Tue 15. February 2022

19:30 Großer Saal, Musikverein

Berliner Philharmoniker

Kirill Petrenko | Brahms • Suk

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Gesellschaft der Musikfreunde in Wien

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Die Berliner in Wien

Berlin und Wien – das ist schon eine ganz spezielle, aparte Beziehung. Auch in der Musik. Hier führt die prickelnde Antithese von Preußen und Österreich auch immer wieder zu herrlichen Synthesen. Speziell im Musikverein, wie sich nun wieder zeigt. Die Berliner Philharmoniker präsentieren sich mit ihrem neuen Chefdirigenten Kirill Petrenko – und der gab sein Musikvereinsdebüt schon vor langem, im Absolventenkonzert der Musikuniversität. Schon damals war den Kennern klar: Hier steht ein ganz außergewöhnlicher Künstler am Pult. 

„In dem Moment“, so erinnert sich „Presse“-Chefkritiker Wilhelm Sinkovicz an das Konzert mit dem Examenskandidaten Petrenko, „in dem er den Taktstock hob, entfaltete er ein ungeheures Charisma. Der Orchesterklang schien plötzlich verwandelt, lebendig in allen Stimmen, flexibel, atmend … Dieser Auftritt am 9. Juni 1997 war die Geburtsstunde einer Karriere, die in unseren Tagen beinah ohne Vergleich ist – und zwar paradoxerweise, weil sie so verlief, wie früher einmal solide Dirigentenkarrieren unbedingt verlaufen sind.“ Petrenko bahnte sich seinen Weg über Kapellmeisterpositionen, u. a. an der Wiener Volksoper und an der Komischen Oper Berlin, avancierte zum hochgeschätzten GMD der Bayerischen Staatsoper – und so waren, wie es Wilhelm Sinkovicz formuliert, auch „die Berliner Philharmoniker nach einigen Begegnungen überzeugt, hier den Mann für die Zukunft entdeckt zu haben“. Diese Zukunft begann 2019 mit Petrenkos Antrittskonzert: eine Zukunft, die auch programmatisch ihre spezielle Signatur aufweist. Denn Petrenko setzt sich leidenschaftlich auch für Repertoire abseits des Gängigen ein. In Wien kombiniert er demgemäß Brahms’ 2. Klavierkonzert (Solist: Sir András Schiff) mit Josef Suks symphonischer Dichtung „Zráni“ und Brahms’ 2. Symphonie mit Orchesterwerken von Bernd Alois Zimmermann und Witold Lutoslawski. „Es wäre nicht Kirill Petrenko“, so nochmals Wilhelm Sinkovicz, „wenn er sein Wiener Publikum nicht mit einer veritablen Entdeckung überraschte.“