Cancelled

Thu 28. May 2020

20:00 Gläserner Saal / Magna Auditorium, Musikverein

Kurt Schwertsik

Konzert zum 85. Geburtstag


Programme

Kurt Schwertsik Unterwegs nach Heiligenstadt, op. 114 Seinesgleichen geschieht, op. 120 (Uraufführung) Traumstörung, op. 108 — Pause — Kurt Schwertsik Vier Kinder-Toten-Lieder, op. 79a; Fassung für Sopran und Klaviertrio (Uraufführung) à la recherche d’une cantilène perdu, op. 122 Drei späte Liebeslieder, op. 66 Bagatellen in stark wechselnder Laune für Klaviertrio, op. 36

Service

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Remarks

Aufgrund der Verordnung des Magistrats der Stadt Wien betreffend die Maßnahmen gegen die Weiterverbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) wurde diese Veranstaltung ersatzlos abgesagt.

Due to the Ordinance of the Municipal Administration of Vienna regarding the measures to be taken to prevent the spread of the corona virus (SARS-CoV-2) this event had to be canceled.

 

„Es marschiert eben jeder in irgendeine Richtung ...“ 

Kurt Schwertsik 

Mit einem Auftragswerk, das im April vom Altenberg Trio aus der Taufe gehoben wird, und einem weiteren Kammermusikprogramm im Mai feiert die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien den 85. Geburtstag von Kurt Schwertsik. Daniel Ender hat den Jubilar zum Gespräch getroffen.

Ihr musikalischer Weg wirkt im Rückblick je nach Blickwinkel mäandernd und umherschweifend, wenn man Sie genauer kennt, jedoch auch gleichzeitig sehr konsequent und immer auf der Suche. Wie haben Sie Ihre kompositorische Entwicklung selbst wahrgenommen: eher als schwankend oder als zielorientiertes Gehen? 
So habe ich mir das noch gar nicht überlegt! Wie sagt Lao-Tse: „Der Weg ist sehr gerade, aber das Volk liebt die Umwege.“ Rückschauend habe ich als Komponist eigentlich immer genau das gemacht, was für mich gerade noch möglich war, und mich immer wieder auf alles eingelassen, das mich gerade am meisten interessiert hat. Als Student habe ich mich hauptsächlich auf die Moderne konzentriert, weil ich dachte, wenn ich Hornist werde, werde ich die überkommene Musik oft genug hören. Letzten Endes war es auch so. Es war im Rückblick aber sehr gut, dass ich mich damals mit Hindemith und Strawinsky beschäftigt habe – und nicht mit Beethoven, der mich in letzter Zeit immer wieder sehr beschäftigt hat: Wenn ich den damals schon verstanden hätte, hätte ich wahrscheinlich gar nicht weitergemacht. 

Ihr Horizont war damals schon recht weit gespannt – auch abseits der sogenannten E-Musik. 
Ja, ich habe mich zum Beispiel intensiv mit den Beatles beschäftigt. Damit habe ich eine ganze Portion an Musik langsam zu verstehen begonnen. Dann habe ich mich viel mit Burt Bacharach befasst, der über Jahrzehnte einen Schlager nach dem anderen geliefert hat – und zwar auf sehr interessante Art und Weise –, oder mit Stephen Sondheim. Das waren immer Dinge, die mich sehr interessiert haben und die mir auf meine Weise zugänglich geworden sind. Filmmusik interessiert mich bis heute sehr – die finde ich faszinierend! Eigentlich wäre ich gerne ein Unterhaltungsmusik-Komponist geworden, aber dazu bin ich nicht begabt.

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