Fri 11. March 2022

20:00 Metallener Saal, Musikverein

Artel Quartet

Klein • Weber • Krása

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Remarks

Aufgrund eines positiven Coronafalls im Selini Quartet konnte das Quartett nicht auftreten. Das geplante Werk von Viktor Ullmann mußte daher entfallen.
An Stelle von Djanay Tulenova, Zarina Imayakova und Andreas Siles Mellinger (geplant als Ersatz von Djanay Tulenova) übernahmen Benjamin Herzl und Jevgēnijs Čepoveckis die Parts der 1. und 2. Violine im Artel Quartet; Amber Norelai und Andreas Fröschl mußten auch ihre Teilnahme an dem Konzert absagen. Dankenswerterweise erklärten sich Ekaterina Protsenko (Sopran) und Xu Mery Rui (Klavier) bereit, an dem Konzert mitzuwirken.
Keine Pause.

 

Selini Quartet

Im Konzentrationslager Theresienstadt, tschechisch Terezín, 60 km nördlich von Prag gelegen, das von den Nationalsozialisten als „Vorzeigelager“ missbraucht wurde, waren zahlreiche Künstlerinnen und Künstler interniert. Bis Herbst 1944 wurde hier komponiert und konzertiert, gedichtet, geprobt und aufgeführt. Damit war es am 16. Oktober vorbei. An diesem Tag wurde die jüdische Kulturelite Europas von Theresienstadt nach Ausschwitz deportiert und dort ermordet. In diesem sogenannten Künstlertransport befanden sich die Komponisten Hans Krása, Gideon Klein, Viktor Ullmann, Pavel Haas, der Dirigent Rafael Schächter, der Schriftsteller Peter Kien und viele andere. Alle Werke dieses Programms sind in Theresienstadt entstanden. 

1943 schrieb Viktor Ullmann sein 3. Streichquartett. Seinem Charakter nach ist es „wienerisch“, zugleich aber erfüllt von lyrischer Schwermut.  mit wienerischem Charakter und zugleich einer lyrischen Schwermut. Hans Krása war in Theresienstadt Leiter der Musiksektion in der „Freizeitgestaltung” der Häftlinge – ein Teil der von den Deutschen gewährten „Selbstverwaltung”. Für die Konzerte in diesem Rahmen schrieb Krása im Sommer 1944 seine Passacaglia und Tanz – zwei Monate vor seiner Deportation nach Auschwitz. 
Gideon Klein beendete sein Streichtrio, in dem er mährische Volkslieder aufgriff, am 7. 10. 1944 - neun Tage vor seinem Abtransport nach Auschwitz. Von Auschwitz wurde er in das Außenlager Fürstengrube deportiert, wo er in den Kohlegruben unter ungeklärten Umständen ums Leben kam. 
Die tschechoslowakische jüdische Schriftstellerin Ilse Weber arbeitete in Theresienstadt in der Kinderkrankenstube. Freiwillig begleitete sie diese Kinder begleitete sie freiwillig bei der Deportation nach Auschwitz. Das von ihr komponierte Schlaflied soll sie für ihren Sohn und die anderen Kinder auf dem Weg in die Gaskammer gesungen haben.