Wed 01. December 2021

19:30 Großer Saal, Musikverein

Wiener Philharmoniker

Rudolf Buchbinder | Beethoven • Mozart

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TUE, 30. November 2021 19:30

 

„Ich bin über mich selbst überrascht“

Rudolf Buchbinder

Wenn Rudolf Buchbinder sich heute Aufnahmen vom „achtjährigen Rudi“ anhört, ist er berührt. Schon damals wusste er, dass er Pianist werden will, obwohl „mir nichts leichtgefallen ist“. Gelassener ist er trotz seiner langen Erfahrung nicht geworden, sagt er, dafür traue er sich heute viel mehr als früher.

„Ihnen stehen anstrengende Zeiten bevor?
Warum?

Sie werden im Dezember 75 Jahre alt, und anlässlich dieses Ehrentages wird es jede Menge Rückblicke, Ehrungen und Preise für Ihr Lebenswerk geben. Dabei sind Sie jemand, der nie zurückschaut, sagen Sie oft.
Über Preise und Orden freue ich mich. Aber es stimmt schon, ich schaue nicht zurück. Im Gegenteil: Ich freue mich auf meine Zukunft. Was in der Vergangenheit passiert ist, habe ich alles schon vergessen. Schauen Sie, all meine CD-Aufnahmen sind noch originalverpackt.

Ich weiß, Sie hören sich Ihre Aufnahmen nicht an.
Nein, wozu auch? Ich spiele ja die Stücke morgen wieder, und keine Interpretation kann man eins zu eins wiederholen.

Es könnte Sie doch interessieren, wie Sie die Stücke früher interpretiert haben.
Wissen Sie, was ich mir anhöre? Wie ich als Kind gespielt habe. Und dabei erschrecke ich wahnsinnig.

Warum denn?
Weil es so gut war. Ich bin überrascht, dass ich als achtjähriges Kind imstande war, instinktiv eine Chopin-Etüde so richtig zu spielen, ohne auch nur irgendetwas über sie zu wissen.

Erstaunt Sie das?
Es berührt mich. Es ist so wichtig, beim Spielen die Spontaneität nicht zu verlieren. Im Laufe des Lebens grübelt und forscht man und studiert so viele Bücher – und auf einmal hat man zu viel Theorie im Kopf. Dagegen muss man ankämpfen.

Wie machen Sie das?
Indem ich etwa keine Studioaufnahmen mache. Denn im Studio fehlen die drei Dinge, die für das Musizieren am wichtigsten sind: Emotion, Nervosität und Spontaneität. Wenn Beethoven ein Rinforzando schreibt, meint er einen plötzlichen Gefühlsausbruch. Der passiert im Studio aber kaum. Denn man spielt die Stellen drei- bis fünfmal, und notfalls wird das Stück aus allen Aufnahmen zusammengeschnitten. Alles ist möglich.

Darum sind Ihre Aufnahmen Live-Mitschnitte?
Die Beethovens-Sonaten, die gerade erschienen sind, wurden allesamt in Salzburg bei den Festspielen aufgenommen. Haben Sie sie gehört?

Das habe ich.
Ich nicht, nur einmal, um sie freizugeben.

Noch mal zu dem achtjährigen Rudi: Er hatte also ein natürliches Stilgefühl?
Ja, das hat ihm der liebe Gott mitgegeben. Und Talent auch, aber das allein genügt nicht. Man braucht auch Disziplin. Die hatte ich auch, denn ich sah mein Talent immer als Verpflichtung, etwas aus mir zu machen. Ich war ein Nachkriegskind, das in sehr bescheidenen Verhältnissen ohne Vater aufwuchs. In unserer winzigen Wohnung stand ein Pianino, das unser Onkel für uns gemietet hat. Diese schwarz-weißen Tasten haben mich schon als Kleinkind fasziniert. Und mit fünf Jahren habe ich die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule in Wien gemacht.

Was haben Sie denn da gespielt?
„Ich möchte gerne dein Herz klopfen hören.“ Das Lied hatte ich im Radio gehört. Erst viele Jahre später hat mir eine Verehrerin die Noten dafür geschickt. Ich hatte sie zuvor nicht, weil ich das Stück bei der Prüfung nach Gehör gespielt habe. Das war mein Beginn, und von da an wusste ich, dass ich Pianist werden will.

Gab es seitens Ihrer Familie hohe Erwartungen an Sie?
Nein, meine Mutter hatte dafür gar keine Zeit, weil sie viel zu beschäftigt war. Ich konnte mich auch schon sehr früh selbst erhalten, weil ich bald viel gespielt habe. Das hat mich geprägt, und auch, dass ich Zeit meines Lebens eigentlich immer ältere Freunde hatte. Als ich mit elf Jahren in der Meisterklasse von Bruno Seidlhofer aufgenommen wurde, war ich mit Abstand sein jüngster Schüler. Martha Argerich, Nelson Freire, sie waren alle älter als ich. Heute ist das nicht mehr so.

War Bruno Seidlhofer ein guter Lehrer?
Sonst säße ich heute nicht da. Ihn zeichnen seine Schüler aus, die alle grundverschieden waren. Aber eines hatten wir gemeinsam: ein technisches Talent, denn Technik hat man beim Seidlhofer nicht gelernt. Er konnte einem nicht sagen, wie man ein schwieriges Stück üben soll. Aber wenn ich spielte, legte er seine Hand auf meine Schulter. Wenn er drückte, wusste ich genau, welches Rubato ich machen muss. Er hat auch allen seinen Schülern ihre Individualität gelassen, jeden ließ er seinen eigenen Weg gehen und unterstützte ihn dabei. Das ist einzigartig. Über die Jahre hinweg hat sich zwischen uns eine tiefe Freundschaft entwickelt.

Sie fanden als Pianist sehr früh Anerkennung. Nach außen wirkt es so, als wäre Ihnen alles ganz leichtgefallen. Trügt der Schein?
Komplett. Nichts ist mir leichtgefallen, tut es auch heute noch nicht. Im Laufe der Zeit setzt man sich nämlich die eigene Latte immer höher. Heute bin ich vor Konzerten wesentlich nervöser als vor dreißig Jahren. Das macht es nicht einfacher.

Wer so viel Erfahrung hat, könnte doch eigentlich immer gelassener werden.
Bin ich aber nicht, ich zittere jedes Mal. Das Publikum erwartet immer mehr von mir. Und sich selbst einzuschätzen ist nicht einfach. Wissen Sie, es verband mich eine enge Freundschaft mit Joachim Kaiser. Wir haben bei verschiedenen Festivals den Beethoven-Zyklus gemeinsam gemacht. Er erzählte dem Publikum etwas zu den Sonaten, und ich spielte sie dann. Oft sagte er schmunzelnd: „Jetzt spielt der Buchbinder das Gegenteil von dem, was ich gerade gesagt habe.“ Kaiser war ein Genie. Einmal saßen wir in Hamburg nach so einem Abend noch bis tief in die Nacht zusammen, ich hatte schon einiges getrunken und Kaiser noch mehr. Auf einmal schlug er ein Spiel vor. Er nahm die zwei dicken Bände mit den Beethoven-Sonaten. Schlug eine beliebige Seite auf, deckte bis auf zwei Takte alles mit dem Hotelbriefpapier ab, und ich musste erraten, zu welcher Sonate sie gehören. Dann war er am Zug.

Und?
Er war fast schneller als ich. Unglaublich, dieser Mann. Aber was ich erzählen wollte: Eines Tages sagte er zu mir: „Rudi, du musst die Beethoven-Sonaten wieder aufnehmen, weil jetzt bist du frei.“

Verstanden Sie, was er damit meinte?
Ja, sofort. Als junger Musiker ist man gehemmt, intolerant und unflexibel. „Narrow-minded“ ist das treffende Wort dafür. Von Beethoven selbst wissen wir, dass er in einem Satz, wenn er selbst spielte, sieben-, achtmal das Tempo gewechselt hat. Das traut sich doch heute niemand mehr von uns.

Auch Sie nicht?
Viel mehr als früher. Als Junger will man zwar die Welt niederreißen, aber auf eine andere Art und Weise, mit Technik zum Beispiel. Meine erste Aufnahme etwa war eine ganz klare, aber es fehlte jegliche Emotion. Als mir Joachim Kaiser sagte, ich sollte die Sonaten aufnehmen, wusste ich, dass er recht hat, aber ich wollte mir nicht wieder diese Arbeit antun. 

Offenbar konnte er Sie dennoch überzeugen. Hielten Sie es auch aus, wenn er Sie kritisierte?
Ja, nur habe ich mich ihm widersetzt. Er fand zum Beispiel, dass ich eine Stelle der E-Dur-Sonate von Beethoven falsch spiele, nämlich zu dramatisch. Aber da hatte er unrecht.

Herrlich, wenn man jemanden hat, mit dem man auf diesem Niveau „streiten“ kann.
Wunderbar. Heute diskutiere ich immer wieder mit Dirigenten. Die Partnerschaft mit ihnen ist mir sehr wichtig. Ich will nicht begleitet werden. Das Letzte ist, wenn auf Plakaten ein Orchesterkonzert angekündigt wird und „am Klavier“ zu lesen ist. Das passiert nach wie vor.

Etwas anderes: Stimmt es, dass Sie sich nie Fingersätze notieren?
Das stimmt. Ich habe keine Fingersätze. Ich probiere sogar beim Konzert manchmal neue Fingersätze aus.

Experimente beim Konzert, das finde ich mutig – und spontan.
Genau, auf einmal wird die Phrasierung und Betonung eine ganz andere.

Sie betonen immer wieder, dass Sie nie jemand waren, der täglich stundenlang geübt hat.
Weil ich, wenn ich übe, es äußerst konzentriert tue. Hier in meinem Zimmer habe ich mir jetzt Jalousien machen lassen, weil ich von der schönen Aussicht abgelenkt bin. Und mich lenken auch diese vielen Noten ab, weil ich immer verführt bin, nach drei Takten in die verschiedenen Ausgaben zu schauen. Wenn ich in einem ungemütlichen Künstlerzimmer bin mit grauen Betonwänden, übe ich am besten.

Die Fingerfertigkeit hat bei Ihnen mit dem Älterwerden nicht abgenommen?
Sie sprechen etwas Wichtiges an: Meine Fingerfertigkeit hat nicht nachgelassen, eben weil ich nicht so viel geübt, sondern ökonomisch gearbeitet habe. Meine Finger sind Hochleistungssportler, aber die hören mit dreißig Jahren auf. Mir aber, mir fällt heute ein Brahms-Klavierkonzert leichter als vor zwanzig Jahren. Ich bin über mich selbst überrascht. Also meine Finger können es noch sehr lange machen.

Das Gespräch führte Judith Hecht.
Mag. Judith Hecht ist Juristin und Journalistin bei der „Presse“, wo sie für das Sonntagsinterview „Letzte Fragen“ zuständig ist.

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