Wed 27. January 2021

18:00 Brahms-Saal, Musikverein

Alban Berg Ensemble Wien

Laks • Haas • Janáček

Cancelled


Artists

Programme

Service

print the programme

Remarks

Aufgrund der Verordnung der österreichischen Bundesregierung betreffend die Maßnahmen gegen die Weiterverbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) wurde diese Veranstaltung ersatzlos abgesagt.

 

Vom Stolz und einer alten Wunde  

Giuseppe Verdi

„Evviva Verdi!“ Der Gruß, mit dem Schüler des Konservatoriums der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Giuseppe Verdi 1875 willkommen hießen, ist – exakt 120 Jahre nach Verdis Tod – Titel eines geplanten Programms mit Studierenden der mdw. Dass Verdi ausgerechnet mit dem Conservatorio „Giuseppe Verdi“ in Mailand zeitlebens auf Kriegsfuß stand, ist eine seltsame Geschichte. Walter Weidringer erzählt sie.

„Sorgen wir dafür, dass sich diese Idee in Luft auflöst“, schreibt der 84-jährige Giuseppe Verdi am 13. August 1898 grimmig seinem Verleger und Freund Giulio Ricordi. Dabei könnte man es als eine enorme Ehre ansehen, dass das Mailänder Konservatorium fortan den Namen des größten Komponisten des Landes über seine Tore schreiben möchte, auf Diplome und Siegel, auf Briefköpfe, Visitenkarten und Einladungen.  Eine Ehre also – eine Ehre? Für wen, den Mann, die Institution – oder beide? Wobei: Ist nicht der Mann längst selbst zur Institution geworden, als weltweit verehrter Künstler, durch seine kurzzeitige politische Tätigkeit, als nationale Integrationsfigur? Welche Ehre? „Che onore? che onor? Che onor! che ciancia!“ Was für ein Geschwätz! „Che baia!“ Welch Hohn! So ereifert sich der freilich exemplarisch heruntergekommene Ritter Falstaff, den Giuseppe Verdi fünfeinhalb Jahre zuvor nach den hochliterarischen Versen Arrigo Boitos als seinen letzten Titelhelden auf die Opernbühne geschickt hat – eine komische Figur deshalb, weil die Tragik in ihr fühlbar wird. Nein, die Ehre kann einem weder den Wanst füllen noch ein Bein einrenken, keinen Fuß, keinen Finger, nicht einmal ein Härchen. Sie ist nur ein Wort. „Che c’è in questa parola? C’è dell’aria che vola“: ein Lufthauch, der verweht.

weiterlesen