Tue 08. June 2021

19:30 Großer Saal, Musikverein

Orchester Wiener Akademie

Martin Haselböck | Georg Friedrich Händel

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Remarks

Keine Pause.

 

The Power of Music

Musik, ganz hautnah! Es muss ein unglaubliches Gedränge gewesen sein, als am 29. November 1812 fast 600 Musizierende vor rund 5.000 Leuten in der kaiserlichen Winterreitschule ein Händel-Oratorium aufführten: „Das Alexanderfest“, Untertitel „The Power of Music“, zu Deutsch (so übersetzte man es damals): „Die Gewalt der Musik“. Die Wirkung der Musik war denn auch so gewaltig, dass nach diesem Konzert die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien gegründet wurde. Martin Haselböck, das Orchester Wiener Akademie und der Singverein lassen den Mythos jetzt aufs Neue lebendig werden.

Ja, die Gründungsgeschichte des Musikvereins beginnt mit einem Mythos, der stimmiger nicht sein könnte. Im „Alexanderfest“ wird die Kraft der Musik exemplarisch erwiesen. Alexander der Große, der mächtigste Mann der Welt, wirft den Macho-Panzer der Aggression von sich und öffnet sein Herz der Milde und dem Mitleid. Warum? Weil er berührt wird vom Gesang. Mit einer solch strahlenden Apotheose der Musik begann die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien ihre Geschichte. Martin Haselböck feiert dieses Fest nun im englischen Original – als „Alexander’s Feast or the Power of Music“, und ganz der Praxis zu Händels Zeit entsprechend, erweist sich die Macht der Musik auch in zwei eingeschobenen Orgelkonzerten. Martin Haselböck und Jeremy Joseph übernehmen die Soloparts, die einst Händel selbst spielte. Zwei Tage später, am 10. Juni, ist Joseph, ein Meisterschüler von Martin Haselböck, selbst als Leiter der Wiener Akademie zu erleben. Mit diesem Konzert im Brahms-Saal, bei dem Bachs Brandenburgische Konzerte Nr. 4 und 5 erklingen, wird eine andere Gründungsgeschichte lebendig. Die Wiener Akademie verdankt ihr Entstehen einer Reihe von Bach-Konzerten, für die der Musikverein im Bach-Jahr 1985 ein Ensemble suchte.