Fri 06. November 2020

19:30 Großer Saal, Musikverein

ORF RSO Wien

Sofia Gubaidulina | Aufführung ohne Publikum

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Remarks

Aufgrund der Verordnung der österreichischen Bundesregierung betreffend die Maßnahmen gegen die Weiterverbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) fand die Veranstaltung ohne Publikum statt.
Das Konzert wurde im Online-Stream übertragen.

 

Friday, November 6, 2020 | Der Standard / Tošić, Ljubiša

Wien Modern digital

Wien Modern findet doch statt, nur ein bisschen anders, etwa im Radio oder als Aufnahmesession – zum Beispiel von Gubaidulinas "Der Zorn Gottes" im Musikverein

Zu den Privilegien eines Musikkritikers, der sich für das Festival Wien Modern interessiert, gehört dieser Tage, gratis einen Corona-Schnelltest absolvieren zu dürfen. Die 15 Minuten Wartezeit im Wiener Musikverein entscheiden darüber, ob der Beruf – trotz behördlich verordneter Konzertaskese – doch noch in der üblichen Form ausgeübt werden darf.

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„Ich bin der Ort, an dem Ost und West einander treffen!“

Das „Claudio Abbado Konzert“ von Wien Modern im Großen Musikvereinssaal ist ganz der großen russischen Komponistin Sofia Gubaidulina gewidmet. 

Moskau, Mitte der 1970er Jahre: In einer privaten Wohnung kommen die Komponistin Sofia Gubaidulina und zwei ihrer Kollegen, Viktor Suslin und Wjatscheslaw Artjomow, zusammen; auf einem Teppich sitzend sind sie von einer Vielzahl seltener russischer, kaukasischer sowie mittel- und ostasiatischer Volks- und Ritualinstrumente umgeben, die Artjomow über Jahre hinweg auf seinen Reisen zusammengetragen hat und die sie nun in stundenlangen Improvisationen zum Klingen bringen. Da schweben ätherische Klänge der Kanun, einer orientalischen Zither, leuchtenden Wolken aus Tönen gleich im Raum, treffen auf knarrende Basssaiten und die lichte Intensität der armenischen Hirtenflöte Duduk, während unbeirrt der dumpfe Klang einer Trommel den Puls vorgibt: „Klangarchipele im Ozean der Zeit“ heißt eine dieser Gruppenimprovisationen, die – fernab von traditionellen Volksmusikklängen – archaische Klangräume öffnen und zugleich künftige Musiken in sich tragen.

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