert sein, nicht bloß ein Fünftel des Ganzen.“ Diesem Anspruch wird Rechnung getragen – mit einem ungemein abwechslungsreichen und klug durchdachten Konzertzyklus mit fünf Abenden, an denen unterschiedlichste Besetzungen aus Orchestermusikerinnen und -musikern verschiedener Altersgruppen ein äußerst vielfältiges Programm spielen.
Eine Streichtrio-Besetzung macht den Anfang, gefolgt von einem Konzert mit Bläserquintett im Zusammenspiel mit dem Klavier, einem gemeinsamen Abend von Streichern und Bläsern und einem Konzert, das die Harfe in den Fokus rückt – durchaus eine Rarität in einem Kammermusikzyklus. Von der Minimalbesetzung Duo, etwa in einem eher selten zu hörenden Mozart-Duo für Violine und Viola, bis hin zum berühmten Beethoven-Septett und von Musik von Händel bis Schwertsik spannt sich der programmatische Bogen. Beteiligt sind Musikerinnen und Musiker aus allen Positionen des Orchesters. „Auch das ist das Schöne in unserem Orchester“, sagt Raphael Flieder, „dass so viele Kammermusik spielen wollen und das auch können.“ Den fünften und letzten Abend des Zyklus bestreiten Akademisten der Orchesterakademie der Wiener Philharmoniker. „Wenn ein Orchesterakademist nach Wien kommt, dann steht es ihm gut an, wenn er auch Kammermusik spielen lernt in Wien. Das gehört gerade zur Wiener Tradition dazu“, so Raphael Flieder. Und wer wäre geeigneter, sie in die Wiener Tradition des Kammermusizierens einzuführen als die Wiener Philharmoniker?
Fünf attraktive kammermusikalische Abende stehen Wiens Musikfreunden in diesem neuen Kammermusikzyklus mit Ensembles der Wiener Philharmoniker bevor. Fünf Konzerte im Brahms-Saal, mit denen ein neues Kapitel philharmonischer Kammermusik im Musikverein aufgeschlagen wird.

Ulrike Lampert
Mag. Ulrike Lampert ist Redakteurin der Zeitschrift „Musikfreunde“ und der Programmhefte der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.

Artikel als PDF